Adipositas Studien

Adipositas Therapien

Wann ist eine Therapie nötig?

Eine Behandlung der Adipositas ist laut der „Deutschen Adipositas Gesellschaft" nötig bei Adipositas (BMI über 30) oder bei leichtem Übergewicht (BMI von 25-30) sowie...

  • übergewichtsbedingten Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck (Hypertonus), Zuckerkrankheit (Diabetes Mellitus TypII), Gelenkbeschwerden
  • vermehrtem Bauchfett (siehe oben)
  • Krankheiten, die durch starkes Übergewicht verschlimmert werden
  • hohem psychischen Leidensdruck

Was sind die Ziele einer Therapie?

Eine Therapie der Adipositas will ein niedrigeres Körpergewicht erreichen. Radikale Diäten sind nicht nachhaltig, denn sie führen zu einem sogenannten Jojo-Effekt: nach Beendigung dieser Diät steigt das Gewicht wieder, weil der Stoffwechsel sich auf die Mangelsituation umgestellt hat und Nährstoffe besonders effektiv verwertet.

Deshalb sollte besser das Bewusstsein für eine gesunde Ernährung geschult werden. Hierbei ist es wichtig, sich realistische Ziele zu setzen. Wer sich zu viel vornimmt, z.B. immer nur das Idealgewicht vor Augen hat, wird leicht frustriert, wenn er es nicht erreicht. Es geht nicht darum, dünn zu werden, sondern schlanker. Beim Erreichen dieser Ziele kommt es vor allem auf die Motivation des Betroffenen an. Sinnvoll Abnehmen ist eine eigenverantwortliche Sache. Einsicht und Willenskraft sind im Zusammenspiel mit fachlicher Hilfe die beste Voraussetzung, das Körpergewicht in den Griff zu bekommen: Abnehmen ist Kopfsache. Ein geringeres Körpergewicht hilft bei der ...

  • Verringerung Adipositas- assoziierter Krankheiten
  • Verbesserung des Gesundheitsverhaltens (Bewusstsein entwickeln für die Auswahl der Nahrung, regelmäßige Bewegung)
  • Stärkung des Selbstbewusstseins und Stressverarbeitung
  • Reduktion von Arbeitsunfähigkeit
  • Steigerung der Lebensqualität

Wie sieht eine Therapie konkret aus?

Die konservative Therapie

Eine sogenannte konservative Therapie der Adipostas ist schonend, kostengünstig, und sie kann bei Misserfolg jederzeit wiederholt werden. Aber sie ist nicht immer leicht.

Das Basisprogramm einer konservativen Therapie zur Gewichtsreduktion besteht aus drei Komponenten: Ernährung - Bewegung - Verhalten. Anfangs geht es darum, das Gewicht zu reduzieren, danach darum, es zu halten. Es ist sinnvoll, sich durch eine Ernährungsberatung und den Hausarzt regelmäßig beraten zu lassen.

1.) Ernährung. Der Einstieg in eine Ernährungstherapie muss sehr individuell gestaltet werden. Abhängig vom jeweiligen Risikoprofil und der gewünschten Ziele sowie der bisherigen Essgewohnheiten wird ein individueller Ernährungsplan gestaltet. Abnehmen funktioniert, wenn man täglich mindestens 500kcal weniger Fett und Kohlenhydrate zu sich nimmt, als der Körper benötigt. Das nennt man eine „negative Energiebilanz". Nun verbraucht der Körper täglich mindestens 500kcal seiner Fett-Vorräte - man nimmt ab.

2.) Bewegung. Bewegung spielt sowohl bei der Gewichtsreduktion als auch bei der Gewichtserhaltung eine zentrale Rolle. Denn durch Bewegung wird Energie verbraucht, und Herz, Kreislauf und Muskeln werden gestärkt. Mehr Bewegung beginnt schon im Alltag. Wer sich angewöhnt, kurze Strecken mit dem Fahrrad anstatt mit dem Auto zu fahren, oder wer im Fahrstuhl eine Etage früher aussteigt, um die letzte über die Treppe zu gehen, hat schon viel für seinen Körper getan.

Ausdauersport (3-5 mal 60 Minuten pro Woche) senkt effektiv das Körpergewicht. Nebenbei wird auch noch das Wohlbefinden gesteigert. Welche Sportart dabei für Sie die richtige ist, sollten Sie von Ihrem Arzt erfragen - denn joggen mag zwar für Trainierte eine geeignete Sportart sein, bei Anderen jedoch die Gelenke zu sehr belasten. Hier wäre dann z.B. Schwimmen eine optimale Lösung, oder auch Radfahren. Auch Herz-Kreislauf-Risikofaktoren müssen bei der Wahl der richtigen Sportart berücksichtigt werden.

3.) Verhalten. Um Ihr Ess- und Bewegungsverhalten zu schulen, wenden Sie sich am Besten an eine Ernährungsberatung. Diese gibt Ihnen auch eine psychologische Betreuung. Des weiteren können Sie z.B. ein Esstagebuch führen, damit Sie später genau nachvollziehen können, was Sie richtig gemacht haben und wo Ihre Schwächen liegen. Üben Sie sich in der Selbstbeobachtung Ihres eigenen Ess- und Trinkverhaltens. Finden Sie heraus, was für Sie definitive Essreize sind, wie z.B. Langeweile, Stress oder Kummer. Suchen Sie sich Unterstützung in Ihrem sozialen Umfeld.

Medikamentöse Therapie

Spricht die oben genannte Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie nicht an, kann zusätzlich eine medikamentöse Therapie begonnen werden. Medikamente sollten jedoch nur unter der Begleitung eines Arztes und maximal über einen Zeitraum von 2 Jahren genommen werden.

Chirurgische Therapie

Chirurgische Maßnahmen werden nur bei einem BMI über 35 mit Begleiterkrankungen oder einem BMI >40 angewendet, falls die übrigen Therapiemaßnahmen erfolglos waren. Häufigstes operatives Vorgehen ist dabei die Verkleinerung des Magens, bei der ein Magenband eingesetzt wird. Hierdurch können nur noch kleinere Nahrungsportionen zu sich genommen werden. Eine weitere Methode ist eine Überbrückung des Magens (Magenbypass), wodurch weniger aufgenommene Nahrung verwertet wird. Diese Operation ist jedoch erst ab einem BMI von 55 vertretbar. Die Operationen selbst bergen außerdem Risiken: Narkoserisiken, Wundheilungsstörungen, Verwachsungen, Narbenhernien.



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