Akne
Akne („die Reife") ist die häufigste Hauterkrankung weltweit.
Es handelt sich dabei um eine Erkrankung der Talgdrüsen, die die Härchen im Gesichts- und Oberkörperbereich umgeben. Die Talgdrüsen produzieren übermäßig viel Talg, der die Ausführungsgänge zur Hautoberfläche hin verschließt und so den Abfluss behindert.
Man unterscheidet ein nicht-entzündliches und ein entzündliches Stadium.
Wenn der angesammelte Talg von Bakterien besiedelt wird, treten typische Hautveränderungen auf. So entstehen die sogenannten Mitesser (Komedone). Wenn diese sich entzünden, entstehen Knoten (Papeln) und Eiterbläschen (Pusteln). Bei schweren Akneformen bleiben narbige Hautveränderungen zurück.
70-80% aller Jugendlichen im Alter von 15-18 Jahren leiden an Akne, die sich aber in der Regel bis zum 30. Lebensjahr zurückbildet.
10-30% der an Akne leidenden Personen benötigen eine medikamentöse Therapie.
Akne wird in drei Schweregrade unterteilt:
- Acne comedonica: Vermehrte Hornzellbildung, Komedonen, evtl. leicht entzündliche Knötchen (Papeln), keine Narbenbildung
- Acne papulo-pustulosa: Knoten und Eiterbläschen, zum Teil tief gehende Entzündungen, Narbenbildung möglich
- Akne conglobata: schwerste Form der Akne, Papeln, Pusteln, Fisteln, erhebliche Narbenbildung
Je nach dem, welche Ursache der Akne zu Grunde liegt, unterscheidet man verschiedene Akneformen:
- Acne vulgaris ist die häufigste Form und wird auch als „gewöhnliche Akne" bezeichnet. Sie entsteht durch hormonelle Schwankungen, wie sie während der Pubertät, der Schwangerschaft oder der Menstruation auftreten. Verantwortlich ist ein Anstieg des männlichen Geschlechtshormons Testosteron. Der erhöhte Testosteronspiegel im Blut führt zu einer vermehrter Talg- und Fettproduktion in den Talgdrüsen, die zur Komedonbildung führen. Die Acne vulgars verläuft harmlos und klingt meistens in der 3. Lebensdekade wieder ab.
- Acne aestivalis („ Mallorca- Akne") wird durch verstärkte UV- Bestrahlung, also nach intensivem Sonnenbaden, hervorgerufen. Freie Radikale reagieren mit Bestandteilen aus Kosmetik oder Sonnenmilch.
- Acne cosmetica entsteht nach Anwendung von Kosmetika, die Substanzen enthalten, die die Komedonbildung fördern. 25% der weiblichen Erwachsenen leiden unter dieser Akneform. Bei Verzicht der Stoffe kommt es allerdings schnell zu einer Abheilung.
- Acne medicamentosa wird durch die Anwendung von bestimmten Medikamenten verursacht. Hierzu zählt unter anderem die Einnahme von Barbituraten, Lithium, Kortikosteroiden, Anabolika, jodhaltige Medikamente und vermehrtem Vitamin B6, B12 und D2.
- Acne venenata („ Kontaktakne") wird z.B. durch den Kontakt mit Chlor und bestimmten Ölen hervorgerufen.
- Acne inversa ist eine häufig schwere Entzündung der Talgdrüsen in Bereichen, die mit anderen Hautarealen in Berührung kommen (Kniekehle, Achsel, Genitalbereich). Als Ursachen werden vermehrter Nikotingenuss, Fettleibigkeit, mechanische Irritationen, Besiedlung mit dem Bakterium Staphylokokkus aureus und vermehrtes Schwitzen angenommen.
- Acne fulminans ist selten. Sie tritt bei Jungen während der Pubertät auf und führt zu starken Entzündungen im Gesicht und am Oberkörper. Der Beginn ist akut und geht oft mit Fieber, Gewichtsabnahme und Gelenkschmerzen einher.
- Acne neonatorum tritt bei Neugeborenen auf.
Für die stärkeren Akneformen besteht eine genetische Vorbelastung.
Die Hautveränderungen können neben Rötung, Schwellung, Juckreiz, Druckschmerz, Lymphknotenschwellung, Kopfschmerzen, Fieber und Narbenbildung auch starke psychische und soziale Probleme verursachen, da sich die Patienten ausgegrenzt fühlen und sich isolieren.
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