Alzheimer-Krankheit
Was ist eine Demenz?
Unter dem Begriff Demenz ist eine Vielzahl von Erkrankungsformen zusammengefasst. Allen Arten von Demenz ist gemein, dass sie zu einer fortschreitenden Verschlechterung von bestimmten geistigen Fähigkeiten führen. Dazu gehören das Sprachvermögen, Denkvermögen, die Fähigkeit Gegenstände zu benennen, praktische Fähigkeiten und besonders das Gedächtnis. Die Demenz unterscheidet sich dabei grundlegend von der häufigen Erscheinung einer leicht zunehmenden Vergesslichkeit im Alter.
Von Alzheimer sind fast ausschließlich Menschen höheren Alters betroffen. Durch die Bevölkerungsentwicklung in den westlichen Industrienationen mit immer älter werdenden Bürgern steigt daher auch die Alzheimer-Prävalenz. Unter den 65-Jährigen sind etwa 2 % betroffen, bei den 70-Jährigen sind es bereits 3 %, unter den 75-Jährigen 6 % und bei den 85-Jährigen zeigen etwa 20 % Symptome der Krankheit. Über dem 85. Lebensjahr nimmt der Anteil der Betroffenen wieder ab, da die zuvor Erkrankten nur selten dieses Lebensalter erreichen. Im Jahr 2007 waren weltweit etwa 29 Millionen Menschen von der Alzheimer-Krankheit betroffen. Nach Auswertung von Computermodellen soll sich diese Zahl, die auf Bevölkerungsprognosen der Vereinten Nationen basieren, bis zum Jahr 2050 auf rund 106 Millionen Patienten erhöhen.
Etwa 65% der Demenzerkrankungen sind solche vom Alzheimertyp (DAT), 15% zählen zu den vaskulären Demenzen (MID), 15% sind Mischformen und 5% haben andere Ursachen.
Die Alzheimer-Demenz
Die Alzheimer-Demenz (Demenz vom Alzeimertyp - DAT) ist dadurch gekennzeichnet, dass in bestimmten Teilen des Gehirns schrittweise die Nervenzellen und ihre Verbindungen zugrunde gehen. Dabei handelt es sich um einen langsam fortschreitenden Prozess, der in den ersten Jahren der Erkrankung meist unbemerkt bleibt. Die Teile des Gehirns, die von der Alzheimer-Demenz besonders betroffen sind, sind zuständig für die Verarbeitung von Informationen und das Gedächtnis. Dabei sind anfangs insbesondere das Kurzzeitgedächtnis und die Merkfähigkeit betroffen, während länger zurück liegende Ereignisse wie z.B. Erinnerungen aus der Jugend vorerst unbeeinträchtigt sein können.
Zur genauen Ursache dieser Krankheit liegen bislang nur wenige Informationen vor. Jedoch konnten in den letzten Jahren bedeutende Erkenntnisse gesammelt werden.
Zentral für die derzeitige Behandlung der Alzheimer Demenz ist die Feststellung, dass es durch die Schädigung der Nervenzelle zu einem Mangel an einem Botenstoff mit dem Namen Acetylcholin kommt, den die Nervenzellen zur Kommunikation untereinander verwenden. Viele der derzeit verwendeten Medikamente (sog. Cholinesterase-Hemmer) zielen darauf, die Menge an dem Botenstoff Acetylcholin wieder anzuheben. Andere Medikamente beeinflussen einen anderen Botenstoff mit dem Namen Glutamat. Leider gibt es bislang keine Therapie, die in der Lage ist das Fortschreiten der Alzheimer-Demenz aufzuhalten. Auch sind die eingesetzten Medikamente oft mit einer Vielzahl von Nebenwirkungen behaftet.
Die Vaskuläre-Demenz
Auch für die Vaskuläre-Demenz ist entscheidend, dass in bestimmten Teilen des Gehirns die Nervenzellen geschädigt werden. Die Gründe unterscheiden sich jedoch von denen, die der Alzheimer-Demenz zugrunde liegen.
Die Entstehung dieser Form von Demenz liegt darin begründet, dass Gerinnsel aus zusammengelagerten Blutplättchen feinste Adern im Gehirn verschließen. Die Folge ist, dass einige Nervenzellen nicht mehr mit Blut versorgt werden und zugrunde gehen. Der Mechanismus könnte mit einer Aneinanderreihung vieler kleiner Schlaganfälle umschrieben werden. Daher ähneln sich auch die Risikofaktoren. Eine entscheidende Rolle spielen die gefäßschädigenden Wirkungen, die verursacht werden durch Faktoren wie das Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes sowie Bewegungsmangel.
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