Angststörung Studien

Angststörung

Was ist Angst?

Angst ist ein Gefühl, das jeder gesunde Mensch kennt. Sie soll uns warnen, uns aus gefährlichen Situationen herauszuhalten und uns somit schützen. Die Anzeichen der Angst können in körperliche und psychische unterteilt werden. Die Reaktionen des Körpers auf große Angst sind bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt. Die häufigsten Anzeichen sind Herzklopfen und erhöhter Pulsschlag, Schweißausbrüche, ein trockener Mund, Atembeschwerden, Übelkeit und Schmerzen im Brustraum.

Die psychischen Reaktionen sind insbesondere Gefühle von Schwäche, Schwindel und Benommenheit, manchmal entsteht auch der Eindruck alles in der Umgebung wäre unwirklich.

Neben der normalen Form der Angst gibt es psychischen Erkrankungen, bei denen die betroffenen Menschen Ängste erleben, die ein Gesunder in dieser Ausprägung nicht kennt. Allen Arten der Angststörungen ist gemeinsam, dass sie das Leben der Betroffenen schwer beeinträchtigen. 127 Millionen Menschen in Europa, mehr als ein Viertel der Bevölkerung, leiden an den zwölf häufigsten psychischen Erkrankungen, ein Drittel davon unter Ängsten und Panikattacken.

Die generalisierte Angststörung

Bei dieser Erkrankung leidet der Patient an einer diffusen Angst, die ihn dauerhaft begleitet. Die Gedanken der betroffenen Person kreisen ständig um Befürchtungen und Besorgnisse. Inhalte können die eigenen Gesundheit  oder die eines Angehörigen, die Partnerschaft, die finanzielle Situation und vieles mehr sein. Den Erkrankten ist oftmals bewusst, dass ihre Angst unbegründet oder übertrieben ist. Oft gehen mit der Angst Schlafstörungen und übergroße Nervosität einher.  Als Reaktion auf  ständige Verspannung der Muskeln können sich sogenannte Spannungskopfschmerzen entwickeln. Von einer generalisierten Angststörung wird  dann gesprochen, wenn dieser Zustand schon seit mindestens 6 Monaten andauert.

Die generalisierte Angststörung ist keine seltene Erkrankung. Meistens liegt der Krankheitsbeginn entweder im frühen Erwachsenenalter oder um das 40. Lebensjahr. Frauen sind statistisch doppelt so häufig betroffen als Männer.

Die Krankheit beginnt oft schleichend, so dass die betroffenen Personen erst sehr spät einen Arzt aufsuchen. Sie kann sich zu einem chronischen Leiden entwickeln. Oft wechseln sich Phasen stärkerer Angst mit solchen Phasen ab, in denen die Angst weniger stark ausgeprägt ist. Neben den direkten Belastungen durch die Erkrankung wirkt sie sich immens auf das alltägliche Leben aus. Den Betroffenen fällt es schwer Aufgaben im Alltag und Beruf zu bewältigen. Die generalisierte Angststörung kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Als Folge der generalisierten Angststörung können Begleiterkrankungen entstehen. Dazu gehören u.a. Suchtkrankheiten. Die Betroffenen versuchen durch den Konsum von Alkohol oder Rauschmitteln ihre Angst zu unterdrücken. Die Depression kann eine weitere Folgeerkrankung sein.

Die Panikstörung

Wichtigstes Merkmal der Panikstörung sind wiederholt auftretende Anfälle panischer Angst. Diese Anfälle ereignen sich in unspezifischen Situationen, die objektiv gesehen als nicht bedrohlich wirken. Der Betroffene kann eine Panikattacke im Voraus nicht erahnen. Dadurch entwickelt sich häufig eine „Angst vor der Angst", welche das Eintreten einer Panikattacke zusätzlich fördert.  Körperliche Symptome einer Panikattacke können Herzrasen, Schweißausbrüche, Schmerzen in der Brust, Atemnot, Übelkeit, Erbrechen und andere sein. Aufgrund auf dieser zum Teil sehr unspezifischen Beschwerden können leicht Fehldiagnosen gestellt werden (z.B. Herzinfarkt).

Die meisten Panikstörungen treten das erste Mal zwischen dem 20. und dem 30. Lebensjahr auf.  Unbehandelt kann die Krankheit einen chronischen Verlauf nehmen. Dies ist bei etwa der Hälfte der Erkrankten der Fall. Begleiterkrankungen können Depressionen und Suchterkrankungen sein. Die Panikstörung ist eng verknüpft mit einer weiteren Angststörung. Der Agoraphobie.

Die Agoraphobie

Die Agoraphobie ist eine Form der Angststörung. Es handelt sich um eine Angst vor bestimmten Orten. Es können Menschenansammlungen, enge Räume oder auch weite Flächen sein, vor denen sich der Betroffene fürchtet. Die Angst basiert auf der Vorstellung, diesem Ort nicht schnell genug entfliehen zu können oder peinlichen Situationen plötzlich ausgesetzt zu sein. Diese Befürchtungen können sich bis zu einer Panikattacke aufschaukeln. Als Konsequenz versuchen die Betroffenen die angstauslösenden Situationen zu meiden. Bei einigen Betroffenen geht die Angst so weit, dass sie sich in einem fortgeschrittenen Stadium der Krankheit nicht mehr trauen, das Haus zu verlassen.

Die spezifischen Phobien

Patienten mit einer spezifischen Phobie leiden unter einer massiven Angst vor Tieren (Schlangen, Spinnen, Katzen), großen Höhen, Blut, Spritzen, engen Räumen oder ähnlichen Faktoren. Die Ängste sind dabei so stark, dass ein großer Leidensdruck entsteht und die Betroffenen in ihrer Lebensführung deutlich eingeschränkt sind.

Die soziale Phobie

Menschen mit einer sozialen Phobie haben Angst vor Situationen, in denen sie das Gefühl haben von anderen Personen beobachtet und bewertet zu werden. Zusammenkünfte mit Menschen werden vermieden, aus Angst Erwartungen dieser Menschen nicht zu erfüllen und auf Ablehnung zu stoßen. Die Gefahr eines sozialen Rückzugs ist groß.

Die Entstehung der Angststörungen

Die Ursachen für die Entstehung einer Angststörung sind nicht eindeutig geklärt. Man geht davon aus, dass eine individuelle  Anfälligkeit gegenüber der Entwicklung einer Angststörung besteht. Diese sogenannte Vulnerabilität ist das Produkt von genetischen Faktoren und Einflüssen früher Kindheitserfahrungen. Liegt eine entsprechende Anfälligkeit vor, kann der Erkrankungsbeginn durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Dazu gehört insbesondere eine hohe Stressbelastung, wie z.B. Mobbing am Arbeitsplatz, Kündigung oder Konflikte mit dem Lebenspartner.


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