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Brustkrebs

Brustkrebs

Brustkrebs, auch Mammakarzinom genannt, ist der bei Frauen weltweit am häufigsten vorkommende bösartige Tumor. Er kann von den Milchgängen oder von den Milchdrüsen der Brustdrüse, die die Muttermilch sezerniert, ausgehen. Weltweit sterben jedes Jahr über 700.000 Frauen an Brustkrebs. Auch Männer können betroffen sein, jedoch äußerst selten. Neben der Heilung ist die Erhaltung der Brust erklärtes Therapieziel.


Aufbau der weiblichen Brust

Die weibliche Brust (lateinisch „mamma“) besteht aus Drüsen-, Fett- und Bindegewebe. Muskeln hat die Brust nicht, die Muskulatur liegt vielmehr hinter der Brustdrüse dem Brustkorb auf. Das Drüsengewebe der Brust bilden die Drüsenläppchen, in denen die Muttermilch gebildet wird, und die Milchgänge. Die Drüsenläppchen finden sich an der brustkorbnahen Seite der Brust. Von ihnen führen die Milchgänge zur Brustwarze, wo sie münden. Bindegewebsanteile machen die Brust elastisch und fest. Zwischen Drüsen- und Bindegewebe ist Fett eingelagert.

Risikofaktoren zur Krebsentstehung

Das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, ist nicht in jedem Lebensabschnitt gleich hoch. Jüngere Frauen sind seltener betroffen, erst vom 40. Lebensjahr an steigt das Risiko. Hinzu kommen innere und äußere, steuerbare und nichtsteuerbare Einflussfaktoren:

  • Vererbung:
  • Mutationen, sprich Veränderungen von Kontrollgenen des Zellwachstums, führen zu ungeregelter Zellteilung und Verlust gewebstypischer Eigenschaften. Die größte Bedeutung bei der Entstehung von Brustkrebs haben die Gene BRCA1 und BRCA2 (die Abkürzungen stehen für „breast cancer gene“). Liegt in einem dieser Gene eine Mutation vor, so erkranken 5-8% dieser Frauen.

  • Hormonelle Faktoren:
  • Da Brustkrebs in der Regel ein hormonabhängiger Tumor ist, führt ein frühes Einsetzen der Regelblutung bzw. eine spät eintretende Menopause zu einem erhöhten Risiko. Hormonpräparate zur Hormonersatztherapie bei Wechseljahrbeschwerden erhöhen das Risiko deutlich. Schwangerschaften und Stillen senken das Risiko. Die allgemeine Befürchtung, die Antibabypille würde das Erkrankungsrisiko erhöhen, hat sich nicht bestätigt.

  • Radioaktive und elektromagnetische Strahlung:
  • Generell erhöht die Exposition mit Ionisierender Strahlung das Brustkrebsrisiko. Die Dosis muss jedoch hoch sein. Vor der Einführung der Mammographie in das Programm der gesetzlichen Krebsfrüherkennung befassten sich Experten daher nochmal ausführlich mit dem Risiko und kamen zu dem Schluss, dass der Nutzen der Früherkennung gegenüber der möglichen Gefährdung überwiegt.

  • Stress:
  • Veränderungen im vegetativen Nervensystem, die während Stresssituationen angeworfen werden, können bei hoher Intensität und langer Dauer durchaus körperliche Schäden anrichten. Nachgewiesen ist die Rolle von Stress beispielsweise bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Für die Entstehung von Krebs konnten hingegen noch keine eindeutigen Zusammenhänge gefunden werden.

  • Lebensstil:
  • Frauen, die regelmäßig Alkohol trinken, erkranken häufiger als der Durchschnitt. Das Risiko steigt dabei mit der Menge. Ob der Einfluss eher über die ungünstige Energiebilanz von Alkohol entsteht oder, ob die Beeinflussung des Hormonspiegels eine Rolle spielt, ist nicht geklärt. Nicht durch Studien belegt, aber aus der Beobachtung größerer Bevölkerungsgruppen erwiesen, hat auch Rauchen einen negativen Einfluss auf die Entstehung von Brustkrebs. Bewegungsmangel und Übergewicht erhöhen ebenfalls das Risiko.


Wie wird Brustkrebs diagnostiziert?

Klinische Untersuchung: Brustkrebs bereitet im frühen Stadium keine Beschwerden oder Schmerzen. Dennoch gibt es einige Anzeichen, die auf Krebs hindeuten können. Bei der Selbstuntersuchung oder bei der klinischen Untersuchung beim Frauenarzt sollte eine knotige Stelle oder Verhärtung in der Brust auffallen. Weitere Zeichen können sein: Einziehung der Haut an einer Stelle oder Einziehung der Brustwarze, einseitige wasserklare oder blutige Absonderungen aus der Brustwarze, eine plötzliche, nicht mehr abklingende Hautrötung im Bereich der Brust, ein unterschiedliches Verhalten der Brust beim Heben der Arme oder auch Knoten in der Achselhöhle.

Bildgebung: Tastbefunde werden mit der Mammographie abgeklärt. Dies ist ebenfalls eine Methode zur Früherkennung. Es handelt sich dabei um Röntgenaufnahmen, die in zwei Blickrichtungen von der Brust gemacht werden. Durch Ultraschall können Zysten, also mit Wasser gefüllte Hohlräume, diagnostiziert werden. Die Kernspintomographie (MRT) der Brust wird nur für das invasive lobuläre Karzinom empfohlen, zur Abklärung der Resektionsgrenzen oder bei Verdacht auf mehrere Tumorherde.

Gewebeentnahme: Die Gewebeentnahme (Biopsie) testet einen positiven Mammographie- oder Ultraschallbefund auf Gut- oder Bösartigkeit. Dazu werden dem Tumor durch Stanzbiopsie Proben entnommen und auf Krebszellen untersucht. Die Stanzbiopsie findet unter örtlicher Betäubung statt. Falls der Tumor als bösartig erkannt wurde, werden die Gewebeproben auf weitere Aspekte untersucht, wie z.B. Rezeptorstatus und Entartungsgrad.


Klassifikation von Brustkrebs

Der Begriff „Tumor“ – das lateinische Wort für Schwellung - bezeichnet jede Art von Geschwulst, also sowohl bösartige wie auch gutartige. Beide Formen können in der Brust entstehen. Bösartig ist eine Tumorgeschwulst, sobald es sich der normalen Wachstumskontrolle des Körpers entzogen hat und in umliegende Gewebe einwächst. Hierbei können Tochtergeschwülste (Metstasen) über die Blut- oder Lymphbahn verteilt werden.

Der häufigste Tumortyp des Mammakarzinoms geht aus den Milchgängen der Brustdrüse hervor und wird als invasives duktales Karzinom (IDC) bezeichnet. Dieser Typ betrifft ca. 70-80% aller Mammakarzinome. Das invasive lobuläre Karzinom (ILC) geht von den Drüsenläppchen aus und ist mit 10-15% der zweithäufigste Tumortyp. Weitere, seltenere Typen sind das invasive tubuläre, muzinöse, medulläre, pappiläre Karzinom mit je ca. 2% Häufigkeit. Diese Tumortypen unterscheiden sich in ihrer klinischen Präsentation, ihrem Aussehen in den Bildgebungen und ihrer Prognose.

Die nicht-invasiven Karzinome Duktales Carcinoma in situ (DCIS) und Lobuläres Carcinoma in situ (LCIS) sind Vorstufen zu den oben genannten Karzinomen und dadurch definiert, dass sie noch nicht in umliegendes Gewebe eingebrochen sind.


Prognose

Sind die Lymphknoten in der Nachbarregion noch nicht von Krebszellen befallen, liegt die Heilungschance bei 85%. Dies spiegelt den hohen Stellenwert der Früherkennung wider.

Prognosefaktoren für den Brustkrebs sind die sogenannten St.-Gallen Kriterien. Diese beinhalten den Lymphknotenbefall, die Tumorgröße, den Differenzierungsgrad, den Einbruch in Lymph- oder Blutgefäße, den Rezeptorstatus und das Alter der Patientin. Ab einem Alter von 40 Jahren steigt das Risiko von niedrig auf ein mittleres, bei positiven HER2/neu – Rezeptorstatus ebenfalls. Eine Tumorgröße von mehr als 2cm erhöht das Risiko ebenfalls auf ein mittleres.


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