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Patient mit Krankheit Gesund

News

Südsee-Pflanze Kava wirkt bei Angstzuständen und Depressionen
(ClinLife, 03.06.2009)

An der University of Queensland, Australien, haben Wissenschaftler in einer Placebo-kontrollierten Studie festgestellt, dass Medikamente mit dem Extrakt aus der Kavapflanze gute Wirksamkeit bei der Behandlung von Angstzuständen und Depressionen zeigen.
Der Extrakt wurde in den USA und Europa als Sedidativum verkauft und 2002 aufgrund angeblicher Lebertoxizität verboten.
Die Plazebo-kontrollierte Studie weist Kava nun als effektives und sicheres Behandlungsmittel bei chronisches Angstzuständen und Depressionen aus. Das Pflanzenextrakt soll weniger Abhängigkeit und Nebenwirkungen verursachen.
Wenn das Medikament sachgerecht angewendet wird, soll es ein sehr geringes Risiko für Leberprobleme darstellen.

Quellenangabe: Pressetext

Erweiterte Zulassung für Seroquel®
(ClinLife, 03.06.2009)

Seit Januar 2009 ist das atypische Neuroleptikum Seroquel® (Quetiapinhemifumarat) in Deutschland durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medzinprodukte (BfArM) zusätzlich für die Behandlung von schweren depressiven Episoden bei bipolaren Störungen zugelassen. In Österreich wurde ebenfalls vor kurzem eine Zulassung erteilt. Für die Schweiz wird sie im Herbst 2009 erwartet.

Erstmals wurde das Medikament 2000 für die Behandlung der Schizophrenie in Deutschland zugelassen. Im Jahre 2004 wurde die Zulassung für mäßige bis schwere manische Episoden einer bipolaren Störung erweitert.

Die Erweiterung des Indikationsbereichs in diesem Jahr stützt sich auf zwei Studien ( BOLDER I und II Studien), in denen belegt werden konnte, dass Seroquel® im Vergleich zu Placebo signifikante Verbesserung der Symptomatik bewirkt. Durch die Behandlung konnten die Kernsymptome der Depression wie Traurigkeit, pessimistische Gedanken, Schlaflosigkeit, Gefühllosigkeit und Selbstmordgedanken abgeschwächt werden.


Quellenangabe: www.Journalmed.de

ClinLife 2009 – Jetzt europaweit, USA & Kanada!
(ClinLife, 13.01.2009)

Seit Ende des Jahres 2008 ist ClinLife in 8 weiteren europäischen Ländern, den USA und Kanada online. ClinLife erweitert hiermit seinen Service auf insgesamt 14 Länder in Europa und Nordamerika.

Die Portale in Deutschland, Großbritannien, Österreich und der Schweiz verzeichneten 2008 mehr als 1 Million Besucher, über 50.000 Patienten und Probanden haben sich registriert und 15.000 davon wurden an die Prüfzentren weitergeleitet.

Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis ClinLife endgültig paneuropäisch wird:

„Aufgrund der Erfolge in den letzten 3 Jahren in Deutschland, Großbritannien, der Schweiz und Österreich, haben unsere Kunden angeregt, ClinLife auch in weiteren Ländern einzuführen. Dies haben wir in einer Rekordzeit von nur 6 Monaten bis Ende 2008 umgesetzt und ClinLife in 10 weiteren Ländern gestartet. Die ersten Resultate übertreffen unsere Erwartungen bei weitem. Klinische Studien werden global durchgeführt und dabei wollen wir unsere Kunden auch unterstützen." erklärt Michael Stadler, Geschäftsführer der Clariness Holding AG..

Beeindruckende Ergebnisse in den neuen Ländern:

Bereits kurz nach dem Start in den neuen europäischen Ländern zeichnete sich ab, dass ClinLife Deutschland erfreulicherweise mit erheblicher interner Konkurrenz zu rechnen hatte. Allein über ClinLife Polen wurden in wenigen Wochen ähnlich hohe Anmeldezahlen realisiert wie in Deutschland oder UK. In Frankreich, den Niederlanden und Spanien wurden ebenfalls beeindruckende Ergebnisse erzielt. Damit wurde deutlich, dass es sich bei ClinLife um ein international einsetzbares Produkt handelt, um die Patientenrekrutierung in ganz Europa via Internet zu beschleunigen. Ein weiterer erfreulicher Aspekt ist, dass die Kosten für die Rekrutierung pro Patient wesentlich tiefer liegen als beim Einsatz klassischer Zeitungsanzeigen.

ClinLife in den USA & Kanada online:

Hintergrund für den zusätzlichen Sprung über den Atlantik waren bestehende Kundenaufträge, für die Clariness bereits die Rekrutierung in Europa übernommen hatte. Schon nach wenigen Monaten wurde unseren Kunden klar, dass die europäischen Sites einen immensen Vorsprung bei der Rekrutierung von Studienteilnehmern entwickelt hatten. Das Erfolgsrezept ClinLife wurde exportiert und wird zukünftig sowohl in den USA als auch in Kanada eingesetzt.

Im Auftrag und in Kooperation mit international forschenden Pharma- und Biotech-Unternehmen, sowie Medizingeräteherstellern, hat ClinLife mehr als 500 klinische Studien in 40 unterschiedlichen Indikationsgebieten betreut und veröffentlicht.

Der Nutzen einer strategisch geplanten und zentral organisierten Patientenrekrutierung ergibt sich aus einer schneller und erfolgreich beendeten Studie.

Verhaltensänderung in fünf Phasen
(ClinLife, 05.12.2008)

Für die psychotherapeutische Behandlung des Tinnitus ist die Mitarbeit des Patienten von ausschlaggebender Bedeutung. Die Therapie ziehlt auch darauf ab, das Verhalten der Patienten zu ändern, um Auslöser des Tinnitus zu mindern und die Wahrnehmung zu modifizieren. Die Bereitschaft, eingefahrene Verhaltensweisen zu ändern, ändert sich typischerweise in fünf bestimmten, umschriebenen Phasen.
Diese Phasen hat eine Forschugnsgruppe des Instituts für medizinische Psychologie am Universitätsklnikum Hamburg-Eppendorf seit 2004 unter der Leitung von Dr. Carsten Maurischat untersucht. Die Phasen sind: Sorglosigkeit (Precontemplation); Bewusstwerden (Contemplation); Vorbereitung (Preparation); Handlung (Action); Aufrechterhaltung (Maintenance). Um diese Stadien bei Tinnitus-Patienten zu erfassen, wurde ein Fragebogen für Schmerzpatienten modifiziert (Freiburger Fragebogen zu Stadien der Veränderung bei Tinnitus (FF-STATI)). In die Modifikation flossen auch Parameter wie Lebensqualität, seelisches Befinden, Krankheitsanamnese, Komorbiditäten im Bereich Ängstlichkeit und Depression sowie die aktuelle Beeinträchtigung ein. Mit diesem Fragebogen steht Psychologen ein Werkzeug zur raschen Erfassung der Motivationslage seines Tinnitus-Patienten zur Verfügung, so dassß die Psychotherapie effektiv ansetzen kann.

 

Musiker erleiden häufig Hörbeschwerden
(ClinLife, 05.12.2008)

Klassische Musiker leiden überdurchschnittlich häufig an Hörbeschwerden wie Tinnitus, Gehörminderung oder Geräuschüberempfindlichkeit. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie aus Finnland. Demnach leiden 15% aller klassischen Musiker unter dauerhaftem Hörverlust (Bevölkerungsdurchschnitt: 2%). 41% der Orchestermusiker und 18% der Kammermusiker leiden zeitweilig unter akutem Tinnitus (Bevölkerungsdurchschnitt: 15%).
Die Ursachen hierfür sind vielfältig: zum einen sei der Beruf des Orchestermusikers besonders stressig, so dass körperlicher und psychischer Stress aus auslösender Faktor der Hörbeschwerden in Frage komme.
Zum anderen sei die Lautstärke mancher Instrumente besonders hoch (Kontrabass bis 83dB, Flöte, Pauke: bis 95dB). Lautstärken über 85dB gelten generell als gesundheitsschädigend; insofern sei die Arbeit als Orchestermusiker zeitweise gesundheitsschädlich. Gehörschutzmaßnahmen würden zu weinig eingesetzt, weil dies das Zusammenspiel der Musiker beeinträchtige.

Coenzym Q10 gegen Tinnitus?
(ClinLife, 05.12.2008)

Das Coenzym Q10 (Unichinon) ist ein Wirkstoff, der bei der Zellatmung (genauer: der oxydativen Phosphorylierung) eine wichtige Rolle spielt. Es ist bei ausgewogener Ernährung in ausreichender Menge im Körper verfügbar. Ein Mangel an Coenzym Q10 tritt bei körperlichem Streß, Krankheit, Alkoholmißbrauch und Rauchen sowie bei der Einnahme von Statinen (Medikamente zur Verbesserung der Blutfettwerte) auf. Als Zusatzstoff in Hautcremes soll Coenzym Q10 angeblich Alterungsprozesse mindern.
An der HNO-Klinik der Berliner Charité hat eine Argeitsgruppe nun in einer Pilotstudie (A pilot clinical trial of the effects of coenzyme Q10 on chronic tinnitus aurium, nach: Otolaryngol Head Neck Surg. 2007 Jan;136(1):72-77) untersucht, ob Coenzym Q10 auch die Beschwerden bei chronischem Tinnitus mindert.
In einem 16wöchtigen klinischen Versuch wurde 20 Tinnitus-Patienten Coenzym Q10 verabreicht, bis ein Serumanstieg an Coenzym Q10 meßbar war. Anhand von standardisierten Fragebögen wurden eventuelle Änderungen der Tinnitus-Beschwerden der Patienten unter dieser Medikation erfasst. Die Resultate seien, so die Autoren, ermutigend: bei sieben Patienten sanken die Tinnitus-Beschwerden deutlich. Da die Studie jedoch nicht doppelblind durchgeführt wurde (es wurden keine Scheinmedikamente an eine Teilgruppe verabreicht, und die beteiligten Studienärzte wußten dies), müsste die Aussagekraft der Resultate, auch angesichts der Tatsache, daß Tinnitus eine starke psychische Komponente hat, in weiteren Studien überprüft werden.

Unfallversicherung muss bei Tinnitus zahlen:
(ClinLife, 05.12.2008)

Laut einem Urteil vom Juli 2005 des Oberlandesgerichtes Koblenz ist die private Unfallversicherung zur Zahlung verpflichtet, sollte ein durch das Unfallereignis auftretender Tinnitus diagnostiziert werden. Zuvor begründeten „psychische Verletzungen“ nach einem Unfall keinen Zahlungsanspruch gegenüber der privaten Unfallversicherung. In der gesetzlichen Unfallversicherung hingegen wird ein Tinnitus als Unfallfolge grundsätzlich entschädigt.

Quellenangabe: das Urteil des Oberlandesgerichts Koblenz finden Sie unter: Juraforum

Botox gegen Tinnitus – Nervengift lähmt Ohrgeräusche
(ClinLife, 05.12.2008)

Bei der kosmetischen Behandlung von Patienten mit dem Botulinustoxin A, besser bekannt als Botox, das zur Minderung von Mimikfalten eingesetzt wird, stellte sich heraus, dass bei einigen Patienten eine Linderung der Ohrgeräusche des Tinnitus auftrat. Am Tinnitus-Forschungszentrum in Düsseldorf wird nun erforscht, ob dieses Ergebnis Zufall ist oder ein echter Zusammenhang zwischen Botox und Tinnitus besteht. Bei einer Studie ergab sich eine Erfolgsquote von 70% bei der Behandlung des Tinnitus mit Botox.

Quellenangabe: Den gesamten Artikel finden Sie hier: Ohrfrei-News

Überaktive Helferzellen der Gehörentwicklung als Tinnitus-Auslöser
(ClinLife, 05.12.2008)

Wissenschaftler der Universität in Baltimore haben herausgefunden, dass bei der Gehörentwicklung von Kindern sogenannte Helferzellen eine wichtige Rolle spielen. Diese senden unabhängig von akustischen Reizen elektrische Signale aus, um die Weiterleitungsmechanismen des Gehörsystems zu trainieren. Normalerweise geben sie diese Aktivität auf, sobald die Ausbildung des Gehörs abgeschlossen ist. Diese Zellen werden bei einem Tinnitus wieder aktiviert und können die Ohrgeräusche auslösen.
Diese Forschungsergebnisse können nun als Grundlage für die Entwicklung neuer Therapieformen verwendet werden.

 

Quellenangabe: Meldung zuerst veröffentlicht im November 2007 in Nature (2007, 450: 50-55)

Transkranielle Magnetstimulation als Therapieverfahren bei chronischem Tinnitus
(ClinLife, 05.12.2008)

Das Tinnituszentrum der Universität Regensburg erforscht derzeit die Wirksamkeit der transkraniellen Magnetstimulation (rTMS) zur Milderung eines chronischen Tinnitus.
Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass bestimmte Formen des chronischen Tinnitus auf eine Hyperaktivität bestimmter Hirnregionen zurückzuführen seien. Bei der rTMS werden von außen über eine an dem Kopf angelegte Spule wiederholt kurz andauernde Magnetimpulse erzeugt, um bestimmte Regionen des Gehhirns zu stimulieren und somit die abnormale Hyperaktivität zu reduzieren. Die Wissenschaftler bezeichnen ihre Therapie als repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS). »Bisher besserten sich die Ohrgeräusche bei den meisten Patienten«, berichtet Dr. med. Tobias Kleinjung (Leiter der HNO-Klink der Universität Regensburg), »teilweise auch für einen längeren Zeitraum.« Mit ihren Studien hoffen die Wissenschaftler, neue Einblicke in die Entstehung des chronischen Tinnitus zu gewinnen.

Beta-Blocker kein Risikofaktor für Schuppenflechte
(ClinLife, 14.11.2008)

Verschiedene Untersuchungen legten die Vermutung nahe, dass Beta-Blocker (Medikamente die häufig zur Behandlung von Bluthochdruck und Herzschwäche eingesetzt werden) das Risiko erhöhen an Urtikaria zu erkranken. Eine neue Studie aus Großbritannien kommt nun zu dem Ergebnis, dass dies nicht der Fall ist. In dem Ergebnis der Studie, in der mehr als 36 000 Menschen mit Schuppenflechte und die gleiche Anzahl an Gesunden miteinander verglichen wurden, fand sich auch kein Hinweis, dass andere Blutdrucksenker das Urtikaria-Risiko erhöhen.

Quellenangabe: Ingentaconnect

Neue Leitlinie zur Behandlung von Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern
(ClinLife, 14.11.2008)

Eine Leitlinie für die Betreuung von Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern hat die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie vorgestellt. Die kardiologischen Fachgesellschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben sie zusammen mit den entsprechenden Kompetenznetzen und Patientenorganisationen erstellt.

Quellenangabe: Ärzteblatt

Herzinsuffizienz: Rhythmuskontrolle bei Vorhofflimmern ohne Vorteile
(ClinLife, 14.11.2008)

Die Etablierung eines Sinusrhythmus ist das Ideal in der Behandlung des Vorhofflimmerns. Doch diese Rhythmuskontrolle erzielte in einer Studie an Patienten mit Herzinsuffizienz, die jetzt im New England Journal of Medicine (2008; 358: 2667-2677) publiziert wurde, nicht die erhoffte Wirkung. Die Prognose der Patienten war nicht besser als nach einer Frequenzkontrolle, bei der lediglich die Schlagrate des Herzens gesenkt wird.
Zwischen 10 und 50 Prozent aller Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz haben ein Vorhofflimmern, das gleichzeitig Ursache und Folge der Herzinsuffizienz sein kann. Die Kardiologen sind sich einig, dass die unkoordinierte Füllung der Ventrikel und die Tachykardie den Patienten mit eingeschränkter Pumpfunktion zusätzlich schaden. Es fehlt deshalb nicht an Bemühungen, den Sinusrhythmus wieder herzustellen.

Quellenangabe: Ärzteblatt

Bei Vorhofflimmern haben Frauen gehäuft Schlaganfälle
(ClinLife, 14.11.2008)

Frauen mit Vorhofflimmern bekommen unabhängig vom Alter häufiger Schlaganfälle und thromboembolische Ereignisse als Männer. Ein einfacher Fragetest hilft, das Schlaganfall-Risiko abzuschätzen und erleichtert die Entscheidung für eine Therapie mit Antikoagulanzien. Vorhofflimmern ist bei Frauen die häufigste Ursache für schwere Schlaganfälle, sagt Dr. Christa Gohlke-Bärwolf vom Herzzentrum in Bad Kreuznach. So bekommen Frauen etwa in der Framingham-Risk-Score für das Fünf-Jahres-Schlaganfall-Risiko bei Vorhofflimmern allein wegen des Geschlechtes sechs Punkte mehr als Männer, berichtete Gohlke-Bärwolf beim Kardiologen-Kongress in Mannheim.

Quellenangabe: Ärzte Zeitung

Absetzen von Phenprocoumon bei Zahn-OP oft nicht nötig
(ClinLife, 14.11.2008)

Vor einem ambulanten zahnärztlichen oder auch kieferchirurgischen Eingriff kann die orale Antikoagulation bei Gerinnungspatienten praktisch immer beibehalten werden. Darauf hat der Kieferchirurg Dr. Hajo Peters aus Stuttgart hingewiesen.
"In diesem Punkt gibt es immer noch erhebliche Verunsicherung bei Hausärzten, Kardiologen und Zahnärzten gleichermaßen", betonte Peters bei einem Expertengespräch des Bundes Niedergelassener Kardiologen in Berlin. So passiere es immer noch, dass selbst bei blutfreien Eingriffen wie einer Wurzelkanalbehandlung oder auch bei klassischen Füllungstherapien eine überbrückende Behandlung (Bridging) mit Heparinen gemacht werde. "Das ist völlig unnötig", so Peters.

Quellenangabe: Ärzte Zeitung

Neues zu den Genetische Grundlagen der Psoriasis
(ClinLife, 14.11.2008)

Wissenschaftler der Washington University School of Medicine in St. Louis haben sieben weit verbreitete Variationen der DNA gefunden, die das Risiko an Psoriasis zu erkranken deutlich erhöhen. Die Erkenntnisse könnten helfen die Ursachen der Erkrankung besser zu verstehen und so die Tür zur Entwicklung besserer Behandlungsmöglichkeiten öffnen. "Weit verbreitete Krankheiten wie die Psoriasis sind auf der genetischen Ebene unwahrscheinlich komplex" sagt die Studienleiterin Anne Bowcock, Professorin der Abteilung für Genetik der Washington University School of Medicine. "Unsere Forschung zeigt, dass kleine aber weit verbreitete Unterschiede in der DNA wichtig für die Entstehung der Psoriasis sind. Auch wenn jede einzelne Gen-Variation nur einen kleine Beitrag zu der Erkrankung leistet, sorgt die Gesamtheit der genetischen Variationen der Patienten für ein erhöhtes Psoriasis- und Arthritis-Risiko". In der Studie verglichen die Wissenschaftler die DNA von erkrankten Menschen mit der von Gesunden. Eine weitere größere Studie soll nun folgen um weitere entscheidende Variationen zu entdecken.

Quellenangabe: WashingtonPost.com

Mit Laser-Therapie zur Heilung?
(ClinLife, 04.11.2008)

Die Therapie der als nicht heilbar geltenden Ohrgeräusche ist außerordentlich schwierig. Das weiß auch Lutz Wilden, der die so genannte Low-Level-Laser-Therapie entwickelt hat. Der Allgemeinarzt aus Bad Füssing setzt auf die hoch dosierte Bestrahlung des Innenohrs mit kaltem Laserlicht. Das Laserlicht mit Wellenlängen zwischen 630 und 830 nm soll die Produktion von Adenosin-Triphosphat (ATP) anregen. Der körpereigene Stoff sei der Schlüssel für die natürliche, beschleunigte und heilende Regenerierung der Gehörzellen, so Wilden.

"Die Sinneszellen im Innenohr nutzen das Laserlicht wie Sonnenkollektoren, um verstärkt ATP zu produzieren", erläutert der Arzt. Mit einer eigenen Studie mit über 5 000 Patienten will Wilden nachgewiesen haben, dass mit dem Verfahren neben Tinnitus auch Hörüberempfindlichkeit, Druck im Ohr, Schwindel, Morbus Menière und sogar bei Hörverlust eine "oft verblüffende Besserung" erreicht werden könne.

"Nach der insgesamt fünfstündigen Behandlung wird selbst bei chronischen und austherapierten Tinnitus-Patienten eine durchschnittliche Hörverbesserung um 20 Prozent erzielt", berichtet der Arzt, der den Laser inzwischen für den Hausgebrauch auf den Markt gebracht. Kostenpunkt: 3 037 Euro. Für die Lasertherapie in seiner Praxis berechnet Wilden 200 Euro pro Stunde.

Bei der Deutschen Tinnitus-Liga (DTL) ist man allerdings eher skeptisch. Es gebe keine nachvollziehbaren, objektiven Daten. In einer Stellungnahme der DTL heißt es: Die Studiendaten seien nicht geeignet, einer Prüfung nach wissenschaftlichen Kriterien standzuhalten. Geschilderte Einzelfälle reichten nicht aus, um Kriterien zu erfüllen, die von der Wissenschaft und von den Kostenträgern für eine nachgewiesene Wirksamkeit gefordert werden. Lutz Wilden widerspricht dem, und verweist auf seine durch Vorher-Nachher-Audiometrie erhobenen Messergebnisse.

Quellenangabe: Handelsblatt

Verantwortliche Zellen entdeckt?
(ClinLife, 04.11.2008)

Forscher der John Hopkins School of Medicine fanden womöglich die Zellen, die für den Tinnitus verantwortlich sind. Sie gehören zu einem System, das Säugetieren das Hören beibringt.

Babies können schon vor ihrer Geburt hören. Spezielle Zellen in ihren Ohren trainieren das Gehirn vorab, die akustischen Signale richtig zu verarbeiten. Das Team um Dwight E. Bergles vermutet, dass dieses System auch für Tinnitus verantwortlich sein könnte.

Bislang ging man davon aus, dass die kleinen Helferlein keine besondere Funktion erfüllen - in erwachsenen Tieren verhalten sie sich unauffällig. In den Ohren junger Ratten gaben die Hilfszellen jedoch rege elektrische Signale von sich, berichten Bergles und Kollegen. Diese Impulse liefen zu den benachbarten Haarsinneszellen, die für das eigentliche Hören verantwortlich sind. Dort sorgten die elektrischen Reize für eine Reaktion, als ob das Gehör tatsächlich einen Ton vernommen hätte - so trainierten die Hilfszellen das Gehirn.

"Es wurde schon lange vermutet, dass Nervenzellen, die das Gehörorgan mit dem Gehirn verbinden, Töne oder andere Reize erleben müssen, um ihren Weg zum richtigen Hirnbereich zu finden", sagte Bergles. Anscheinend seien dafür die Hilfszellen verantwortlich - sie spielen dem Gehirn verschiedene Töne vor, die es nicht wirklich gibt.

Sobald das Gehör funktioniert, schalten sich die Hilfszellen ab. Später könnten sie jedoch erneut Töne vorgaukeln, so die Neurologen. Sehr laute Geräusche sorgen nach Erkenntnissen der Forscher dafür, das im Ohr Signalstoffe ausgeschüttet werden, die die Hilfszellen anschalten. Tinnitus oder ein Rauschen im Ohr könnten dann die Folge sein.

Quellenangabe: Medical Tribune

Warum Hörschäden zum Tinnitus führen
(ClinLife, 04.11.2008)

Tinnitus entsteht in der Hörbahn des zentralen Nervensystems. Bei Tieren wurde tinnitusartige Aktivität von Nervenzellen – so genannte Hyperaktivität - unter anderem im dorsalen cochlearen Nukleus (DCN) gefunden, der ersten Verarbeitungsstufe für akustische Informationen. Nervenzellen des DCN empfangen Signale direkt aus dem Hörnerv und reagieren darauf mit neuronalen Entladungen - man sagt, sie „feuern“.

Aber auch ohne akustische Reize sind die Zellen des Hörnervs und der Hörbahn aktiv, sie feuern spontan mit einer bestimmten Rate, der „spontanen Feuerrate“ - vergleichbar mit dem Hintergrundrauschen elektronischer Geräte. Verschiedene Studien zeigen, dass Hörverlust die spontane Aktivität von Nervenzellen im DCN erhöhen kann und dass dies von Tieren als eine Art Tinnitus wahrgenommen wird.

In einem theoretischen Modell erklären Roland Schaette und Richard Kempter vom Bernstein Zentrum für Computational Neuroscience und der Humboldt-Universität zu Berlin erstmals den Zusammenhang zwischen Hörverlust und Tinnitus.

Nach Hörverlust reagieren der Hörnerv und die Neurone entlang der Hörbahn nur noch auf laute Geräusche, für leisere Geräusche unterhalb der erhöhten Hörschwelle feuern sie spontan. Viele Neurone sind dadurch insgesamt weniger aktiv. Dies könnte einen Mechanismus namens „homöostatische Plastizität“ aktivieren, der dafür sorgt, dass Neurone weder zu viel noch zu wenig Aktivität zeigen.

Ist die durchschnittliche Aktivität der Neurone zu niedrig, steigert Homöostase ihre Sensitivität. Wie die Wissenschaftler in ihrem Modell zeigen konnten, reagieren die Neurone dadurch sehr viel stärker auf die Aktivität des Hörnervs, insbesondere steigen ihre spontanen Feuerraten an. Wie Schaette und Kempter außerdem in ihrem Modell demonstrieren, trifft dieser Mechanismus aber nur auf bestimmte Typen von Neuronen zu - so zum Beispiel auf so genannte Typ III Neurone des DCN. Diese Neurone werden von Schall vornehmlich aktiviert. Nach Hörverlust sinkt daher zunächst ihre durchschnittliche Aktivität und der oben beschriebene Mechanismus setzt ein: die Homöostase muss gegensteuern, um die Aktivität wieder anzuheben, was dann auch die spontane Feuerrate erhöht.

Quellenangabe: Scinexx

Wirkung von Musiktherapie nachweisbar
(ClinLife, 04.11.2008)

Eine von der Klaus Tschira-Stiftung finanzierte, interdisziplinäre zweijährige Studie hat den neurowissenschaftlichen Wirkungsnachweis von Musiktherapie bei chronischem Tinnitus erbracht.

Die eigentliche Sensation: Die Forschergruppe konnte erstmals durch bildgebende Verfahren die Wirkung des musiktherapeutischen Behandlungskonzepts bei Tinnitus auf neurowissenschaftlicher Ebene nachweisen.

Christoph Krick von der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie des Universitätsklinikums des Saarlandes in Homburg, der zusammen mit Volker Bolay, Dekan der Fakultät für Musiktherapie, Universität Heidelberg, den Preis stellvertretend für das Forscherteam entgegennahm, zeigte, dass die mikroanatomischen Veränderungen im Gehirn eindeutig mit der Linderung der klinischen Symptome in Zusammenhang stehen.

"Die Kernspinaufnahmen weisen darauf hin, dass durch die Musiktherapie jene Gehirnareale angesprochen werden, die im Verdacht stehen, die krankhafte Verstärkung der klinisch relevanten Symptome zu vermitteln", sagte Krick.

Der mit 5.000 Euro dotierte Sigrid und Viktor Dulger Preis 2008 ging daher an das Forscherteam der Klinik für Neuroradiologie, Universitätsklinikum des Saarlandes, an die Fakultät für Musiktherapie der SRH Hochschule Heidelberg, das Deutsche Zentrum für Musiktherapieforschung und die Hals-Nasen-Ohrenklinik der Universität Heidelberg.

Quellenangabe: LifGen

Progestin in oralen Kontrazeptiva wirkungsvoll
(ClinLife, 17.10.2008)

Ein hoher Spiegel an Testosteron führt bei Frauen zur Entstehung von Akne. Unter anderem sind niedrige Spiegel an Sexualhormon- bindendem Globulin (SHBG) für einen hohen Testosteronspiegel mitverantwortlich. Orale Kontrazeptiva (Anti-Baby-Pille) setzten den Testosteronspiegel herab, womit auch die Talgproduktion abnimmt. Studien haben gezeigt, dass vor allem das Hormon Progestin in oralen Kontrazeptiva den Testosteronspiegel am effizientesten senken.

Quellenangabe: Pubmed

Neues Behandlungskonzept durch Unterdruck
(ClinLife, 17.10.2008)

Ein neues Verfahren in der dermatologischen Laserbehandlung ist die photopneumatische Therapie (PPX).Hierbei wird die Haut mit einem Unterdruck angesaugt, wodurch die zu behandelnden Hautveränderungen und die Talgdrüsen an die Hautoberfläche gelangen. Zusätzlich wird der Abstand zum Laser verkleinert, wodurch effizienter und mit weniger Energie gearbeitet werden kann. Die Behandlung ist schmerzlos, sicher und schnell. Die photopneumatische Therapie erzielt in 90% der Fälle sehr gute Ergebnisse. Allerdings ist diese Form der Therapie mit einem hohen Kostenaufwand verbunden.

Quellenangabe: Pubmed

Rotes und blaues Licht gegen Akne vulgaris
(ClinLife, 17.10.2008)

Blaues Licht ist effektiv im Kampf gegen die Akne, da es das Propionibakterium acnes zerstört, das unter anderem für die Entstehung der Akne verantwortlich ist. In Kombination mit rotem Licht kann zusätzlich die Talgproduktion der Talgdrüsen herabgesetzt werden. In einer Studie, die von Forschern in Seoul durchgeführt wurde, stellte sich heraus, dass eine Phototherapie mit rotem und blauem Licht zu sichtbaren Erfolgen führt. 24 Patienten mit milden bis schweren Formen der Akne wurden 4 Wochen lang mit der Phototherapie behandelt. Dabei zeigte sich bei 14 Patienten ein deutlich glatteres Hautbild und eine gesunde Hautfarbe. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese Form der Behandlung eine sehr effektive, schmerzlose und sichere Methode ist, um die Akne zu bekämpfen.

Quellenangabe: Pubmed

Bewegung stärkt auch ein schwaches Herz
(ClinLife, 17.10.2008)

Das Apothekenmagazin Diabetiker Ratgeber (10/ 2007) berichtet, das auch Menschen mit einem schwachen Herzen in Bewegung bleiben sollten. Nur diejenigen mit einer NYHA-Klassifikation 4, die also auch ohne körperliche Belastung an Luftnot leiden, sollten jede Anstrengung vermeiden. Der Sportmediziner und Ärztliche Leiter eines Reha-Zentrums in Bad Nauheim empfiehlt Herzpatienten zunächst einmal alle Bewegungsmöglichkeiten im Alltag zu nutzen, etwa spazieren zu gehen, die Einkäufe zu Fuß zu erledigen und Treppen zu steigen, statt den Aufzug zu benutzen. Aber auch regelmäßiger, gut dosierter Sport ist nicht ausgeschlossen. Neuere Studien zeigen, dass eine Belastung nahe der maximalen Pulsfrequenz ist nicht erforderlich sei, um die körperliche Leistung zu steigern. Schon ein zehnminütiger Spaziergang oder eine kleine Radtour zweimal in der Woche verbessern bei vielen Patienten die Leistungsfähigkeit.

Quellenangabe: Paradisi.de

Gentherapie – neue Behandlungsform bei Herzinsuffizienz?
(ClinLife, 17.10.2008)

Laut Bericht des Deutschen Ärzteblattes (Jahr 2007) ist es Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Heidelberg gelungen mittels Genforschung die Bauanleitung für ein entscheidendes Protein (S100A1) in die Muskelzellen einzubringen, welches die Kontraktionskraft insbesondere im Herzen erhöht. Bei der Herzinsuffizienz wird S100A1 nicht mehr in ausreichender Menge gebildet. Im Vergleich zur Behandlung mit Betablockern soll die Gentherapie besser wirken und sogar die myokardiale Hypertrophie (Herzvergrößerung) zurückbilden.

Quellenangabe: Ärzteblatt

Telemedizin: Frühwarnsystem für Patienten mit Herzinsuffizienz
(ClinLife, 17.10.2008)

Das Deutsche Ärzteblatt (03/ 2007) berichtet vom „Partnership for the Heart", ein seit Mitte 2007 für ein Jahr laufendes Projekt, in dem ein telemedizinisches System zur Betreuung von Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz erprobt werden soll. 450 Patienten nehmen an dieser Studie teil. Entwickelt wurde ein leicht bedienbares mobiles System, mit dem Patienten relevante Vitalparameter, wie Blutdruck, Gewicht und EKG, von zu Hause und unterwegs per Mobilfunk-PDA übertragen. Diese Daten gelangen an ein telemedizinischenes Zentrum und werden von medizinischen Fachleuten zeitnah geprüft, die dort rund um die Uhr auf auffällige Messwerte reagieren und evtl. notwendige Maßnahmen wie z.B. die Überweisung in eine Klinik einleiten können. In einer Begleitstudie wird untersucht, ob sich hierdurch die Lebensqualität verbessert und sich Krankenhausaufenthalte und Sterblichkeitsrate verringern. Gefördert wird dieses Projekt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und einem Industriekonsortium bestehend aus mehreren Firmen.

Quellenangabe: Ärzteblatt

Erfolgreiche postexpositionelle Prophylaxe mit Hepatitis A-Impfstoff
(ClinLife, 17.10.2008)

Eine US-amerikanische Studie hat ergeben, dass nach der Infektion mit dem HA-Virus nicht nur, wie bisher angenommen eine sofortige Gabe von Antikörpern, sondern auch eine zügige Impfung gegen HBA von therapeutischem Nutzen ist. Vorausgesetzt die Impfung erfolgt innerhalb kürzester Zeit, so kann sich die körpereigene Abwehr schon nach ca. 10-12 Tagen die Vermehrung der Viren bekämpfen.  Die Symptome der Viruserkrankung treten in der Regel erst nach mehr als 15 Tage auf. Also erst wenige Tage später als die Reaktion des Immunsystems.

Bald neue Medikamente gegen Hepatitis C-Virus
(ClinLife, 17.10.2008)

Neue Erkenntnisse über die Funktionsweise bestimmter Enzyme, der so genannten Helicasen ("Hel308"), die essentiell in der Vermehrung von Zellen und Viren sind, könnten nun helfen, wirkungsvollere Medikamente, etwa gegen das Hepatitis C-Virus, zu entwickeln. Denn Helikasen sind wichtige Zielenzyme bei der Entwicklung von Inhibitoren, also Hemmstoffen gegen Krankheiten wie Hepatitis C. (idw - Universität München, 12.06.2007 - DLO) Veröffentlichung:
„Structural basis for DNA duplex separation by a superfamily 2 helicase", Karl-Peter Hopfner, Katharina Büttner, Sebastian Nehring, Nature Structural & Molecular Biology.

Quellenangabe: www.uni-muenchen.de

Neues Medikament für Patienten mit Hepatitis C und einer zu niedrigen Blutplättchenanzahl
(ClinLife, 17.10.2008)

Die Behandlung mit antiviralen Medikamenten  kann die Anzahl der Blutplättchen stark reduzieren und dadurch schwerwiegende Komplikationen wie u.a. Blutungen hervorrufen. Die Behandlung muss in solchen Fällen vorzeitig abgebrochen werden. Abhilfe verschafft jetzt ein neues Medikament, Eltrombopag. Dieser orale Wachstumsfaktor führt zu einem starken Anstieg der Blutplättchenanzahl, so dass die antivirale Therapie vollständig oder zumindest länger durchgezogen werden kann.

Die Nebenwirkungen dieses neuen Medikaments sind u.a. Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Bauchschmerzen und Übelkeit. Keine der beobachteten Nebenwirkungen führt zwingend zu einem vorzeitigen Therapieabbruch

Neuartige Substanz verhindert im Mausmodell die Infektion mit Hepatitis B
(ClinLife, 17.10.2008)

Wissenschaftler der Universitätskliniken  Hamburg-Eppendorf (UKE)  und Heidelberg haben herausgefunden, dass ein bestimmter Eiweißbestandteil der Virushülle für das Eindringen in die Leberzelle verantwortlich ist. Daraufhin konnte dieser Bestandteil im Labor künstlich nachgebaut werden. Bindet dieses Eiweiß an Leberzellen, so wird dadurch die Virusaufnahme verhindert.

Die tatsächliche Wirksamkeit dieses neuen Wirkstoffes wurde im Mausmodell bestätigt.

Weitere Studien sollen nun mehr Informationen über den neuen Wirkstoff  liefern. So soll zum Beispiel untersucht werden ob der neue Wirkstoff in Kombination mit bereits bestehenden Medikamenten zu besseren Resultaten in der Therapie infizierter Patienten führen kann.

Quellenangabe: www.nature.com

Alzheimer wird früher erkennbar
(ClinLife, 17.10.2008)

Ein Bluttest könnte künftig älteren Menschen mit leichten Gedächtnisschwächen Gewissheit verschaffen, ob es sich hierbei um erste Anzeichen der Alzheimer-Krankheit handelt, berichtet die "Apotheken Umschau". Der Test, den Forscher aus Stanford (USA) entwickelten, kann die Erkrankung zwei bis sechs Jahre vor dem Auftreten eindeutiger Symptome feststellen. Zwar ist Alzheimer derzeit nicht heilbar. Durch den - bisher noch nicht zugelassenen - Test würden Betroffene aber die Möglichkeit erhalten, ihr weiteres Leben vorauszuplanen.

Quellenangabe: www.presseportal.de

Fruchtfliegen zur Erforschung der Alzheimer-Demenz
(ClinLife, 17.10.2008)

Im Gehirn von Alzheimer-Patienten kommt es zu massiven Ablagerungen von Abeta, einem Spaltprodukt des Amyloid Precursor Proteins. Konzepte zur Therapie der Alzheimer-Krankheit durch Blockierung der für die Abeta-Bildung verantwortlichen Enzyme sind in Misskredit geraten, weil diese Enzyme auch an lebensnotwendigen Entwicklungsprozessen beteiligt sind. Nun haben Forscher am Zentrum für Molekulare Biologie Heidelberg in einem lebenden Modellsystem der Fruchtfliege gefunden, dass diese Enzyme in verschiedenen Zelltypen unterschiedlich reguliert werden. Es besteht wieder Hoffnung, Wirkstoffe zu finden, die nervenzellspezifisch die pathologische Produktion von Abeta verhindern.

Quellenangabe: www.bio-pro.de

Blutdruck senken ohne Medikamente
(ClinLife, 15.10.2008)

Wissenschaftliche Studien belegen, dass eine dauerhafte Lebensstiländerung eine signifikante Verbesserung der therapeutischen Qualität bei Bluthochdruck bewirken könne. Die Deutsche Hypertonie Gesellschaft veröffentlichte zu diesem Thema einen Text, in dem sie zu etablierten und wissenschaftlich fundierten Allgemeinmaßnahmen raten. Zu diesen Maßnahmen gehören die Themen Ernährung, Bewegung, Entspannungsverfahren und die begleitende antihypertensive Therapie.


Quellenangabe: Hochdruckliga

Abnehmen durch ACE-Hemmer?
(ClinLife, 15.10.2008)

ACE-Inhibitoren sind gängige Medikamente, die in der Bluthochdrucktherapie eingesetzt werden. Sie greifen in die Blutdruck regulierende Kaskade ein (Renin-Angiotensin-Aldosteron-System), indem sie das Angiotensin Converting Enzyme (ACE) hemmen.

Forscher aus Melbourne fanden heraus, dass transgene Mäuse, denen das Angiotensin Converting Enzyme fehlt, bei gleicher Ernährung weniger stark zunahmen. Dies ergab eine im April 2008 veröffentlichte Studie in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS 2008). Sofern diese Informationen auf den Menschen zu übertragen seien, so könnte dies auf einen interessanten Zusatznutzen von häufig eingesetzten Medikamenten zur Behandlung von Hypertonie und Herzinsuffizienz hindeuten. Hier sei noch mal darauf hingewiesen, dass Hypertonie häufig eine Folge von Übergewicht und Bewegungsmangel ist.

Quellenangabe: www.pnas.org

Neuer Stent verwendet
(ClinLife, 15.10.2008)

Das kardiovaskuläre Zentrum Sankt Katharinen in Frankfurt am Main benutzt seit einiger Zeit den  neuartigen „Coherex FlatStent", um PFOs zu verschließen. Der FlatStent bietet eine Verschlussmöglichkeit des offenen Foramen ovale, die erstmals ohne das dauerhafte Zurückbleiben von Fremdmaterial in den Herzkammern auskommt. Dadurch wird sich ein geringeres Auftreten von späteren Blutgerinnseln erhofft.

Quellenangabe: www.openpr.de

Loch einfach zupflastern?
(ClinLife, 15.10.2008)

Die herkömmliche Methode, das Foramen ovale operativ zu verschließen, wurde mit einem Occluder vorgenommen, der in die Herzscheidewand eingebracht wurde.

Britische Mediziner vom Royal Brompton Hospital in London haben einen neuen erfolgreichen Weg gefunden, der Patientenschonender zu sein verspricht. Mit Hilfe des Herzkatheters wird das Loch in der herzscheidewand einfach „verpflastert". BioStar®ist ein neuartiges, biologisch absorbierbares Implantat, das sich auflöst, wenn seine Aufgabe erfüllt ist. Es fördert den körpereigenen Gewebeaufbau rund um das Foramen ovale. Während sich bei der Verwendung von herkömmlichen Technologien Narbengewebe bildet und die vollständige Schließung bis zu 6 Monaten dauern kann, erzielt BioStar® dieses Ergebnis innerhalb von 30 Tagen.

Bis jetzt wurden 70 Patienten mit dieser Methode erfolgreich behandelt, die angaben, dass sich ihre Migräne unter der Therapie deutlich gebessert habe.

Trotz erfolgreicher Aussichten ist das Verfahren auch in England noch nicht zugelassen, da zunächst noch weitere Studien bezüglich der Effektivität und des Risikos angestellt werden müssen.

Quellenangabe: www.mednews.blogg.de

Herzfehler verantwortlich für Migräne?
(ClinLife, 15.10.2008)

Seit geraumer Zeit wird von Neurologen und Kardiologen ein Zusammenhang zwischen der Öffnung in der Herzscheidewand und den schmerzhaften Migräne- Attacken vermutet. Wie Studien belegen, ist bei 60- 80% der Migräne- Patienten mit Aura (vorausgehende typische Anzeichen wie z.B. Lichtblitze) ein offenes Foramen ovale vorhanden.

Wie der genaue Mechanismus zwischen dem angeborenen Herzfehler und den Kopfschmerzen funktioniert, ist noch nicht geklärt. Allerdings gibt es verschiedene Hypothesen:

Ein Erklärungsversuch bezieht sich auf das Hormon Serotonin. Es bewirkt eine Gefäßkonstriktion, die unter anderem die Entstehung von Migräne- Attacken verursacht. Es wird angenommen, dass durch den Rechts- Links- Shunt das Hormon nicht wie sonst in der Lunge abgebaut wird. Auf diese Weise entfaltet Serotonin verstärkt seine Wirkung.

Zum anderen wird diskutiert, ob kleine Blutgerinnsel im Gehirn (Mikroembolien) für die Migräne- Attacken verantwortlich sind. Nach ihrer Auflösung soll es zu einer Durchblutunsgsteigerung  kommen, die die schmerzhaften Attacken bei Migräne erklären sollen.

Bestätigende Ergebnisse werden Ende 2008 erwarten.

Quellenangabe: Ärzte Zeitung

Lebertransplantation: Neue Verteilungsmethode verringert Sterblichkeit
(ClinLife, 15.10.2008)

Die Verteilung der wenigen Spenderorgane nach dem Schweregrad der Schädigung der Leber, statt nach der Wartezeit hat in den USA zu einem leichten Rückgang der Sterblichkeit geführt, wie aus einer neuen Studie hervorgeht.Abhilfe sollte der sog. MELD-Score schaffen, den die Amerikaner 2002 eingeführt haben. Er steuert die Vergabe nach dem Schweregrad der Leberinsuffizienz. Die Studie dürfte auch für Deutschland interessant sein, denn seit einiger Zeit hat auch die europäische Organisation Eurotransplant den MELD-Score als Verteilungsverfahren eingesetzt, wenn auch mit gewissen Ausnahmen (etwa für Patienten mit primärem Leberkrebs, bei denen sich das Zeitfenster für eine Heilung schnell schließt). Auf der Eurotransplant-Warteliste für eine Lebertransplantation standen im Jahr 2006 insgesamt 2319 Patienten (1999 waren es 593). Dem stand ein Anstieg der Spenderorgane von nur 1132 auf 1427 gegenüber.

Quellenangabe: Ärzteblatt

Zulassung für neues Mittel gegen Leberzellkarzinom
(ClinLife, 15.10.2008)

Ein Medikament gegen Leberkrebs hat nach Angaben der Firma Bayer die Zulassung für die Europäische Union erhalten. Der Wirkstoff mit dem Namen Sorafenib (Markenname Nexavar®) habe die mittlere Lebenszeit von Patienten mit Leberkrebs in einer internationalen Studie von 7,9 auf 10,7 Monate verlängert, so das Unternehmen.

Quellenangabe: Ärzte Zeitung

Künftig geeignete Therapie für alle CML-Patienten?
(ClinLife, 15.10.2008)

Forscher am Oregon Health & Science University Cancer Institute fanden kürzlich heraus, dass das noch in der Entwicklung befindliche Medikament SGX393 einen positiven Effekt zeigt bei CML Patienten, die nicht auf die übliche Glivec Therapie ansprechen.Glivec ist aktuell das bewährteste Medikament in der Behandlung der chronisch myeloischen Leukämie(CML). Es entfaltet seine Wirkung über eine Blockade des Enzyms Bcr-Abl, welches nur in CML-Krebszellen vorkommt. Obwohl ein Großteil der Patienten außerordentlich gut  auf die Glivec-Therapie anspricht, gibt es in Einzelfällen Krankheitsverläufe, in denen das Medikament nicht anschlägt. Aus diesem Grund wurden erfolgreiche neue Wirkstoffe (Sprycel und Tasigna) entwickelt, die diesen Glivec-resistenten Patienten eine adäquate Therapie ermöglichen konnten.  Dennoch existiert immer noch eine mutierte Form von Bcr-Abl, die auf keines der drei Medikamente anspricht. Michael Deininger, Leiter der Hematologic Malignancies Section, und sein Forschungsteam im OHSU Cancer Institute konnten zeigen, dass das experimentelle Medikament SGX393 diese spezielle Form des Bcr-Abl Gens bekämpfen kann. Dies konnte sowohl in Labormodellen als auch in Leukämiezellen von CML-Patienten festgestellt werden. Daraufhin kombinierten die Wissenschaftler SGX393 mit entweder Sprycel oder Tasigna und erkannten, dass unter dieser Therapie keine Resistenzen mehr auftraten.„Die Effektivität und Verträglichkeit von Glivec bleibt bemerkenswert, "sagte Deininger. „Dennoch ist es für Patienten wichtig zu wissen, dass uns mit einer Kombination von Medikamenten wie SGX393 zusätzlich zu den aktuellen Behandlungsformen ein therapeutisches Werkzeug  zur Verfügung stehen könnte, das die Therapie des Krebses sogar noch effektiver macht. Dies kommt keiner endgültigen Heilung gleich, aber es könnte möglicherweise einen wichtigen Schritt in der Behandlung der CML darstellen."Da es sich in diesem Fall um präklinische Studien handelt, könnte es allerdings noch einige Jahre dauern, bis ein solches Medikament eventuell Einzug in den klinischen Alltag findet.

Sonnenlichtmangel erhöht Lungenkrebsrisiko
(ClinLife, 15.10.2008)

Ein Mangel an Sonnenlicht erhöht das Risiko, an Lungenkrebs zu erkrankten. Zu diesem Ergebnis kommen US-amerikanische Wissenschaftler nach der Auswertung von Patientendaten aus insgesamt 111 Ländern. In ihrem Bericht im Journal of Epidemiology and Community Health vermuten die Forscher, dass ein durch zu geringe Mengen UV-Strahlung hervorgerufener Mangel an Vitamin D die Ursache für das erhöhte Krebsrisiko sei.

Auch Joints verursachen Lungenkrebs
(ClinLife, 15.10.2008)

Cannabisrauch schädigt die Lungen - wie sich jetzt herausstellte, sogar stärker als Tabakrauch. Einer neuen Untersuchung neuseeländischer Wissenschaftler im European Respiratory Journal zufolge, scheint der Rauch eines einzigen Joints genauso krebserregend zu sein wie der einer ganzen Schachtel Zigaretten. In einem Begleitkommentar zur Veröffentlichung sprechen Experten von "alarmierenden" Ergebnissen.

In der Studie waren erwachsene Lungenkrebspatienten und Gesunde bezüglich ihres Rauchverhaltens verglichen worden. Dabei erwies sich das Rauchen von Cannabis als ein eigenständiger Risikofaktor für Lungenkrebs. So stieg den Berechnungen zufolge das Lungenkrebsrisiko mit jeder Schachtel Zigaretten um sieben Prozent an, mit jedem Joint um acht Prozent. Vermutlich, so die Forscher, gehe das höhere Krebsrisiko auf ein intensiveres Inhalieren von Cannabis zurück. Dadurch gelangten größere Schadstoffmengen in die Lunge.

Quellenangaben: Deutsche Krebsgesellschaft und Englische Version: European Respiratory Journal

„Krebsimpfung“ nach OP
(ClinLife, 15.10.2008)

Im Gegensatz zu den meisten anderen malignen Tumoren hat die vollständige Tumorresektion des malignen Melanoms sowie die Entfernung aller befallenen Strukturen eine gute Verlängerung der Überlebensrate gezeigt. Dies scheint auf den Einfluss des Immunsystems zurückzuführen zu sein, den der Körper beim Malignen Melanom hat. Darin liegt der Ansatz der Krebsimpfung nach Operation. Kalifornische Forscher konnten unter der Therapie mit Canvaxin eine etwaige Verdopplung der 5 - Jahres Überlebensrate von 19% auf 39% nachweisen.

Biofeedback beugt Migräne vor
(ClinLife, 15.10.2008)

Biofeedback ist eine Methode, mit der Patienten ihre Körperwahrnehmung schärfen und beeinflussen lernen. Mit Hilfe von auf der Haut angebrachten Sensoren und eines Computers regulieren Patienten ihre Muskelspannungen, Atemtiefe,  Atemfrequenz usw. Eine aktuelle Überblicksstudie  in der Fachzeitschrift für Schmerzerkrankungen Pain (Y.Nestoriuc und A.Martin: Efficacy of biofeedback for migraine: A meta-analysis. Pain 2007; 128:111-127) hat untersucht, wie effektiv und sinnvoll Biofeedback als Migränetherapie ist. Die Forscherinnen vom Institut für klinische Psychologie und Psychotherapie der Marburger Philipps-Universität haben dazu 55 Biofeedback-Studien mit Daten von insgesamt über 2.000 chronischen Migränepatienten (überwiegend Frauen)ausgewertet. Das Ergebnis: Die Häufigkeit der Migräne, nicht jedoch deren Heftigkeit würden durch Biofeedback gemindert. Auch Depression und Ängstlichkeit würden nach durchschnittlich 11 Biofeedback-Sitzungen rückläufig. Unter den verschiedenen Biofeedback-Methoden habe sich keine als den anderen überlegen herausgestellt. Da Biofeedback nur die Häufigkeit, nicht jedoch die Stärke der Migräneattacke mindere, sei sie nur als Prophylaxe sinnvoll, wenn andere Methoden (Entspannungstherapie, psychologische Techniken) sich nicht bewährt hätten.

Endlich: Warum Frauen öfter Migräne haben als Männer
(ClinLife, 15.10.2008)

Die cortical spreading depression CSD gilt der medizinischen Forschung als ein im Tierversuch gesichertes Modell für die pathophysiologische Erklärung der Aura vor der Migräneattacke (mehr hierzu finden Sie auf unserer Homepage unter "Migräne"). Eine kalifornische Forschergruppe hat nun an Mäusen festgestellt, dass es bei der CSD deutliche Geschlechtsunterschiede gibt: die Gehirne weiblicher Mäuse seien leichter erregbar als die männlicher Mäuse, bei ihnen sei die CSD künstlich leichter auslösbar. Dies berichtet Dr. Andrew Charles von der University of California in der Fachzeitschrift Annals of Neurology (2007, 61: 603-606). Dr. Charles vermutet gar, dass dieser Befund auf Menschen übertragbar sei: Frauen seien vielleicht deshalb anfälliger für Migräne, weil ihr Gehirn ebenfalls leichter erregbar sei als männliche Gehirne. Die CSD sieht Dr. Charles als den Schlüssel zur Erklärung der Migräne an, aber auch Stress, Hormone, Ernährung spielten eine wichtige Rolle als Auslöser.

Quellenangabe: Medical Tribune

Foramen Ovale – Ursache der Migräne?
(ClinLife, 15.10.2008)

Ein harmloser Herzfehler, das persistierende Foramen Ovale (PFO), könnte bei manchen Patienten der Grund für ihre Migräne sein. Das Foramen Ovale ist eine kleine Öffnung der Scheidewand der beiden Herz-Vorhöfe. Beim Ungeborenen ist das offene Foramen Ovale ein notwendiger Bestandteil des Blutkreislaufs, nach der Geburt verschließt es sich in den meisten Fällen. Jedoch bleibt es bei geschätzten 20-25% der Erwachsenen bestehen (Mediziner sagen: es persistiert), ohne Beschwerden zu verursachen.  Durch das Foramen Ovale gelangt dann eine kleine Menge sauerstoffarmen Blutes in den Körperkreislauf zurück, anstatt zur Lunge zu fließen (Mediziner nennen diesen Kurzschluß einen Rechts-Links-Shunt). Warum dies Migräne auslösen könnte, ist nicht verstanden. Auf den Zusammenhang zwischen persistierendem Foramen Ovale und Migräne waren Mediziner gestoßen, als Migränepatienten geheilt waren, nachdem man ihnen zur Verhinderung von Sporttaucher-Unfällen ihr persistierendes Formen Ovale operativ verschlossen hatte.
Ein persistierendes Foramen Ovale kann durch einen unkomplizierten Katheter-Eingriff in kardiologischen Zentren mit einem kleinen eingebrachten Verschluss (dem sogenannten PFO-Occluder) verschlossen werden. Eine aktuelle britische Studie (MIST, Migraine Intervention with STARFlex(R) Technology) hat nun untersucht, ob ein solcher Verschluss die Migräne-Beschwerden wirkungsvoll mindern kann. Das berichtet die Nachrichtenagentur Newswire Europe am 23.3.08. In der MIST-Studie wurde bei 432 Patienten mit Migräne mit Aura auf ein persistierendes Foramen Ovale untersucht. 60% der Untersuchten wiesen ein persistierendes Foramen Ovale auf, davon 40% mit einer überdurchschnittlich weiten Öffnung. 147 Patienten wurden daraufhin in die Studie aufgenommen: bei der Hälfte wurde das Foramen Ovale verschlossen, bei der anderen Hälfte nicht. Jedoch wußte kein Patient nach dem Eingriff, zu welcher Gruppe er gehörte, also, ob an seinem Herzen ein Eingriff erfolgt war oder nicht. Denn alle Patienten erhielten einen kleinen Hautschnitt an der Leiste, wie der für den Kathetereingriff notwendig ist. 37% der Patienten, denen das Foramen Ovale verschlossen worden war, zeigten sechs Monate nach dem Eingriff eine deutliche Minderung der Migräne-Beschwerden. Bei der Gruppe ohne erfolgten Eingriff ließen binnen sechs Monaten in 17% die Migräne-Beschwerden nach.

Dr. Wilmshurst von der Forschungsgruppe MIST sagte, dass damit die Ergebnisse zwar hinter den optimistischen Erwartungen der Forscher und ihrer Sponsoren zurück blieben, aber deutlich genug seien, um weiterer Forschungen zu rechtfertigen. Eine dieser weiterführenden Studien ist PRIMA, für die in 15 Staaten (EU, Schweiz und Kanada) in Zusammenarbeit mit der AGA Medical Corporation, einem Hersteller von PFO-Occludern, an 144 Patienten die migränelindernde Wirkung eines PFO-Verschlusses ermitteln wird. Auf unserer Homepage können Sie unter Migräne/Studien mehr darüber erfahren.

Quellenangabe: www.prnewswire.co.uk

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) durch Spülmittel?
(ClinLife, 15.10.2008)

Unter Berufung auf den CED-Fachmann Professor Christoph Gasche aus Wien berichtet die Ärztezeitung vom 07.02.2008, dass es einen Zusammenhang zwischen der Entstehung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen - darunter Morbus Crohn - und dem Kontakt des Darms mit Spülmittelrückständen auf Trinkgefäßen und Essbestecken gebe. Entsprechende Hinweise wurden aus Tierversuchen mit Mäusen gewonnen. Die These lässt sich schlecht mit Beweisen untermauern, da ein entsprechendes Experiment an Menschen aus ethischen Gründen nicht durchführbar ist. Trotz alledem werden - aufgrund steigender Zahl der Neuerkrankungen - schon seit längerer Zeit neben der genetischen Veranlagung Umweltfaktoren als Auslöser für Morbus Crohn vermutet.

Neues Medikament bei der Behandlung von Morbus Crohn zugelassen
(ClinLife, 15.10.2008)

Der Tumornekrosefaktor alpha (TNF- α) ist ein wichtiger Botenstoff, der bei Entzündungen und somit auch bei Morbus Crohn in das Blut freigesetzt wird. Seit einiger Zeit werden daher Wirkstoffe in der Therapie von Morbus Crohn eingesetzt, die diesen Botenstoff unterdrücken. Laut Meldung des Berufsverbandes Deutscher Internisten, wird neben Infliximab seit Juni 2007 nun ein weiterer TNF-alpha-Blocker namens Adalimumab bei der Behandlung von Patienten eingesetzt, die auf die Standarttherapie nicht ansprechen. Von Vorteil sei, dass Adalimumab einfach unter die Haut gespritzt werde, so dass sich Patienten den Wirkstoff mit einem Pen auch selbst injizieren könnten. Infliximab müsse dagegen vom Arzt als Infusion verabreicht werden.

Quellenangabe: Internisten im Netz

Versursachen Bakterien Morbus Crohn?
(ClinLife, 15.10.2008)

Laut aktueller Meldung vom Januar 2008 des Berufsverbandes Deutscher Internisten e.V. haben englische Wissenschaftler herausgefunden, dass das Mycobacterium paratuberculosis möglicherweise an der Entstehung eines Morbus Crohn beteiligt ist. Es handle sich hierbei um ein bestimmtes Bakterium, das ein Zuckermolekül freisetze, welches wiederum die Zellen des Immunsystems daran hindere, in den Darm eingedrungene Bakterien zu zerstören. Durch diese vom Mycobacterium ausgelöste Schwächung des Immunsystems könnten sich in den Darm gelangte Erreger (E.coli) ungestört vermehren und die Darmwand angreifen, wie es bei Morbus Crohn der Fall ist. Der Erreger Mycobacterium paratuberculosis verursacht bei Rindern die so genannte Johnsche Krankheit, die große Ähnlichkeit mit der entzündlichen Darmerkrankung Morbus Crohn bei Menschen hat. Vermutet wird, dass der Erreger über die Kuhmlich aufgenommen werden könnte.

Quellenangabe: Internisten im Netz

Neuartiges Gerät zur Diagnostik von Hautkrankheiten
(ClinLife, 15.10.2008)

Der sog. 5D-Intravitaltomograph, der unter der Koordination der Firma JenLab GmbH entwickelt wird, soll bereits Ende 2008 am Frauenhofer-Institut als Prototyp zum Einsatz kommen. Das Gerät soll es ermöglichen künftig hauteigene Bestandteile binnen Sekunden mikrometergenau zu erfassen, ohne dass Kontrastmittel zugegeben oder Hautproben entnommen werden müssten. Das wäre nicht nur für Patienten angenehmer, sondern auch für die Wissenschaft von großem Vorteil. Erstmals könnten dynamische Vorgänge in der Haut, wie beispielsweise die Verteilung von Wirkstoffen, direkt im realen System mit großer Genauigkeit beobachtet werden. Auf diese Weise erhoffen sich die Wissenschaftler künftig Erkrankungen wie die Neurodermitis besser verstehen und damit behandeln zu können.

Quellenangabe: www.idw-online.de

Neurodermitis-Therapie mit Eigenblut
(ClinLife, 15.10.2008)

Den Ergebnissen einer neuen Studie zufolge, können sowohl die Symptome, als auch die Lebensqualität bei schwerer Neurodermitis wirksam durch eine spezielle Eigenblutbehandlung gebessert werden. In der Studie mit 86 Betroffenen wurde die sogenannte autologe Immuntherapie (AHIT®) mit einer konventionellen Eigenbluttherapie verglichen. Ein Prüfarzt beurteilte dabei die Linderung der Symptome. Bei der autologen Immuntherapie werden aus einer Eigenblutkultur des Patienten Bestandteile des Immunsystems wie Antikörper gewonnen und zu einem pharmazeutischen Individual-Präparat aufbereitet. Die Präparationen werden dabei ähnlich wie bei einer Hyposensibilisierung regelmäßig unter die Haut gespritzt und zusätzlich oral verabreicht. In der Studie wurden je etwa die Hälfte der Patienten über ein Jahr mit AHIT® oder konventioneller Eigenbluttherapie behandelt. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Therapien selber waren statistisch nicht signifikant.

Quellenangabe: Ärzte Zeitung

Etagenwechsel nach Neurodermitis
(ClinLife, 15.10.2008)

Nicht nur Pollenallergikern droht der gefürchtete „Etagenwechsel" ihrer Symptome. Auch Kinder mit Neurodermitis erkranken später häufiger an Asthma. Die Symptome einer Pollenallergie sind unangenehm und lästig. Gesundheitlich riskant wird die Allergie aber erst, wenn die Beschwerden von der Nase Richtung Lunge wandern. Dieser sogenannte Etagenwechsel bedeutet meist chronisches Asthma. Australische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass auch Neurodermitis in der Kindheit diesen Etagenwechsel auslösen kann. Sie fordern daher eine konsequentere Behandlung kindlicher Neurodermitis, auch atopisches Ekzem genannt. Eine frühzeitige aggressive Therapie könne das Risiko verringern, dass diese Kinder später einmal Asthma bekommen, schreiben die Forscher in der Online-Ausgabe des „Journal of Allergy and Clinical Immunology".

Quellenangabe: Focus.de

Universitäts-Hautklinik Mainz testet Therapie mit UV-freiem Licht
(ClinLife, 15.10.2008)

Die Universitäts-Hautklinik Mainz testet Therapie mit UV-freiem Licht Eichenau, April 2008 „Die Bestrahlung mit UV-Licht kann eine Neurodermitis stabilisieren", so Dr. med. Esther von Stebut-Borschitz, Leiterin der Neurodermitis-Sprechstunde an der Hautklinik Mainz. „Dabei nimmt man aber das Risiko in Kauf, dass Jahre später Hautkrebs entstehen könnte." Seit November 2006 kommt an der Mainzer Hautklinik ein UV-freies Ganzkörper-Bestrahlungsgerät zum Einsatz. „Die UV-freie Lichttherapie zeigt eine mindestens gleich gute Wirksamkeit wie Kortison oder die UV-Strahlentherapie, ohne dass es hier zu Schädigungen der Lymphozyten kommt. Langzeiterfahrungen bleiben aber abzuwarten", so Dr. von Stebut-Borschitz.

Erlotinib - Eine neue Therapie-Option für Patienten mit Pankreas-Karzinom
(ClinLife, 14.10.2008)

Erlotinib ist unter dem Namen Tarceva® auf dem Markt und erst seit Anfang 2007 für die Behandlung eines metastasierten  Pankreaskarzinoms in Kombination mit Gemcitabin zugelassen. Die Kombinationstherapie kann die Überlebenszeit gegenüber einer Gemcitabin-Einzeltherapie verlängern.Auf den Enzymhemmer Erlotinib sprechen fast zwei Drittel der Krebskranken an / Jeder vierte Therapierte überlebt ein Jahr.

Quellenangabe:  Ärzte Zeitung

Neues Mittel verzögert das Zittern
(ClinLife, 14.10.2008)

Ein Parkinsonmedikament kann erstmals nicht nur Symptome lindern, sondern den Krankheitsverlauf der unheilbaren Schüttellähmung leicht bremsen.

Eine weltweite Studie mit 1176 Teilnehmern hat gezeigt, dass ein neuer Wirkstoff  - Rasagilin - die Zerstörung bestimmter Hirnzellen etwas verzögern und dadurch den Krankheitsverlauf verlangsamen kann. Das erklärte Studienleiter Günther Deuschl vom Universitätsklinikum Kiel auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie in Hamburg. „Die Krankheitsmodifikation ist ganz schwach - aber es geht in die richtige Richtung", dämpft der Neurologe übertriebene Hoffnungen. Bisher konnten Mediziner lediglich die Symptome vonParkinson behandeln. Einzelheiten der ADIAGO-Studie gab der Direktor der Neurologischen Klinik nicht bekannt, da die Daten noch nicht vollständig ausgewertet sind. Die Untersuchung gab jedoch deutliche Hinweise, dass der Wirkstoff Rasagilin die Zerstörung von Nervengewebe bremst. Warum es diesen Effekt gibt, können die Wissenschaftler bisher jedoch nicht erklären. Unter dem Medikamentennamen Azilect ist die Substanz bereits auf dem Markt.

Quellenangabe: Focus.de

Hormonrefraktäres metastasiertes Prostatakarzinom - Kombination verbessert Überleben
(ClinLife, 14.10.2008)

Eine kürzlich veröffentlichte Studie zeigte, dass eine Kombinationstherapie aus dem Taxan Docetaxel und Prednison das Überleben im Vergleich zu Mitoxantron und Prednison verlängert und sich günstig auf die Schmerzen und die Lebensqualität der Patienten auswirkt (NEJM 2004; 351: 1502-1512). Im Rahmen einer randomisierten, unverblindeten Studie erhielten 1 006 Männer mit metastasiertem, hormonrefraktärem Prostatakrebs entweder 12 mg Mitoxantrone/m2 alle drei Wochen oder 75 mg Docetaxel/m2 alle 3 Wochen bzw. 30 mg Docetaxel/m2 wöchentlich über 6 Wochen. Alle Patienten erhielten 5 mg Prednison 2-mal täglich. Die Behandlung beinhaltete insgesamt zehn Zyklen (Docetaxel alle 3 Wochen und Mitoxantrone-Gruppe) beziehungsweise 5 Zyklen (Docetaxel wöchentlich). Die Patienten wurden im Mittel 20 Monate nachbeobachtet.
Seltener Schmerzen und bessere Lebensqualität:Die mediane Überlebensrate war signifikant höher bei Patienten, die alle drei Wochen Docetaxel erhielten im Vergleich zu Krebskranken, die wöchentlich Docetaxel oder Mitoxantron bekamen (p = 0,009). Patienten der dreiwöchentlichen Docetaxel-Gruppe berichteten seltener über Schmerzen als Patienten der wöchentlichen Docetaxel- oder der Mitoxantrone-Gruppe (p = 0,01). Die PSA-Werte wurden bei beiden Docetaxel-Gruppen signifikant stärker gesenkt als in der Mitoxantrone-Gruppe (45% bei dreiwöchentlicher Gabe, 48% bei wöchentlicher Gabe vs. 32%, p < 0,001). Patienten der Mitoxantron-Gruppe beendeten häufiger die Therapie wegen einer Progression der Tumorerkrankung, während Patienten der Docetaxel-Gruppen die Behandlung häufiger wegen abgeschlossener Behandlung oder unerwünschten Wirkungen wie Müdigkeit, Veränderungen am Muskel- und Skelettsystem, sensorische Neuropathie oder Infektionen abbrachen. Patienten der Docetaxel-Gruppen berichteten häufiger über eine gebesserte Lebensqualität als Studienteilnehmer der Mitoxantron-Gruppe (p = 0,009).

Fazit:
Eine Therapie mit 75mg Docetaxel/m2 alle 3 Wochen in Kombination mit Prednison verbessert bei Patienten mit hormonrefraktärem metastasiertem Prostatakarzinom das Überleben und ist einer Therapie mit Mitoxanton und Prednison auch hinsichtlich Schmerzreduktion und Lebensqualität überlegen.

Quellenangabe: Den gesamten Artikel finden Sie hier: Thieme Connect (NEJM 2004; 351: 1502-1512)

Prostatakarzinom nicht durch Sexualhormone verursacht
(ClinLife, 14.10.2008)

Es wurde lange Zeit vermutet, dass hohe Spiegel von männlichen Sexualhormonen im Blut ein Risiko für das Prostatakarzinom wären. Forscher fanden nun aber durch Auswertung von 18 früheren Studien heraus, dass hohe Spiegel von Östrogen und Testosteron nicht mit dem Risiko eines Prostatakarzinoms korrelieren.

Quellenangabe: Den gesamten Artikel finden Sie hier: Ärzteblatt

Multi-Gentest auf Prostatakarzinom vorgestellt
(ClinLife, 14.10.2008)

Eine positive Familienanamnese und fünf Genvarianten erklären nach einer Studie im New England Journal of Medicine (2008; doi 10.1056/NEJMoa075819) etwa die Hälfte aller Prostatakarzinome. Nach US-Medienberichten soll ein Test demnächst für weniger als 300 US-Dollar auf den Markt kommen. Dass das Prostatakarzinom familiär gehäuft auftritt, ist seit langem bekannt. So haben Männer ein etwa 2,5-fach erhöhtes Risiko, wenn ein Verwandter ersten Grades ebenfalls an einem Prostatakarzinom erkrankt ist.

Quellenangabe:  Den gesamten Artikel finden Sie hier:  Ärzteblatt

Innovation durch Pflaster
(ClinLife, 14.10.2008)

Für das Lisurid- Pflaster wurde kürzlich die europäische Zulassung beantragt, nachdem zwei große Studien hervorragende Wirksamkeit bei RLS und Parkinson zeigten. Die transdermale  Anwendungsform ( über die Haut) des Dopaminagonisten ist vielversprechend und den oralen Dopaminagonisten möglicherweise deutlich überlegen.

Das Pflaster ermöglicht eine kontinuierliche Ausschüttung des Medikaments und somit eine optimale medikamentöse Einstellung des Patienten.

Schlaganfall durch zappelige Beine
(ClinLife, 14.10.2008)

Eine  Studie der Harvard Medical School in Boston hat einen Zusammenhang zwischen den unruhigen Beinen beim RLS und der Entstehung von Schlaganfällen sowie Herzproblemen belegt.

Je stärker die Symptome, desto größer ist das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden.

Die amerikanischen Forscher vermuten, dass sie Schlafstörungen und die unwillkürlichen Beinbewegungen der Patienten verantwortlich sind. Pro Nacht vollzieht der RLS- Patient oft 200- 300 Beinbewegungen, wobei jedes Mal der Blutdruck und die Herzfrequenz ansteigt. Über kurz oder lang führt das zu Schäden an den Blutgefäßen und macht den Körper anfällig für Erkrankungen der Hirn- und Herzkranzgefäße, was wiederum zu Schlaganfällen und Herzinfarkten führen kann.

Quellenangaben: Focus

Erfolg in RLS- Forschung: genetische Ursache für RLS entdeckt
(ClinLife, 14.10.2008)

Am Institut für Humangenetik des GSF Forschungszentrums in München wurden erstmals genetische Risikovarianten für das Restless Legs- Syndrom entdeckt.

Schon lange hatten RLS- Forscher die Idee, dass eine genetische Komponente bei der Entstehung der Erkrankung eine wichtige Rolle spielen muss, da viele der Betroffenen von Verwandten berichteten, die ähnliche Beschwerden aufzuweisen hatten. So machten sich die Forscher auf die Suche nach dem „RLS- Gen", also nach Sequenzvarianten, die Erkrankte von  Gesunden unterscheiden. Die Münchener Arbeitsgruppe konnte erstmals überhaupt drei Regionen im menschlichen Chromosomensatz ausfindig machen, die für die Entstehung des RLS von großer Bedeutung sind.

Endlich kann die Entstehung der Krankheit besser nachvollzogen und  Ansätze für individuelle Therapien entwickelt werden, um die Lebensqualität der Betroffenen wieder herzustellen.

Viele Schmerzpatienten mit Restless Legs Syndrom
(ClinLife, 14.10.2008)

Das Restless Legs Syndrom kommt bei mehr als einem Drittel der Schmerpatienten vor, wie Professor Göran Hajak beim deutschen Schmerz- und Palliativtag in Frankfurt am Main berichtete.

Bei Patienten mit chronischen Gelenkschmerzen sind die Symptome des RLS besonders häufig zu finden. Aber auch Patienten mit Rückenschmerzen und Arthritis sind oft noch zusätzlich geplagt. Professor Hajak nach sind die Symptome Folge der neurologischen Erkrankungen. Daher reicht es nicht aus, diese Patienten nur mit Schmerzmitteln zu versorgen, sondern ebenfalls Dopaminagonisten zu verordnen.

Quellenangaben: Ärztezeitung

Serum-Ferritinwerte über 50 ng/ml anzustreben
(ClinLife, 14.10.2008)

Vor Beginn einer dopaminergen Pharmakotherapie sollten Faktoren überprüft werden, die möglicherweise den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen. Zu diesen Faktoren zählt ein zu niedriger Serum- Ferritinwert, der die sekundäre Form des RLS auslösen kann. Normal sind Ferritinwerte um 15 ng/ml. Allerdings reicht diese Konzentration bei Patienten mit RLS nicht aus. Bei ihnen sollte ein Ferritinwert um 50 ng/ml angestrebt werden, um die unangenehmen Missempfindungen einzudämmen.

Durch diese einfache Maßnahme lässt sich die Erkrankung zwar nicht heilen, aber es kann die Einnahme von einigen Medikamenten ersparen und zu Linderung der Beschwerden führen.

Quelleangaben: Ärztezeitung

Infotour zum Restlee Legs Syndrom
(ClinLife, 14.10.2008)

Am 26.05.2008 startet das Unternehmen Roche eine Infotour durch 12 deutsche Städte. Betroffene und Interessierte haben an diesen Tagen die Möglichkeit, sich über Hintergründe, Symptome und Behandlungsmethoden zu informieren und auszutauschen.

Quellenangaben: Ärztezeitung

Bienen helfen gegen Rheuma
(ClinLife, 14.10.2008)

Südkoreanische Forscher fanden in einer im Jahr 2004 angelegten Studie heraus, dass das Bienengift der Honigbiene die rheumatoide Arthritis lindert. Der Wirkstoff des Gifts heißt Melittin und hat stark entzündungshemmende Wirkung. Diese  entzündungshemmende Wirkung macht sich die Medizin zu Nutze, indem sie Bienengift in Rheumasalben verarbeitet.

Quelklenangabe: Focus

Lumiracoxib (Prexige®): Das BfArM ordnet das Ruhen der Zulassung an
(ClinLife, 14.10.2008)

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat am 19. November 2007 das Ruhen der Zulassung für alle Lumiracoxib-haltigen Arzneimittel angeordnet. Lumiracoxib ist ein selektiver COX-2-Hemmer und gehört zu der Arzneimittelklasse der NSAR und wird bei der Behandlung von rheumatischen Erkrankungen eingesetzt. Grund für die Marktrücknahme seien die Ergebnisse einer weltweiten Bewertung aller Nebenwirkungsberichte über Leberschäden nach Anwenden des Wirkstoffes, so teilt das BfArM mit.

Spezifische Immuntherapie kann verkürzt werden
(ClinLife, 11.10.2008)

Eine Studie vom Zentrum für Rhinologie und Allergologie in Wiesbaden zeigt, dass die Spezifische Immuntherapie bei einer Graspollenallergie deutlich verkürzt werden kann, wenn das zur Desensibilisierung verwendete Allergen in Kombination mit Monophosphoryl-Lipid A verabreicht wird. Dieses sogenannte Adjuvans soll die Wirkung der Therapie verstärken und so zu einem schnelleren Verlauf und Abschluss beitragen.

Im Rahmen der Studie wurden den Patienten sublingual Graspollenextrakte über einen Zeitraum von acht Wochen gegeben, einem Teil der Versuchsgruppe in Kombination mit dem Adjuvans, anderen ohne den unterstützenden Stoff. Es zeigte sich, dass bei Patienten in der ersten Gruppe bereits nach drei Wochen eine deutlich verminderte Reaktion auf das Allergen stattfand und am Ende der Therapie ein größerer Prozentsatz der Patienten keine allergische Reaktion mehr zeigte, als in der Vergleichsgruppe.

Die zur Zeit gängigen Therapien sind über einen wesentlich längeren Zeitraum, etwa 3-5 Jahre, angesetzt. Durch die Entdeckung von Monophosphoryl-Lipid A besteht nun die Möglichkeit die Dauer auf wenige Monate zu beschränken.

Quellenangabe: Ärzte Zeitung.de

Neue Erkenntnis: Entzündung bleibt auch während Symptomfreiheit aktiv
(ClinLife, 10.10.2008)

Dr. Lommatzsch, angehender Lungenfacharzt an der Abteilung für Pneumologie des Universitätsklinikums Rostock, fand jetzt mit seiner Forschergruppe heraus, dass selbst in Phasen, in denen die Patienten ohne Beschwerden atmen, schwere Entzündungen der Atemwege nachzuweisen sind. Eine Erkenntnis, die schwerwiegende Folgen für die Behandlung von Asthma-Erkrankungen haben wird. Denn um weit reichenden Schäden vorzubeugen, müsse die Therapie intensiviert und verlängert werden. Für ihre Forschungen wurden die Rostocker Mediziner jetzt von der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie mit dem Förderpreis ausgezeichnet. Es ist die größte Auszeichnung dieser Art, die in Deutschland vergeben wird.

Quellenangabe: www.idw-online.de

Neue internationale Leitlinien zur Asthmatherapie bei Kindern veröffentlicht
(ClinLife, 10.10.2008)

Für die antientzündliche Dauertherapie bei Kindern und Jugendlichen mit Asthma haben sich inhalative Kortikosteroide und der Leukotrienrezeptor-Antagonist Montelukast bewährt. Die neuen internationalen PRACTALL-Leitlinien empfehlen Leukotrien-Antagonisten und inhalative Steroide jetzt als gleichberechtigte Optionen zur Erstlinien-Therapie.

Die aktuelle Leitlinie der Deutschen Atemwegsliga und der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin empfiehlt hingegen als Therapie der ersten Wahl inhalative Kortikosteroide in niedriger Dosierung und als Alternative Montelukast (Singulair®) für Kinder und Jugendliche mit leichtem persistierenden Asthma.

Quellenangabe: Ärzte Zeitung

Hochfrequenter Strom gegen Asthma
(ClinLife, 10.10.2008)

Bei diesem neuen Behandlungsansatz benutzt man hochfrequenten Strom, um die Menge glatter Muskelzellen in den Bronchien zu verringern. Diese Muskelzellen sind es, die für die Verkrampfung der Bronchien verantwortlich sind und daher auch zu den asthmatypischen Beschwerden beitragen. Unter der Leitung der St Joseph's Healthcare Foundation wurde die Studie in elf Krankenhäusern in Großbritannien, Kanada, Brasilien und Dänemark durchgeführt. Es zeigten sich weniger Anfälle und mehr Tage ohne Krankheitssymptome.

Quellenangabe: www.medizinauskunft.de

Aminosäure Homocystein noch schädlicher als hohes Cholesterin
(ClinLife, 10.10.2008)

Als eigenständiger Risikofaktor für Arteriosklerose gilt seit neuestem ein erhöhter Spiegel an Homocystein, ein Zwischenprodukt im Aminosäurestoffwechsel. Homocystein soll sich noch schädigender als ein erhöhter Cholesterinspiegel auf die Gefäße auswirken.

Mit Hilfe von Vitamin B6, Vitamin B12 und Folsäure kann Homocystein im Körper abgebaut werden. Werden diese Stoffe nicht ausreichend über die Nahrung aufgenommen, verbleibt das Homocystein im Blut und richtet ungehindert Schaden an.

Dieses Problem kann mit einer Vitamin B12- und Folsäure- Zufuhr behoben werden. Als Präparate eignen sich beispielsweise Novirell B Mono Injektionslösung und Folarell.

Olivenöl doch nicht so gesund?
(ClinLife, 10.10.2008)

Die weit verbreitete Annahme, dass Olivenöl den Cholesterinspiegel senken und somit das Risiko für Arteriosklerose reduzieren würde, wurde nun von einer Forschergruppe widerlegt. Demnach ist zwar die oft empfohlene mediterrane Ernährung sehr gesund, aber gerade nicht das darin enthaltene Olivenöl.

Prof. Dr. Klumpp vom Institut für pharmazeutische und medizinische Chemie der Universität Münster und Prof. Kriegelstein der Universität Marburg fanden heraus, dass die in Olivenöl enthaltene Ölsäure zur Entstehung von Arteriosklerose beiträgt. In höherer Konzentration aktivieren die einfach ungesättigten Fettsäuren ein Enzym (Proteinphosphatase 2c), das den programmierten Zelltod der Endothelzellen (innerste Zellschicht der Blutgefäße) bewirkt. Auf diese Weise wird die Gefäßwand geschädigt und bietet eine gute Angriffsfläche für die Entstehung von Arteriosklerose.

Quellenangabe: Uni Münster


Beschichteter Ballonkatheter senkt Restenoserate bei PAVK
(ClinLife, 10.10.2008)

Wie eine im New England Journal of  Medicine veröffentlichte Studie zeigt, senkt ein mit Paclitaxel (Zytostatikum) beschichteter Ballonkatheter die Restenoserate nach Angioplastie der Beinarterien erheblich.

Bei normalen Ballondilatationen verschließt sich das Gefäß in 40- 60 % der Fälle innerhalb der ersten 6- 12 Monate aufgrund von Narbenbildung in der Gefäßwand erneut.

In drei Kliniken wurden 154 Patienten mit langstreckigen Stenosen der Arteria femoralis und poplitea  in drei Gruppen randomisiert. Die Gruppe, die mit dem beschichteten Ballonkatheter behandelt wurde, verzeichnete einen signifikanten Erfolg. Nach 6 Monaten war das Gefäß erst wieder um 0,4 mm verengt. Ganz im Gegensatz zur Behandlung mit dem unbeschichteten Katheter. Hier betrug die Stenosierung nach 6 Monaten ganze 2,7 mm.

Langfristig könnte der neue Katheter die Amputationsrate der PAVK- Patienten deutlich senken.

Angststörungen schon bei Kindern
(ClinLife, 10.10.2008)

Angsterkrankungen bei Erwachsenen zeichnen sich oft schon in der Kindheit ab. Rund 50%  aller Angststörungen machen sich bereits vor dem 14. Lebensjahr bemerkbar. Je früher die Probleme der Kinder erkannt und behandelt werden, umso höher ist die Chance die Krankheit zurückdrängen zu können.

Trennungsängste und Phobien seien häufig schon im Vorschulalter zu erkennen, sagte Professor Jürgen Margraf aus Basel beim Psychiatrie-Kongress in Berlin. Insgesamt sind Angststörungen bei Kindern und Jugendlichen häufiger als das bekannte ADHS. In der Schweiz sind über elf Prozent der 6- bis 16-jährigen Kinder und Jugendlichen daran erkrankt, für Deutschland wird von ähnlichen Zahlen ausgegangen.

Quellenangabe: Ärzte Zeitung

Familiäre Häufung bei Panikstörungen
(ClinLife, 10.10.2008)

Mitarbeiter der technischen Universität Dresden haben herausgefunden, dass Panikattacken unter nahen Verwandten vermehrt auftreten. Wenn der Vater oder die Mutter an einer Panikstörung leidet, erkrankt ein Fünftel der Kinder ebenfalls. Das steht in deutlichem Gegensatz zu dem durchschnittlichen Erkrankungsrisiko der übrigen Bevölkerung von nur acht Prozent. Die Risikokinder erkranken häufiger und auch früher. Als Ursachen werden Vererbung, aber auch die Übernahme elterlicher Verhaltensweisen angenommen. Das Team um Professor Hans-Ulrich Wittchen hat Kinder aus mehr als 3000 Familien bis zum 34. Lebensjahr beobachtet. Die Ergebnisse können eine Rolle für die Prävention spielen.

Quellenangabe: Ärzte Zeitung

Wirkstoff Pregabalin zur Behandlung der generalisierten Angststörung
(ClinLife, 10.10.2008)

Patienten mit generalisierter Angststörung profitieren von dem Wirkstoff Pregabalin. Dieser verbindet die Vorteile von Antidepressiva und Benzodiazepinen, ohne deren Nachteile aufzuweisen.

Pregabalin (Lyrica®) lindert ähnlich rasch wie Benzodiazepine die psychischen und körperlichen Symptome der Angststörung. Allerdings mache es weniger müde und abgeschlagen. Auch sei das Risiko einer Abhängigkeit sehr viel geringer, sagte Professor Hans-Peter Volz aus Werneck. Anders als Antidepressiva (z.B. die sog. SSRI und SNRI) wirke der Stoff Pregabalin bei der generalisierten Angststörung (GAD) ohne Verzögerung, erläuterte der Nervenarzt bei einer Veranstaltung der Pharmafirma Pfizer in Berlin. Auch die typischen unerwünschten Wirkungen von Substanzen, die Einfluss auf den Signalstoff Serotonin nehmen, wie eine anfängliche Angstzunahme oder Erektionsstörungen treten mit diesem Wirkstoff nicht auf.

Quellenangabe: Ärzte Zeitung

Rauchen während der Schwangerschaft
(ClinLife, 10.10.2008)

In einer Zusammenfassung von weltweiten Studien wurde Anfang diesen Jahres der Zusammenhang zwischen Rauchen in der Schwangerschaft und Adipositas beim Kind ermittelt. In den insgesamt 14 Studien wurden  84.563 Kinder untersucht. Kinder deren Mütter während der Schwangerschaft rauchten, haben ein erheblich erhöhtes Risiko im Alter zwischen 3 und 33 Jahren Übergewicht zu entwickeln.

Quellenangabe:  www.nature.com

Programmierung im Kindesalter?
(ClinLife, 10.10.2008)

Eine europäische Studie unter der Leitung von Prof. Koletzko an der Kinderklinik an der Münchener Ludwig-Maximilian-Universität untersucht derzeit den Einfluss kindlicher Ernährungsgewohnheiten auf das Essverhalten im Erwachsenenalter.  Das sogenannte early nutrition programming projekt will herausfinden, inwieweit unser Stoffwechsel durch frühe Ernährungsgewohnheiten bestimmt wird. Stillen hat sich somit beispielsweise als schützend gegenüber späterem Übergewicht erwiesen. Die Studie, welche 2005 begonnen wurde und bis 2010 fortgeführt werden soll, bedient sich molekularer sowie zellulärer Untersuchungsmethoden. Aus 16 teilnehmenden europäischen Ländern arbeiten 38 verschieden Institutionen interdisziplinär zusammen. Das Projekt erhofft sich auch Schlüssel-Gene identifizieren zu können, welche zusammen mit der Programmierung das spätere Risiko für Adipositas- Begleiterkrankungen bestimmen.

Quellenangabe:  Adipostitas-Online


Warnung vor der „Fettkillerpille“
(ClinLife, 10.10.2008)

Die US-Amerikanische Zulassungsbehörde Food And Drug Administration (FDA) warnt vor dem Appetitzügler Rimonabant. Das Medikament steht unter dem dringenden Verdacht, neben der appetitreduzierenden Wirkung auch psychische Störungen wie Ängste und Depression auszulösen, bis hin zum Selbstmord (Suizid). Auch neurologische Ausfälle wie etwa Schwindel und Gedächtnisstörungen wurden unter der Einnahme des Mittels beschrieben. Diese Ergebnisse ergaben sich aus amerikanischen Studien mit rund 13.000 Teilnehmern. Das Medikament wird somit voraussichtlich in den USA nicht zugelassen werden, ist jedoch in 37 Ländern bereits auf dem Markt - darunter seit 2006 auch in Deutschland. Die europäische Zulassungsbehörde EMEA will die erhobenen Daten jedoch erst noch weiter prüfen, bevor sie Warnungen ausspricht.

Quellenangabe: Ärzteblatt


Nahe Atomkraftwerken erkranken Kinder öfter an Krebs
(ClinLife, 02.10.2008)

Im Dezember 2007 hatte die aufwendige KiKK-Studie, eine Fall-Kontrollstudie mit 1600 krebskranken und 4700 gesunden Kindern unter fünf Jahren, ergeben, dass mit zunehmender Nähe des Wohnorts zu einem deutschen KKW signifikant häufiger Krebserkrankungen auftreten, besonders Leukämien. Mehrere Studien im In- und Ausland hatten das bestätigt, aber die Ergebnisse waren wegen des Designs angezweifelt worden. Jetzt bestreitet diesen Zusammenhang niemand mehr. Wird die Öffentlichkeit bewusst über die Gesundheitsgefahren durch Kernkraftwerke (KKW) getäuscht? Diese Ansicht vertritt der Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte (vdää) und stützt sich dabei auf prominente Wissenschaftler. In einer Veranstaltung in Frankfurt am Main setzte sich der Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz, Dr. Sebastian Pflugbeil, jetzt erneut mit der KiKK-Studie auseinander.

Quellenangaben: Ärzte Zeitung.de

Heroin-Ersatzmittel Methadon zerstört Leukämiezellen
(ClinLife, 02.10.2008)

Eine neue Therapie gegen Leukämie scheint sich abzuzeichnen. Zumindest im Labor zerstörte der Heroin-Substitutionsstoff Methadon Leukämiezellen. Und zwar auch solche, die bereits resistent sind. Wissenschaftler um Dr. Claudia Friesen vom Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Ulm wiesen, dass Methadon, eigentlich ein Mittel gegen körperliche Entzugserscheinungen bei Heroinabhängigkeit, zum Absterben von Leukämiezellen führt. "Entscheidend ist dabei, dass das Methadon die gesunden Blutzellen nicht angreift", erläutert Studienleiterin Friesen. Es bestehe auch die Möglichkeit, dass Methadon bei anderen Krebsarten ähnlich gut wirken könne.

Quellenangaben: Cancer Research

Sutent® hat Bewegung in die Therapie bei Nierenkrebs gebracht
(ClinLife, 30.09.2008)

Durch die Behandlung mit dem Multikinase-Hemmer Sunitinib (Sutent®), mit dem sich das Unternehmen Pfizer für den diesjährigen internationalen Prix Galien bewirbt, ist Bewegung in die Behandlung von Patienten mit metastasiertem Nierenzellkarzinom gekommen. In der Zulassungsstudie für das Medikament lebten zuvor unbehandelte Patienten unter Sunitinib im Median länger als zwei Jahre. Auch Patienten mit gastrointestinalen Stromatumoren profitieren von der Behandlung mit dem Enzymhemmer: Das Fortschreiten des Tumors kann verzögert werden.

Quellenangabe: Ärzte Zeitung


Nierenkrebs droht
(ClinLife, 30.09.2008)

Hoher Blutdruck kann das Risiko erhöhen, an Nierenkrebs zu erkranken. Dies zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung, die auf den Daten von fast 300.000 EU-Bürgern beruht.
Teilnehmer, die an nur schlecht oder gar nicht eingestellter arterieller Hypertonie litten, erkrankten zwei- bis dreimal häufiger an Nierentumoren als solche mit normalen Blutdruckwerten. Wurde der Hochdruck dagegen medikamentös abgesenkt, war kein erhöhtes Risiko feststellbar. Probanden, deren Erkrankung trotz Therapie anhielt, erwiesen sich als am stärksten gefährdet. Insgesamt traten im Lauf der Studie 250 Fälle von Nierenzellkarzinom auf.

Quellenangabe: Focus.de

Herzinfarktrate sinkt durch Nichtraucherschutzgesetze
(ClinLife, 20.08.2008)

Forscher der University of Glasgow, Schottland, fanden heraus, dass die im März 2006 eingeführten Nichtrauchergesetzte an geschlossenen öffentlichen Plätzen zu einer Reduktion der Herzinfarktrate führten. Dies war besonders bei Passivrauchern zu beobachten. Zu dieser Studie wurden zehn Monate vor Beginn des Rauchverbots Patienten aus den Kliniken, in denen 64% der Herzinfarkte behandelt werden, zu ihren Passivrauchexpositionen befragt. Zusätzlich wurde der Cotinin- Gehalt (Cotinin ist ein Abbauprodukt von Nikotin, das nach der Aufnahme von Nikotin im Urin erscheint) untersucht. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Herzinfarktrate seit der Einführung des Nichtrauchergschutzgesetzes um 17% gesunken ist. Vom Sinken der Herzinfarktrate waren zu über 60% Nichtraucher betroffen.

Tiefe Hirnstimulation kann bei therapieresistenter Depression helfen
(ClinLife, 20.08.2008)

Wissenschaftler aus den USA und Kanada setzten 20 Patienten mit Depression, bei denen die üblichen Therapien wie Psychotherapie und medikamentöse Therapie erfolglos waren, einer tiefen Hirnstimulation aus. Dabei werden Elektroden in das sog. Cingulum, einer Struktur die unter der Hirnrinde liegt, geschoben und damit diejenige Hirnregion stimuliert, die bei einer Depression erhöhte Aktivität aufweist. Dadurch soll die gesteigerte Aktivität dieser Region gemindert werden. Mit Hilfe eines standardisierten Fragebogens, dem Hamilton Rating Scale For Depression, den die Patienten vor und nach der Behandlung über den Zeitraum von einem Jahr bearbeiteten, konnte nachgewiesen werden, dass 12 der 20 depressiven Patienten auch noch nach einem Jahr eine Besserung der Symptome aufwiesen. Unerwünschte Nebenwirkungen traten kaum auf. Eine Doppelblind- Studie soll die Ergebnisse jedoch noch untermauern, bevor man eine Empfehlung zu dieser Therapie ausspricht.

Flüssigkeit aus Pankreaszysten kann diagnostisch genutzt werden
(ClinLife, 20.08.2008)

Zysten in der Bauchspeicheldrüse reichen in ihrem Malignitätsgrad von ungefährlichen Pseudozysten zu bösartigen Geschwülsten (Neoplasmen). Obwohl zystische Neoplasmen in der Bauchspeicheldrüse selten sind, ist es wichtig sie genau zu differenzieren um eine optimale Therapie wählen zu können. Bei einer 55 jährige Patientin wurde eine Zyste in der Bauchspeicheldrüse punktiert und die entnommene Flüssigkeit auf Tumormarker und pankreasspezifische Enzyme untersucht. Aus dem Verhältnis der Werte zueinander wurde ein Zystadenom diagnostiziert, und daraufhin eine Teilresektion der Bauchspeicheldrüse sowie eine Splenektomie (Entfernung der Milz) durchgeführt. Die anschließende histologische Untersuchung bestätigte die vorherige Diagnose eines Zystadenoms. Die Flüssigkeit aus dem Bauchspeichelsdrüsenpunktat kann somit laut der türkischen Forscher als diagnostisches Mittel genutzt werden.

Quellenangabe: Pubmed

Hüftspeck erhöht Bauchspeicheldrüsenkrebs bei postmenopausalen Frauen
(ClinLife, 20.08.2008)

In einer in den USA durchgeführten Studie wurden über einen Zeitraum von 7 Jahren über 138.000 Frauen im reifen Alter auf Fettleibigkeit in Beziehung zu Bauchspeicheldrüsenkrebs untersucht. Dabei bezog sich die Untersuchung der Fettleibigkeit besonders auf die Menge an Hüftspeck. Es konnte festgestellt werden, dass besonders Frauen mit einem ungünstigen Taille-Hüft-Verhältnis ein 70% höheres Risiko hatten an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken im Vergleich zu Frauen mit einem günstigeren Verhältnis.

Quellenangabe: Pubmed

Erste Therapie bremst COPD
(ClinLife, 16.08.2008)

Erstmals zeigt eine Wirkstoffkombination Erfolge in der Therapie der Raucherkrankheit COPD: Sie soll den Verlust der Lungenfunktion aufhalten können. Die TORCH-Studie (Toward a Revolution in COPD Health) untersuchte die Wirkung der Kombination des ß-Agonisten Salmeterol mit einem inhalativen kortikoiden Steroid (Fluticasone Propionate). Es zeigte sich, dass die beiden Wirkstoffe im Zusammenspiel und jeweils auch allein einen positiven Einfluss hatten. Sie verringern die Sterblichkeit, verzögern das Voranschreiten der Krankheit, verbessern die Lebensqualität und erhalten die Lungenfunktion von COPD-Patienten.

Quellenangabe: Focus.de

Frankfurter Forscher erhalten umfangreiche Fördermittel
(ClinLife, 14.08.2008)

Forscher der Frankfurter J.W. Goethe-Universität erhalten Fördermittel in Höhe von insgesamt 80.000 Euro für Projekte zur Erforschung der Alzheimer Demenz

Professor Dr. Thomas Deller, Direktor des Institutes Anatomie I: Klinische Neuroanatomie der Dr. Senkenbergischen Anatomie der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, und Dr. Peter Uhlhaas vom Labor für klinische Neurophysiologie und Neuroimaging des Universitätsklinikums Frankfurt erhalten für ihre Forschungsprojekte zur Alzheimer-Krankheit je 40.000 Euro Fördermittel von der Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI). Diese stellt im elften Jahr ihres Bestehens 317.000 Euro für richtungsweisende Forschungsprojekte an deutschen Universitäten bereit. Im Jahr 2006 wurden bei der AFI 38 Forschungsanträge eingereicht, die von international anerkannten Experten begutachtet wurden. Die fünf besten Projekte wurden mit Fördergeldern ausgestattet.

Quellenangabe: idw-online.de

Orthokin- Therapie vielversprechend
(ClinLife, 14.07.2008)

Langfristige Besserung bei Kniegelenksarthrose kann den Betroffenen die wissenschaftlich fundierte Orthokin- Therapie bringen. Bei dieser Therapie handelt es sich um eine spezielle Art der Blutabnahme mit Gewinnung körpereigener Proteine, die hemmend auf die Arthroseentstehung wirken.

Werden Sie aktiv und machen Sie mit!
(ClinLife, 14.07.2008)

Die deutsche Rheuma- Liga lädt ein:  Ob Arthrose, Rheumatoide Arthritis,  Fibromyalgie, Morbus Bechterew, Osteoporose oder andere rheumatische Beschwerden - die Rheuma-Liga ist für alle da, für jüngere und ältere Menschen, Kinder, Eltern und Jugendliche. Kontaktdaten finden Sie bei Interesse unter folgendem Link:

Kampagne „Arthrose- wir helfen weiter“
(ClinLife, 14.07.2008)

Noch bis Oktober nächsten Jahres läuft die zweijährige Kampagne der deutschen Rheuma- Liga unter dem Namen „Arthrose- wir helfen weiter", die dich an Arthroseerkrankte wendet. Mit dem Motiv eines auf kantigen, rostigen Rädern laufenden Sportwagens, wirbt der Patientenverband auf Großflächenplakaten bundesweit für Beratungs- und Bewegungsangebote.

Nanokapseln als Arzneitransporter
(ClinLife, 14.07.2008)

Erkrankungen der Gelenke sind medikamentös nur schwer zu behandeln, da der Knorpel nicht durchblutet ist und somit die Wirkstoffe den Knorpel schlecht erreichen. Französische forscher haben nun mit Nanokapseln aus Kunststoff einen Weg gefunden, an die Oberfläche des Knorpels zu gelangen. Die Kapseln docken dort an und setzen den Wirkstoff frei. Arthrose und andere Knorpelerkrankungen könnten damit in Zukunft besser behandelbar sein.

Chronische Entzündungen fördern Krebsrisiko
(ClinLife, 10.06.2008)

Bisher wurden die Auswirkungen von Entzündungs-assoziiertem Sauerstoff- und Stickstoffspezies (auch als RONS bezeichnet) auf die Entstehung von Tumoren noch nicht erforscht. Nun erbrachte eine amerikanische Studie wichtige Ergebnisse in diesem Zusammenhang.

Die durch RONS ausgelösten Schäden der DNA können durch ein Enzym namens Alkyladenin-DNA-Glykosylase (AaG) detektiert werden und anschließend eine Reparatur eingeleitet werden. An einem Maus-Modell mit chronisch entzündlicher Darmerkrankung, wie z.B. Colitis Ulcerosa, konnten Forscher zeigen, dass die AaG-vermittelte DNA-Reparatur die Darmschleimhaut vor Schäden schützt und die Entstehung  von Dickdarmtumoren reduziert. Im Vergleich zeigten Tiere mit niedrigem AaG-Level eine deutlich höhere Rate an Schleimhautläsionen im Darm, die zu Tumoren führen können. Die Daten zeigen also, dass es möglich ist Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen vor der Entstehung von Tumoren zu schützen, indem man sie mit AaG oder ähnlichen Stoffen behandelt.

Genetische Ursachen
(ClinLife, 10.06.2008)

Wissenschaftler des Nationalen Genomforschungsnetzes fanden heraus, dass bei der Entstehung von Colitis Ulcerosa 272 Gene und von Morbus Crohn 500 Gene beteiligt sind. Sie stellten fest, dass die meisten Gene im kranken Gewebe weniger aktiv sind. Viele der auffälligen Gene lösen eine Immunantwort (Entzündungsreaktion) aus. Bei Colitis Ulcerosa sind viele Gene betroffen, die für Zellwachstum und -vermehrung zuständig sind, welches zu Darmkrebs führen kann, eine typische Spätfolge der CU. 122 Gene spielen bei beiden Krankheiten eine Rolle. Dies zeigt, dass bei beiden Krankheiten der gleiche Entzündungsprozess stattfindet und erklärt warum sie oft auf dieselbe Therapie ansprechen.

Neue Wirkstoffe gegen Diabetes Typ II: Inkretin-Analoga
(ClinLife, 06.06.2008)

Die Insulinausschüttung nach dem Essen wird zu 60% durch Inkretine, das sind Darmhormone, gesteuert. Die wichtigsten davon sind das Glucagon-like-Peptide-1 (GLP-1) und das Glucose-dependent insulinotropic peptide (GIP). Sie steuern die Sekretion von Verdauungssäften, Verdaungshormonen und -enzymen. GLP-1 und GIP unterdrücken die Glucagon-Sekretion aus der Bauchspeicheldrüse, steigern die Insulinausschüttung solange, bis der Blutzucker normal (80-100mg%) ist, verzögern die Magenentleerung und mindern im Tierversuch den Appetit. So sorgen Inkretine für eine gleichmäßige und effiziente Kohlenhydratverwertung.

Die Inkretine sind ein Schwerpunkt der aktuellen pharmazeutischen Forschung auf dem Gebiet der Antidiabetika. Die amerikanische Zulassungsbehörde für Medikamente hat erstmals ein GLP-1-Präparat zugelassen. Es heißt Exenatide® und ähnelt dem Wirkstoff Exendin-4 im Speichel einer Echsenart (amerikanischen Krustenechse «Gila Lizard»). Dieses Tier nimmt nur 3-4 x pro Jahr Nahrung zu sich, welche es dank Exendin-4 besonders effektiv verwertet. In Deutschland ist Exendin-4 seit April 2007 als Exenatid (Byetta®) zugelassen.

Quellenangabe: Diabetes-News.de

Therapietreue bei langen Medikamentenlisten
(ClinLife, 06.06.2008)

Der Diabetes Typ II ist typischerweise mit anderen Stoffwechselkrankheiten verbunden und bewirkt vielfältige Folgeerkrankungen. Neben der Insulinresistenz müssen häufig auch andere internistische Erkrankungen wie das metabolische Syndrom oder Bluthochdruck behandelt werden. Es kommt dazu, dass die Patienten schließlich täglich eine Vielzahl von Medikamenten einnehmen müssen. Langjährige internistische Patienten, gerade auch Typ II - Diabetiker, haben somit schließlich eine beträchtliche Medikamentenliste: Antidiabetika, Antihypertensiva , Statine usw.

Diese Vielzahl an Medikamenten beeinträchtigt die Compliance der Patienten. Viele Patienten sind  überfordert von den Dosierungsangaben ihrer Tabletten. Die Folge sind Fehler der Einnahme, eigenmächtiges Absetzen von Medikamenten und ein Widerwille gegen die medikamentöse Therapie. Auf diese Weise wird die verordnete medikamentöse Therapie nicht korrekt durchgeführt. Der behandelnde Arzt ist so im Unklaren über den Erfolg seiner Anordnungen. Auch der volkswirtschaftliche Schaden durch verschleppte Therapieerfolge und unnütze Verordnungen ist beträchtlich. Empfehlenswert sind deshalb einfache Dosierhilfen für Patienten, die für eine Woche im Voraus befüllt werden und dem Patienten den Überblick erleichtern. Mit dieser einfachen Maßnahme könnte die Therapietreue verbessert werden.

Insulintablette - wie geht es weiter?
(ClinLife, 06.06.2008)

Ein Insulin in Tablettenform ist von der Firma Emisphere Technologies Inc unter dem Namen Eligen Insulin entwickelt worden. Dies berichten A. Hofmann und B. Qadri von der Universität Jerusalem in einem aktuellen Artikel der pharmakologischen Fachzeitschrift Idrugs - the investigation drug journal (2008 Jun;11(6):433-41). Insulin ist ein Protein, das normalerweise bei oraler Aufnahme im Magen und Dünndarm zerlegt und damit unwirksam wird. Deshalb muss Insulin gespritzt werden. Eligen Insulin nun ist an ein Trägermolekül gebunden, das die Zersetzung des Insulins im Darmtrakt verhindert. So kann es im Dünndarm in die Blutbahn aufgenommen werden und seine Wirkung entfalten.

Im Tierversuch und in Phase I - Studien wurde ermittelt, daß Eligen Insulin zuverlässig aufgenommen wird und schneller und kräftiger wirkt als gespritztes Insulin.

Quellenangabe: Pubmed

Neuer Wirkstoff DDP733 zur Behandlung von Reizdarmsyndrom mit Verstopfung
(ClinLife, 03.06.2008)

Ebenfalls bei der Digestive Disease Week 2008 wurde von der Firma Dynogen das Medikament DDP773 zur Behandlung vom Reizdarmsyndrom mit Verstopfung vorgestellt. Es wurden im Rahmen einer Placebo-kontrollierten Studie in führenden kanadischen Forschungszentren eine gute Wirksamkeit und keine Nebenwirkungen festgestellt. Die Patienten bekamen dreimal täglich das Medikament bzw. einen Placebo und führten ein Tagebuch über ihre Symptome und deren Veränderung im Laufe der Studie. Dabei gaben sie im Durchschnitt eine Linderung der Beschwerden von 50% an. „Wir glauben, dass die starke klinische Wirksamkeit und die große Sicherheit DDP773 deutlich von anderen Medikamenten zur Behandlung des Reizdarmsyndroms abhebt", sagte Dr. Suhail Nurbhai von Dynogen. Darum sei das Medikament eine wichtige Entwicklung für die bisher so schlecht versorgten Patienten und werde nach einer Folgestudie der Zulassungsbehörde vorgelegt.

Quellenangabe: MedicalNewsToday

Rifaximin zeigt Erfolge bei Reizdarmsyndrom mit Durchfall
(ClinLife, 03.06.2008)

Die Firma Salix Pharmaceuticals präsentierte bei der Digestive Disease Week 2008, der weltweit angesehensten Versammlung von Gastroenterologen, die positiven Ergebnisse des Medikaments Rifaximin in einer Phase-2-Studie mit Patienten, die an einem Reizdarmsyndrom mit Durchfall leiden. Im Vergleich zur Kontrollgruppe, die ein Placebo erhielt, zeigten die Patienten nach Rifaximin-Gabe allgemein eine Besserung der Symptome und speziell eine deutliche Verminderung der Blähungen. Das Besondere war, dass die positiven Wirkungen nicht nur während der Einnahme zu beobachten waren, sondern auch noch bis zu 12 Wochen danach. Der Wirkstoff ist ein spezifisches Darmantibiotikum und ist momentan in den USA zur Behandlung von Reisedurchfall zugelassen. Aufgrund der Studie soll bald eine Zulassung zur Behandlung des Reizdarmsyndroms erfolgen.

Quellenangabe: MedicalNewsToday

Medikament AMITIZA® für Reizmagensyndrom zugelassen
(ClinLife, 29.05.2008)

Die amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA) hat die Genehmigung zur Behandlung des Reizmagensyndroms mit Verstopfung (abgekürzt als IBS-C) bei Frauen ab 18 Jahren mit AMITIZA® erteilt. Das Medikament ist bereits anerkannt im Rahmen der Behandlung von chronischen Verstopfungen. „Durch diese Zulassung können wir nun vielen Frauen ein Medikament anbieten, dass eine deutliche Verminderung ihrer Beschwerden hervorruft", sagte Art Rice der zuständige Gastroenterologe der Herstellerfirma Takedo Pharmaceuticals. In Zusammenarbeit mit Ärzten und Patienten möchten sie das Medikament nun allgemein etablieren. Der Zulassung war eine Langzeitstudie mit über 1500 Patienten vorausgegangen, in der über die Hälfte der Patienten eine signifikante Besserung der Symptome aufwies. In einer weiteren Studie soll nun die Anwendbarkeit für Kinder und Jugendliche getestet werden.

Quellenangabe: Biospace

Studie belegt positive Wirkung von Probiotika
(ClinLife, 29.05.2008)

Eine kontrollierte, randomisierte Studie mit 267 Patienten, die am Reizdarmsyndrom leiden, zeigte den positiven Effekt von Mikroorganismen in probiotischen Joghurts. Die Patienten erhielten zweimal täglich einen Joghurt mit Bifidobakterien oder ein Kontrollmilchprodukt als Placebo. Die Beschwerden verminderten sich mit dem Verzehr des probiotischen Joghurts im Vergleich zur Kontrollgruppe deutlich, nach drei Wochen gaben 17,5% der Patienten eine Besserung der Symptome um mindestens 10% Prozent an und nach sechs Wochen etwa doppelt so viele.

Quellenangabe: Ärzte Zeitung

Antidepressivum lindert Beschwerden bei Jugendlichen mit Reizmagensyndrom
(ClinLife, 29.05.2008)

Forscher am Mattel Children´s Hospital UCLA haben herausgefunden, dass ein niedrig dosiertes Antidepressivum die Beschwerden von jungen Patienten mit Reizmagensyndrom (IBS) erheblich mindert. Das betreffende Medikament, das sogenannte Amitriptylin, wurde mehrere Jahre an Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren im Rahmen einer Placebo-kontrollierten Studie getestet und führte zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität. Des Weiteren konnte eine Verminderung der Diarrhö und der Bauchschmerzen festegestellt werden. Mehrere Studienteilnehmer waren zunächst wegen Nebenwirkungen des Antidepressivums besorgt, doch der Leiter der Studie Dr. Ron J. Bahar betonte, dass die Dosis zur Behandlung von Depressionen wesentlich höher sei und bei der niedrigen Dosis in der Studie keine Nebenwirkungen zu erwarten seien.

Auf diesen ersten Studienabschnitt wird nun eine Langzeitstudie folgen um eventuelle Spätfolgen auszuschließen. Da bisher nur wenige Medikamente für Jugendliche mit Reizdarmsyndrom erhältlich sind, stellt das Amitriptylin eine wichtige Therapieoption zur Linderung der Beschwerden bei Reizmagensyndrom dar.

Quellenangabe: Sciencedaily

Depression erhöht die Sterberate bei Patienten mit Herzinfarkt
(ClinLife, 27.05.2008)

Eine Studie aus St.Louis, USA,  hat erneut gezeigt, dass Patienten die nach ihrem Myokardinfarkt eine Depression entwickeln, eine deutlich höhere Sterberate aufweisen, als Patienten ohne Depression. Je schwerer die Depression war, desto größer war auch die Sterberate. Deshalb sollte bei Patienten nach Infarkt unbedingt  nach einer Depression gefahndet  und gegebenen Falls auch therapiert werden.

Quellenangabe: Ärzte Zeitung

Patienten mit einer Depression entwickeln öfter eine Alzheimer-Krankheit als Patienten ohne vorbestehende Depression
(ClinLife, 27.05.2008)

Dies wurde kürzlich in zwei Studien, in Chicago und Rotterdam, gezeigt. Wenn die Depression bereits vor dem 60 Lebensjahr auftrat, war das Risiko später die Alzheimer-Demenz zu entwickeln sogar fast vierfach höher. Die Studien lassen allerdings offen, welcher Zusammenhang zwischen beiden Erkrankungen besteht. Ausgeschlossen ist allerdings die Depression als Frühsymptom der Alzheimer-Erkrankung.

Quellenangabe: Ärzteblatt

Neuer Tumormarker IMP3 für Pankreaskarzinome
(ClinLife, 27.05.2008)

In einer Studie der Cornell University, USA fand man heraus, dass IMP3 (insulin-like growth factor-II mRNA binding protein 3) ein vielversprechender Tumormarker für das Adenokarzinom des Pankreas sei. Es wurde bei 25 Patienten, von denen 13 eine chronische Pankreatitis und 12 ein invasives, duktales Pankreaskarzinom haben, eine ultraschallkontrollierte Feinnadelpunktion durchgeführt. Diese Biopsien wurden darauf immunhistologisch angefärbt und die Intensität der Färbung in keine, schwach, mittel und stark eingeteilt. Bei elf der zwölf Patienten (92%) kam es zu einer Anfärbung der Tumorzellen mit IMP3. Die Färbung war bei zweien schwach, bei fünf mittelmäßig und bei vier sehr stark. Im gesunden Gewebe kam es nicht zu einer Markierung mit IMP3

Quellenangabe: Pubmed

Antiallergikum Mizolastin
(ClinLife, 27.05.2008)

Gleich mit einer dreifachen Wirkung kann ein neues Antihistaminikum aufwarten, das jetzt zur Behandlung der saisonalen und perennialen Rhinitis auf den Markt kommt. Es handelt sich um den Wirkstoff Mizolastin, welcher eher als Antiallergikum, denn als Antihistaminikum charakterisiert werden sollte. Denn Mizolastin hemmt einerseits die Degranulation von Mastzellen und damit die Freisetzung von Histamin (allergische Frühreaktion), es besitzt aber darüber hinausgehende Wirkungen, wie Prof. Erwin Schöpf (Freiburg) bei der Vorstellung in Bonn darlegte.
So verhindert Mizolastin (Zolim®, Schwarz Pharma) die Bildung von Leukotrienen, welche das entzündliche Geschehen unterhalten. Außerdem setzt das neue Antiallergikum direkt an den Mastzellen an und stabilisiert deren Zellmembran. Dadurch wird per se die Degranulation erschwert und mit ihr die Freisetzung weiterer Entzündungsmediatoren, ein Effekt, der bei anderen H1-Rezeptorantagonisten bislang nicht gesehen wurde. Zugelassen wurde der neue Wirkstoff für die allergische Rhinitis sowie die Urtikaria; gute Effekte werden außerdem bei der Neurodermitis gesehen, schilderte Frau Dr. Hortensia Pfannenstiel (München). Die Dermatologin schätzt das Präparat, weil Patienten mit Pollenallergie sehr rasch Linderung erfahren: "Innerhalb von einer Stunde nach der Einnahme sind die meisten Patienten völlig beschwerdefrei."
Auch bei der Urtikaria gehen die Beschwerden rasch, meist innerhalb von ein bis vier Stunden zurück. Bei der Neurodermitis beobachtete die Medizinerin vor allem eine deutliche Linderung des Juckreizes sowie eine schnellere Abheilung des Ekzems, was nach ihrer Meinung auf die direkte antiallergische Wirkung zurückzuführen ist.

Quellenangabe: Ärzteblatt

Juckende Quaddeln durch Darmparasiten
(ClinLife, 27.05.2008)

Parasiten können Urtikaria auslösen, da sie die Mastzellen aktivieren und eine IgE-Ausschüttung hervorrufen. Als Immunglobulin E (IgE) bezeichnet man einen Antikörper, der in erster Linie Parasiten abwehren soll. Er ist auch verantwortlich für Allergien. Patienten mit chronischer Urtikaria, atopischer Dermatitis oder Juckreiz unklarer Ursache sind deutlich häufiger mit Darmparasiten infiziert als Personen ohne allergische Symptome. Besonders Parasiten wie Helminthen und Protozoen rufen die juckenden Quaddel hervor. Hinweise auf eine Parasitose als Ursache einer Urtikaria geben Faktoren, wie Aufenthalt in Übersee, Süd- oder Osteuropa, schlechte hygienische Bedingungen, Verzehr von rohem Fisch (Sushi), gastrointestinale Symptome und Fieber.

Quellenangabe: Ärzte Zeitung

Viel hilft viel: Hochdosiertes Desloratadin gegen Kältequaddeln
(ClinLife, 27.05.2008)

Wie jetzt in einer Studie festgestellt wurde, erbringt das Vierfache der Standarddosis von Desloratadin die fast vollständige Symptomfreiheit bei durch Kälte induzierter Urtikaria. Die Studie schloss 30 Patienten ein, die entweder mit 5 mg Desloratadin, oder mit der vierfachen Dosis von 20 mg oder mit einem Placebo behandelt wurden. Anschließend wurde ein lokaler Kältereiz von 4° C gesetzt. Professor Marcus Maurer von der Berliner Charite erklärte, dass die entstandenen Quaddeln unter der Behandlung mit der vierfachen Dosis Desloratadin nicht einmal halb so groß wie unter der Standarddosis waren. Zum Teil traten sogar gar keine Symptome mehr auf. Die Studie zeigt, dass deutlich höhere Dosierungen von Desloratadin bei der kälteinduzierten Urtikaria auf jeden Fall anzuraten sind, um eine Linderung oder sogar Beschwerdefreiheit zu erzielen.

Quellenangabe: Ärzte Zeitung

Behandlung mit ultraviolettem Licht
(ClinLife, 27.05.2008)

In einer Studie wurde überprüft, ob die Anwendung von engbandigem ultraviolettem Licht Typ B ergänzend zur Einnahme von Antihistaminika einen positiven Behandlungseffekt auf die Urtikaria aufweist. Dafür wurden 48 unter Urtikaria leidende Patienten sowohl mit UVB-Licht als auch mit Antihistaminika behandelt. Die Kontrollgruppe erhielt nur ein Antihistaminikum. Beide Gruppen wurden zweimal während der Behandlung und drei Monate nach Abschluss der Behandlung beurteilt. Mit Hilfe des Urtikaria-Aktivitäts-Scores und einer visuellen Analog-Skala konnte festgestellt werden, dass es einen signifikanten Unterschied zwischen den Ergebnissen der beiden Gruppen gibt. Die Gruppe, die die Kombinationstherapie erhielt, wies eine deutliche Reduzierung des Urtikaria-Aktivitäts-Scores und der visuellen Analog-Skala auf. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sie Behandlung mit engbandigem UV-B-Licht in Kombination mit der Einnahme von Antihistaminika eine effektive Therapie darstellt.

Quellenangabe: Pubmed

Einfluss von Sexualhormonen auf Entstehung der Urtikaria?
(ClinLife, 26.05.2008)

Der mögliche Einfluss von weiblichen Sexualhormonen auf die Entstehung der Urtikaria wird zur Zeit von Wissenschaftlern untersucht. Sexualhormone beeinflussen  Zellen des Immunsystems und die Entzündungszellen, einschließlich der Mastzelldegranulation, die für die Entstehung der Urtikaria eine wichtige Rolle spielt. Darüber hinaus wird das Auftreten der Urtikaria mit Phasen der hormonellen Umstellung assoziiert, wie es z.B. während der Menstruation, der Schwangerschaft, der Menopause und unter der Einnahme von hormonellen Kontrazeptiva der Fall ist. In dieser Zeit ist die Anfälligkeit gegenüber der Urtikaria offensichtlich größer und sie tritt vermehrt auf. Es wurde ebenfalls festgestellt, dass Frauen doppelt so häufig betroffen sind wie Männer. Diese Erkenntnisse, die von polnischen Wissenschaftlern gewonnen wurden, legen den Einfluss von Sexualhormonen auf die Entstehung der Urtikaria nahe und sollten deshalb in Zukunft weiter untersucht werden.

Quellenangabe: Pubmed

Kinder mit Migräne - wie behandeln?
(ClinLife, 24.05.2008)

Migräne gilt als eine Krankheit jüngerer Erwachsener; aber auch Kinder können in möglicherweise dramatischer Form unter Migräne leiden. Eine aktuelle Überblicksstudie von Dr. B. Bailey und Dr. B.C. McManus von der Notfallambulanz der Kinderklinik des Centre Hospitalier Universitaire Ste-Justine in Montréal (Kanada) hat nun zu ermitteln versucht, wie Migräneattacken oder der status migrainosus bei Kindern wirkungsvoll medikamentös behandelt werden können. Ihre Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Pediatric Emergency Care (2008 May;24(5):321-30) veröffentlicht. Für die Überblicksstudie wurden 14 klinische Studien ausgewertet. Der Wirkstoff Prochlorperazin war demnach schneller wirksam als Ketorolac. Wie schnell die bei ambulant behandelten Kindern eingesetzten Wirkstoffe Ibuprofen, Acetaminophen, Sumatriptan (als Nasenspray), Rizatriptan und Zolmitriptan wirkten, sei laut dieser Studien nicht zu ermitteln gewesen. Sicher sei jedoch, dass oral verabreichtes Sumatriptan oder Dihydroergotamine, zwei bewährte Medikamente für Erwachsene, bei Kindern nicht effektiv wirksam waren. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass weitere Studien nötig seien, um seriös beurteilen zu können, welche Wirkstoffe für Kinder mit Migräne empfehlenswert seien.

Eine andere aktuelle Studie hat bei Heranwachsenden die Wirkung des Migränemedikamentes Almotriptan erforscht. Dies berichtet die Arbeitsgruppe von Dr.S.L.Linder von der kinderneurologischen Klinik in Dallas, USA in der Maiausgabe der Fachzeitschrift Headache. Hierzu wurde eine Gruppe von 866 jungen Patienten zwischen 12 und 17 Jahren, die seit über einem Jahr an Migräne leiden, mit Almotriptan in verschiedenen Dosierungen (6,25mg, 12,5mg, 25mg) oder einem Scheinmedikament (Placebo) behandelt. Die Ergebnisse waren deutlich: auch in der kleinsten Dosierung zeigte Almotriptan eine besser Wirkung als Placebo. In allen Dosierungen waren jedoch auch dosisabhängig die bekannten Nebenwirkungen des Almotriptan (Übelkeit, Schwindel, Benommenheit) feststellbar.

Quellenangabe: Pubmed

Hilft Akupunktur bei Asthma?
(ClinLife, 15.05.2008)

Laut einer Studie der Fachklinik Sylt für Kinder und Jugendliche und der Universität Frankfurt sei der vielfältige Nutzen der Akupunktur bei Asthma bewiesen, auch bei ausgeprägten Beschwerden. Unter der Akupunktur hätten sich messbar nicht nur die Lungenfunktionswerte, sondern auch psychische Faktoren wie Angst und Lebensqualität gebessert.

Quellenangabe: www.presseportal.ch

Die Mistel in der Krebstherapie bringt Vorteile!
(ClinLife, 08.05.2008)

Die Therapie mit Mistelpräparaten ist eine umstrittene komplementärmedizinische Behandlung die allerdings in keiner der wissenschaftlichen Leitlinien zur Krebsbehandlung der deutschen Krebsgesellschaft eine Rolle spielt.

In einer Studie in Berlin wurden 234 Pankreaskarzinompatienten mit einer Misteltherapie zusätzlich zu ihrer Krebstherapie behandelt. Erstaunlicherweise ergab die Studie eine Überlebensverlängerung von 42 Prozent im Vergleich zur Kontrollgruppe. Die Therapie führt im Stadium III zu einer Lebensverlängerung bis zu 6 Monaten. Außerdem kann so der Krankenhausaufenthalt verkürzt werden

Die Therapie wird in Deutschland von vielen Krankenkassen übernommen.

Veränderungen am Brustkrebsgen BRCA könnten neue Erkenntnisse liefern
(ClinLife, 07.05.2008)

Australische Wissenschaftler haben neue Erkenntnisse über das Brustkrebsgen BRCA1 erlangt: in Brustkrebszellen zeigt dieses Gen eine Schlaufenbildung, die es in gesunden Zellen nicht hat. Dies könnte der Ansatz für eine Erklärung zur Krebsentstehung sein.

Quellenangabe: www.curado.de

Positiver Einfluss von Trastuzumab bestätigt
(ClinLife, 07.05.2008)

Laut einer Arbeitsgruppe, die in der renommierten Medizin-Fachzeitschrift New England Journal of Medicine im März 2008 ihre Arbeit veröffentlicht hat, hat die Therapie mit dem Antikörper Trastuzumab einen positiven Einfluss auf die Überlebensrate in Kombination mit einer Chemotherapie bei metastasiertem Brustkrebs. Trastuzumab erhöht auch die Überlebensrate als adjuvante Therapie.

Auch Alkohol in kleinen Mengen erhöht das Brustkrebsrisiko
(ClinLife, 07.05.2008)

Studien von Medizinern des amerikanischen National Cancer Institute (NCI) haben ergeben, dass selbst kleine Mengen Alkohol zur Erhöhung des Brustkrebsrisikos beitragen können. Besonders die Krebsarten, die Östrogen- und Progesteron-Rezeptor positiv sind, seien betroffen. Untersucht wurden rund 184.000 Frauen über einen Zeitraum von sieben Jahren.

Quellenangabe: www.cancer.gov

Starker Gewichtsverlust verschlechtert Prognose
(ClinLife, 02.05.2008)

Die starke, krankhafte Abmagerung bei einem Pankreaskarzinom ist wahrscheinlich mit der Prognose der Erkrankung verknüpft. Laut PD Dr. Martignoni des Klinikums rechts der Isar haben diese Patienten vermehrt Metastasen (Geschwulste). Dies könnte darauf hinweisen, dass sich der Bauchspeichelkrebs nun zu einer umfassenden Erkrankung entwickelt hat. Daher ist es außerordentlich wichtig, dass versucht wird, dies zu vermeiden. Hierbei sollte ein besonderes Auge auf die Ernährung und die körperliche Bewegung gelegt werden.

Quellenangaben: Innovationsreport

Essstörung, Depression, Migräne
(ClinLife, 25.04.2008)

Patientinnen und Patienten mit Essstörungen (die wichtigsten Eßstörungen sind Magersucht und Ess-Brechsucht: Anorexia nervosa und Bulimie) leiden häufig zugleich unter Schmerzerkrankungen wie der Migräne, Spannungskopfschmerz oder Rückenschmerzen. Eine aktuelle Studie des Instituts für Psychiatrie und Verhaltensforschung der John Hopkins School of Medicine in Baltimore, USA, hat nun unter der Leitung von Dr.J.W. Coughlin an 492 Frauen, davon 70 mit einer diagnostizierten Essstörung, ermittelt, inwieweit diese Erkrankungen zusammenfallen und damit sogenannte Risikofaktoren darstellen. Risikofaktoren sind Symptome oder Erkrankungen, welche mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit in bestimmten Zusammenhängen auftreten, ohne dass die ursächlichen Zusammenhänge erklärt sind. Die Ergebnisse der aktuellen Studie zeigen, dass Schmerzen und Depression eng mit Essstörungen verknüpft sind. 36% der Patientinnen mit manifester Essstörung leiden an einer Schmerzerkrankung. Jedoch hängen weder die Schwere noch die Ausprägung der Essstörung mit der Schwere oder Lokalisierung der Schmerzen proportional zusammen. Ein Bericht über diese Studie wurde in der Fachzeitschrift für Schmerztherapie Clinical Journal of Pain veröffentlicht (2008 Jun; 24(5):406-14).

Quellenangabe: Pubmed

Blockade bei HIV-Infektionen entschlüsselt
(ClinLife, 21.04.2008)

Vorläuferzellen der weißen Blutzellen werden weniger leicht von HIV infiziert, als reife oder aktivierte Leukozyten. Warum dies so ist, war bislang unverstanden. Eine Arbeitsgruppe des Hamburger Heinrich-Plette-Instituts hat nun eine Blockade in ruhenden Blutzellen beschrieben, die eine Vermehrung des HIV-1-Virus verhindert. Diese Blockade geschehe mit Hilfe eines Proteins im Zellinnern, des Glucocorticoidrezeptors. In ruhenden Vorläufer-Blutzellen wandern HIV-Viren nicht in den Zellkern. Sie verbleiben im Zellplasma und werden in den nächsten Stunden abgebaut. Dadurch ist eine Virusvermehrung verhindert. Diese Blockade kann unter Stress oder einer Therapie mit Steroiden (Kortison) aufgehoben werden.

HI-Viren machen Station im Gehirn
(ClinLife, 21.04.2008)

Das humane Immundefizienz Virus HIV-1 kann unter anderem auch Zellen des zentralen Nervensystems infizieren. Es führt bei mehr als der Hälfte der Infizierten zu neurologischen Störungen bis hin zur Demenz. Die Mechanismen dieses Krankheitsgeschehens sind jedoch noch unverstanden. Forscher des Virologischen Instituts am Helmholtz Zentrum München unter Leitung von Professor Dr. Ruth Brack-Werner konnten zeigen, dass HIV-1-Viren vor allem die die Astrozyten infizieren und dort ein wenig aktives dauerhaftes Viren-Reservoir bilden. Ina Rothenaigner und Kollegen aus der Arbeitsgruppe von Prof. Brack-Werner stellten ferner fest, dass auch neuronale Vorläuferzellen HIV-1-infiziert seien.

Frühe Therapie gegen HIV?
(ClinLife, 21.04.2008)

Die Lebenserwartung von AIDS-Patienten ist durch die HAART um 15 bis 25 Jahre verlängert werden. Damit ist die HAART laut Prof. Matthias Stoll von der Medizinischen Hochschule Hannover die bei einer chronischen Erkrankung erfolgreichste Behandlung in der gesamten Medizin. Der beste Zeitpunkt für einen Therapiebeginn ist jedoch weiterhin nicht festgelegt. Es wird diskutiert, ob eine antiretrovirale Therapie bereits bei einer CD4-Zellzahl von 350/μl begonnen werden soll. Prof. Stoll hofft, dadurch Infektionen, Leberschäden und auch Herz-Kreislauferkrankungen bei HIV mindern zu können. Andererseits wird die Prognose von behandelten HIV-Patienten durch ungünstige Langzeiteffekte wie Lipidstörungen, Störungen des Zucker- und Knochenstoffwechsels und Arteriosklerose bestimmt. Eine fünfjährige prospektive Studie mit dem Namen START soll darüber Aufschluss geben, ob ein früherer Therapiebeginn langfristig segensreich ist. Sie beginnt jetzt und wird an mehr als 4.000 Patienten durchgeführt. Bei einem Teil der Patienten wird die HIV-Therapie bei mehr als 450 CD4-T-Helferzellen pro Mikroliter Blut begonnen, bei einer anderen Gruppe erst bei einer Menge von 275 bis 325 pro Mikroliter Blut.

Quellenangabe: Ärzte Zeitung

Unterscheidung einer gutartigen von einer bösartigen Veränderung des Pankreas im CT
(ClinLife, 05.04.2008)

Das Ziel einer Studie der Teikyo University School of Medicine, Tokyo war es prädiktive Faktoren für die Erkennung von gutartigen (benigne) und bösartigen (maligne) Veränderungen der Bauchspeicheldrüse in der Computer Tomographie zu finden. Hierfür wurde bei 53 Patientenmit einem Pankreaskarzinom, von denen 7 einen Befall des Pankreashauptganges und 46 des -Nebenganges haben,  ein CT und eine pathologische Untersuchung des Gewebes durchgeführt. Bei der Evaluation spielten die Parameter Größe, Lokalisation, Form, Vielfältigkeit der zytischen Läsionen, sowie die Anwesenheit von Wandknötchen und der Durchmesser des Pankreashauptganges eine Rolle. Alle 7 Patienten mit einem Pankreashauptgangkarzinom zeigten einen bösartigen Tumor. Bei den andern 46 Patienten jedoch nur 8. Daraus schließt man, dass der Befall des Hauptganges höchstwahrscheinlich für eine bösartige Veränderung spricht. Vor allem spielen die Kombination der Faktoren Wandknötchen und Erweiterung des Ganges oder große Tumorgröße und Erweiterung des Pankreasganges eine große Rolle als prädiktive Faktoren.

Quellenangabe: Pubmed

Deutsche Forscher wollen spezielle Proteine in Tumorzellen einschleusen und dadurch die Heilungschancen erhöhen
(ClinLife, 14.03.2008)

In Untersuchungen an der Universitätsklinik Essen fanden Wissenschaftler eine Ursache heraus, warum Chemotherapien bei manchen Patienten nicht ausreichend wirken: Verantwortlich hierfür ist ein spezielles Eiweiß, das so genannte pp32. Es beeinflusst, wie empfindlich die Lungentumore auf Medikamente reagieren, die ihren Selbstmord auslösen können. Dieses Selbstmordprogramm - auch "Apoptose" genannt - ist an der Wirkung der meisten Zytostatika und der Strahlentherapie beteiligt.Patienten, deren Lungenkrebszellen einen hohen pp32-Eiweißgehalt aufwiesen, reagierten besonders positiv auf die Chemotherapie und überlebten dadurch deutlich länger. Lungenkrebszellen, die nur geringe Mengen des Eiweißes enthielten, zeigten hingegen eine starke Widerstandsfähigkeit gegenüber der Behandlung.
Daraufhin übertrugen die Wissenschaftler im Laborversuch mit Hilfe molekularer Technologien das pp32-Eiweiß in Lungenkrebszellen. Diese zeigten dann sowohl ein gestörtes Wachstum als auch eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber der Chemotherapie. Die verabreichten Zytostatika konnten das Selbstmordprogramm der Lungentumore auslösen.

Quellenangaben: Gesundheit pro oder Englische Version: Nature

Zusammenhang zwischen Sonnencreme und verlängerter Sonnenexposition
(ClinLife, 14.03.2008)

Sonnencreme wird Sonnenschutz unterstellt, da sie UV-induzierte Sonnenbrände verhindert. Unter Sonnenanbetern jedoch ist das Risiko für Hautkrebs wegen verlängerter Sonnenexposition erhöht. Paradoxerweise scheint das Vorkommen von Hautkrebs bei Gebrauch von Sonnencreme häufiger zu sein, da Sonnencreme meist in Verbindung mit der Intention, sich länger der Sonnenstrahlung auszusetzen, verwendet wird.

Quellenangabe: Interscience

Sieben neue Medikamente gegen den Knochenschwund
(ClinLife, 05.03.2008)

Wie der Verband deutscher Arzneimittelhersteller auf einer Pressekonferenz bekannt gab, hat man das ehrgeizige Ziel, bis 2011 sieben neue Medikamente gegen Osteoporose einzuführen. Aktuelle Präparate können den Knochenschwund bereits recht effektiv bremsen oder aufhalten. Allerdings besteht Nachholbedarf bei solchen Patienten, die erst mit sehr fortgeschrittener Erkrankung diagnostiziert werden und denen daher vor allem den Knochen wieder aufbauende Mittel von Nutzen wären. Darauf solle in den nächsten Jahren der Fokus liegen.

Stammzellen gegen Knochendefekte
(ClinLife, 05.03.2008)

Eine Arbeitsgruppe um Dr. Philip Kasten, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg, verfolgt einen innovativen Therapieansatz: Mit körpereigenen Stammzellen wollen sie Knochendefekte heilen und die Durchblutung des Knochens verbessern. Den Patienten werden in Narkose körpereigene Stammzellen aus dem Knochenmark entnommen, aufbereitet, konzentriert und dann in derselben Behandlung dem Patienten wieder implantiert. Durch die Zugabe von Wachstumsfaktoren und Kombination mit Knochenersatzstoffen ist es möglich, einen Knochendefekt wieder zu heilen. Im Moment wird die Behandlung im Rahmen klinischer Studien an Patienten mit nicht verheilten Knochenbrüchen getestet. Die Ergebnisse waren bislang recht erfolgreich, so dass sie auf einen baldigen Eingang in die Osteoporose(fraktur)therapie hoffen lassen.

Bei schwachem Herz: Vorsicht mit dem Calcium
(ClinLife, 05.03.2008)

Eine kürzlich veröffentlichte Studie aus Neuseeland brachte ein sehr überraschendes Ergebnis zu Tage. Eigentlich sollte der Nutzen einer Calcium-Ersatzbehandlung auf das Herz-Kreislauf-Risiko (Schlaganfall, Herzinfarkt) nachgewiesen werden. Tatsächlich aber ergab sich ein gegenteiliger Effekt: die Gabe von Calcium erhöhte -bei knochengesunden Frauen - die Herzinfarktrate. Untersucht wurden knapp 1500 gesunde Frauen, die 5 Jahre lang 1 Gramm Calcium oder Placebo (wirkstofffreie Substanz) eingenommen hatten. Frauen mit einer Osteoporosetherapie oder bekannten Osteoporose waren ausgeschlossen. Die Autoren der Studie warnten daher Frauen mit vorbelastetem Herzen davor, Kalziumtabletten einzunehmen. Für Osteoporose Patienten und deren Therapie hat dies aber noch keine Auswirkungen, da diese Patienten einen sehr hohen Nutzen von einer Calcium/Vitamin D Behandlung haben.

Quellenangabe: British Medical Journal

Sind die Gene Schuld?
(ClinLife, 05.03.2008)

Als begünstigende Faktoren für den Knochenschwund gelten Lebensstil (z.B. Rauchen, Alkohol) und genetische Veranlagung. Bislang gestaltete es sich aber äußerst schwierig, der Osteoporose ein bestimmtes Gen zuzuordnen, da auf den Knochenstoffwechsel vielfältige Gene Einfluss nehmen.  Doch nun haben amerikanische Wissenschaftler ein Gen identifiziert, das für eine erhöhte Neigung zu Osteoporose verantwortlich sein könnte, das so genannte DARC-Gen. Um dies zu bestätigen, testeten die Forscher Mäuse mit besagtem Gen und andere, bei denen dieses Gen künstlich „ausgeschaltet" wurde. Die Tiere ohne DARC-Gen zeigten eine verminderte Knochenresorption im Vergleich zu DARC-positiven Mäusen, hatten also festere und stabilere Knochen. Das Gen scheint auf die Regulation der Osteoklasten, die am Knochenabbau maßgeblich beteiligt sind, einzuwirken und diese Knochen fressenden Zellen zu stimulieren. Aus diesen Erkenntnissen könnten sich langfristig zum einen neue Therapieansätze ergeben, indem man das DARC-Gen an seiner Entfaltung hindert. Zum anderen wäre es auch denkbar, per Gentest mögliche Risikopersonen für Osteoporose frühzeitig zu identifizieren und eine entsprechende Behandlung einzuleiten.

Quellenangabe: Pubmed

Eine Spritze jährlich gegen den Knochenschwund
(ClinLife, 05.03.2008)

Osteoporose Patientinnen kommen nun in den Luxus, künftig eine Tablette weniger in der Woche schlucken zu müssen. Denn seit Oktober 2007 ist das Bisphosphonat Zoledronsäure auch für die Osteoporosetherapie in Europa zugelassen. Vorteil ist, dass die Behandlung in nur einer Injektion pro Jahr besteht und lästiges Tablettenschlucken erspart bleibt. Mit Zoledronsäure ist die Rate der Wirbelfrakturen in den ersten drei Jahren der Therapie um 70 Prozent geringer als mit Placebo. Einen solchen Wert konnte bislang kein anderes Bisphosphonat verzeichnen. Dies zeigte eine 2007 im New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie. Zusätzlich erhalten die Patienten die Basistherapie mit Calcium und Vitamin D.

Osteoporose: in Zukunft Therapie mit Antikörpern?
(ClinLife, 05.03.2008)

Langfristig könnte eine Behandlung mit Antikörpern eine wichtigere Rolle in der Osteoporose Bekämpfung einnehmen als bisher. Antikörper sind Proteine, die normalerweise im Körper zur Immunabwehr produziert werden. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie bestimmte Oberflächenstrukturen, z.B. von Erregern, erkennen und unschädlich machen. Mittlerweile hat sich die moderne Medizin dieses Prinzip zu Nutze gemacht: künstlich hergestellte Antikörper erkennen Moleküle, die bei der Entstehung von Krankheiten wie z.B. Rheuma eine wichtige Rolle spielen und stören deren Funktion. Auch im Rahmen der Osteoporosetherapie gibt es einen solchen Antikörper, Denosumab. Dieser richtet sich gegen das RANKL-Protein, das für Funktion und Wachstum von Osteoklasten verantwortlich ist. Osteoklasten sind für den Knochenabbau zuständig. Durch Hemmung des RANKL-Proteins wird die Funktion der Osteoklasten gemindert und in der Folge weniger Knochen abgebaut. Dies bestätigen auch erste Ergebnisse einer 2006 durchgeführten Studie. Die Behandlung mit der Substanz wurde über zwölf Monate bei 412  Frauen mit zu niedriger Knochendichte geprüft. Behandelt wurde alle drei oder sechs Monate mit Denosumab, einmal wöchentlich oral mit dem Bisphosphonat Alendronat oder mit Placebo (wirkstofffreie Substanz). Denosumab erhöhte die Knochendichte an der Lendenwirbelsäule im Vergleich zum Ausgangswert um 3 bis 6,7 Prozent und Alendronat um 4,6 Prozent. Mit Placebo nahm die Knochendichte hingegen um 0,8 Prozent ab. Aktuell laufen weiterführende Studien, die die ersten positiven Resultate bestätigen und genauer untersuchen sollen.

Quellenangabe: Pubmed

Ein Mangel an Testosteron im fortgeschrittenen Alter macht depressiv
(ClinLife, 04.03.2008)

Nach einer Studie in Perth, Australien, ist ein niedriger Testosteron-Spiegel mit einem deutlich erhöhten Risiko von Depressionen bei älteren Männern assoziiert. Mit dem Alter sinkt bei Männern natürlicherweise die Testosteronproduktion, allerdings unterschiedlich schnell. Diese Erkenntnis rechtfertigt allerdings nicht eine Hormonersatz-Therapie.

Quellenangabe: Ärzteblatt

Hautkrebsvorsorge als Kassenleistung
(ClinLife, 04.03.2008)

Ab dem 01.07.2008 wird das Hautkrebsscreening eine Vorsorgeuntersuchung der gesetzlichen Krankenkassen. Gesetzlich Krankenversicherte können laut dem Beschluss des Bundesauschusses ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre für das Screening einen Hautarzt (oder zur Eingangsuntersuchung auch einen Allgemeinmediziner) aufsuchen. Eine Praxisgebühr wird hierbei nicht fällig. Der Beschluss liegt momentan dem Bundesministerium für Gesundheit zur Prüfung vor.

Psychiater warnen: Der Verzicht auf Antidepressiva erhöht das Suizidrisiko!
(ClinLife, 03.03.2008)

Hintergrund war eine neue Meta-Analyse, die einen Nutzen von Antidepressiva nur bei schwerer Depression nahe legt. Manche Patienten hatten daraufhin ihre Antidepressiva abgesetzt, da Medien berichteten, die Therapie mit diesen Medikamenten sei nicht wirksamer als ein Placebo. Das Absetzten des Medikaments führt allerdings zu einem Rückfall in die Krankheit und erhöht dadurch das Risiko in der Depression Selbstmord zu begehen.

Quellenangabe: Ärzte Zeitung

Laktose in Azathioprinpräparaten
(ClinLife, 26.02.2008)

In einigen Präparaten, die bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) angewendet werden, befindet sich Laktose. Da viele CED-Patienten eine Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz) haben, kann dies trotz geringer Mengen zu einer Verschlechterung der Beschwerden wie zum Beispiel vermehrtem Durchfall kommen und somit einen erneuten Schub vortäuschen.

Spezialfett lindert Beschwerden bei Coltis Ulcerosa
(ClinLife, 26.02.2008)

Das im Fettgemisch Lecithin enthaltene, körpereigene Phosphatidylcholin (PC) führt zur Linderung der Beschwerden bei CU-Patienten ohne einer zusätzlichen Behandlung mit Kortison. Dies wurde bereits in einer zweiten Studie des Universitätsklinikums Heidelberg festgestellt, wo man 60 Patienten entweder mit PC oder einem Placebo behandelte. Nach Einnahme von PC kommt es zu einem Aufbau des Schleimschutzes im Dickdarm. Ca. 80% der Patienten kamen so in ein krankheitsfreies Stadium ohne, dass eine weitere Kortisontherapie nötig war.

Quellenangabe: www.idw-online.de

Einmal am Tag Mesalazin?
(ClinLife, 26.02.2008)

Eine einmal tägliche, hoch dosierte Einnahme des Aminosalicyaltes Mesalazin erhöht die Zeit der Remissionsphase der Colitis Ulcerosa.  Ein Weg, die Adhärenz zu erhöhen, ist es, die Einnahmefrequenz zu senken. So kann statt dreimal täglich die Einnahme des Standardtherapeutikums Mesalazin Retardgranula (Salofalk® GranuStix) offenbar auf einmal täglich reduziert werden. Dies wurde in einer Studie von 380 Patienten mit mittelgradiger Colitis Ulcerosa getestet. Man erhofft sich so, dass das Einhalten der Therapie (Adhärenz) für den Patienten einfacher gemacht wird. Laut Prof. Kruis vom evangelischen Krankenhaus Köln-Kalk ist die Chance länger in der Remissionsphase zu bleiben umso höher, je höher die Therapie-Adhärenz ist.

Quellenangabe: Ärzte Zeitung

Meta-Analyse: Übergewicht erhöht Risiko vieler Krebsarten
(ClinLife, 15.02.2008)

Manchester - Menschen mit einem erhöhten Body-Mass-Index (BMI) erkranken häufiger an Krebs. Dies kam in einer Meta-Analyse im Lancet (2008; 371: 569-78) heraus.Eine signifikante Assoziation findet sich ferner für das Pankreaskarzinom (plus sieben Prozent).

Quellenangabe:  Ärzteblatt

Krebsimpfung weist in Studien erste Erfolge auf
(ClinLife, 14.02.2008)

Ein entscheidendes Problem in der Entstehung und Ausbreitung von Tumorerkrankungen allgemein besteht darin, dass das Immunsystem die Krebszelle nicht als gefährlich einstuft und somit auch nicht bekämpft. Forscher von Oxford BioMedica (UK) Ltd haben einen Impfstoff (TroVax) entwickelt, der dem Immunsystem hilft, die Krebszellen zu bekämpfen.  Dieser Impfstoff besteht aus einem für den Menschen ungefährlichen Virus, der in der Lage ist, Tumor-typische Proteine zu produzieren. Das Virus dringt in eine gesunde menschliche Zelle ein. Dort produziert es das Protein, dieses wird vom Immunsystem erkannt und bekämpft und infolgedessen auch alle anderen (Tumor-)Zellen angegriffen, die ebenfalls dieses Protein besitzen.  Das Medikament wurde nun in einer Phase II Studie an 19 Patienten getestet, die an metastasiertem kolorektalen Karzinom litten. Verabreicht wurde es in Kombination mit 5-fluorouracil, Leukovorin und Irinotecan. TroVax erwies sich als gut verträglich und konnte den Verlauf der Erkrankung verbessern.  Sanofi Aventis plant nun eine Phase III Studie für das kolorektale Karzinom.

Ist das kolorektale Karzinom eine hormonelle Erkrankung?
(ClinLife, 14.02.2008)

Forscher am Kimmel Cancer Center in Jefferson in Philadelphia stellten kürzlich Ergebnisse ihrer Studien mit Mäusen vor, die vermuten lassen, dass dem kolorektalen Karzinom ein Hormonmangel zu Grunde liegt, der möglicherweise mit einer Hormonersatztherapie erfolgreich behandelt werden könnte. Sie konnten zeigen, dass es auf der Oberfläche der Schleimhautzellen des Darms bestimmte Bereiche gibt, an denen zwei Hormone andocken, nämlich Guanylin und Uroguanylin. Diese Hormone regulieren das Wachstum und die Stabilität der Darmzelle und unterdrücken somit die Bildung von Tumorgewebe. Aber aus unbekannten Gründen kommt es zu einem bestimmen Zeitpunkt zu einem Mangel dieser Hormone, mit der Folge, dass die Zelle instabil  und daher anfällig für Mutationen wird und anfängt  zu wachsen. Die Forscher wollen ihre Studien nun ausweiten, um zu zeigen, dass eine Ersatztherapie mit den entsprechenden Hormonen zu einer Vorsorge oder direkten Behandlung von Dickdarmkrebs dienen kann.

Quellenangabe: Gastroenterology (Pubmed)

Neues Krebsmedikament in Deutschland eingeführt
(ClinLife, 14.02.2008)

Panitumumab ist ein Antikörper, der bei Patienten mit fortgeschrittenem, metastasiertem Dickdarmkrebs eingesetzt wird. Sollte die Standardchemotherapie keine Besserung gebracht haben, darf Panitumumab als Einzeltherapie verabreicht werden, sofern der Tumor ein nicht mutiertes k-Ras Gen trägt. Dies ist ein für den Erfolg des Antikörpers entscheidendes Gen und liegt bei etwa 60% der Betroffenen  vor. Durch einen Labortest kann nachgewiesen werden, ob dieses Merkmal vorliegt. In einer Zulassungsstudie, an der über 400 Patienten teilnahmen, konnte Panitumumab positive Ergebnisse bezüglich des Fortschreitens der Erkrankung sowie der Überlebenszeit erzielen. Die Antikörper werden alle zwei Wochen per Kurzinfusion in die Vene injiziert.

Quellenangabe: Ärzte Zeitung

Neue Krebszellenimpfung gibt Hoffnung in der Darmkrebstherapie
(ClinLife, 14.02.2008)

Ein entscheidendes Problem in der Entstehung und Ausbreitung von Tumorerkrankungen allgemein besteht darin, dass das Immunsystem die Krebszelle nicht als gefährlich einstuft und somit auch nicht bekämpft. Einem Wissenschaftsteam der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg ist es in Kooperation mit Forschern des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) gelungen, eine neue Therapieform zu entwickeln, die dem Immunsystem auf die Sprünge helfen soll. Es handelt sich um eine Impfung, bestehend aus den körpereigenen Tumorzellen, die mit einem Virus infiziert wurden und mit Antikörpern beladen sind. Auf diese Weise werden sie vom Immunsystem als fremd oder gefährlich eingestuft und sollen dabei helfen, dass auch der Tumor selbst als Gefahr erkannt und bekämpft wird. Diese Therapieform wurde bereits bei anderen Tumorarten erfolgreich eingesetzt und wird nun bei Dickdarmkrebs geprüft. Geimpft werden vor allem Pateinten, die an fortgeschrittenem Dickdarmkrebs leiden. In bisherigen Studien konnte man das Überleben von Krebspatienten erheblich verlängern, so die Forscher.

Neue Erkenntnisse über Metastasenbildung: Neue Therapien für die Zukunft?
(ClinLife, 14.02.2008)

Ein wichtiger Bestandteil der Prognose bei Kolonkarzinom-Patienten ist, ob der Tumor schon Metastasen (Tochtergeschwulste) gebildet hat oder nicht. Denn das Auftreten geht in der Regel mit einer eklatant schlechteren Prognose einher und macht eine endgültige Heilung unwahrscheinlich. Forscher des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und der Robert-Rössle-Tumorklinik in Berlin-Buch sowie dem National Cancer Institute (NCI), in Frederick, Maryland (USA) konnten nun wichtige Erkenntnisse über die Entstehung von Metastasen gewinnen. Die Forscher fanden heraus, wie ein ganz bestimmtes Gen, welches die Ausbreitung und Metastasenbildung von Tumorzellen kontrolliert, aktiviert wird. Durch diese Aktivierung kommt es zur Ausbreitung und zum Auswandern der Tumorzellen. Es konnte auch die genaue Stelle identifiziert werden, an der das Gen  eingeschaltet wird. Sollte es gelingen, diese Stelle durch ein Medikament zu blockieren, könnte das Gen nicht mehr aktiviert werden und somit möglicherweise  eine Metastasierung verhindert werden. Derartige neue therapeutische Herangehensweisen werden derzeit von den Forschern geprüft.

Quellenangabe: Gastroenterology (Pubmed)

Erlanger Forschungsteam nimmt Krebszellen gezielt aufs Korn
(ClinLife, 14.02.2008)

Ein wesentliches Problem der bisherigen Tumortherapie besteht darin, dass man z.B. mittels Chemotherapie zwar die Tumorzellen wie gewünscht schädigt, allerdings auch die gesunden Zellen des Körpers in Mitleidenschaft gezogen werden. Dies kann sich durch Haarausfall, Magen-Darm-Beschwerden oder Blutarmut äußern. Diese Komplikationen legen den bewährten Therapieformen starke Grenzen auf. Eine Forschergruppe unter der Leitung von Professor Jürgen Behrens an der Universität Erlangen-Nürnberg hat ein Verfahren zur Dickdarmkrebstherapie entwickelt, dass diese Grenzen geschickt umgehen könnte. Durch die so genannte RNA-Interferenz Technologie soll es möglich sein, gezielt nur die krankmachenden Krebszellen zu bekämpfen. Dabei nutzen die Forscher einen genetischen Unterschied zwischen Krebs- und gesunder Zelle, der auf einer Mutation in der Krebszelle beruht und einen wichtigen Teil ihrer Bösartigkeit ausmacht. Dieses Gen soll gezielt ausgeschaltet werden und somit das Wachstum des Tumors verhindern bzw. verzögern. Die von der Wilhelm-Sander- Stiftung unterstützte Studie soll dazu dienen, die RNA-Interferenz Technologie künftig als Therapieoption bei Dickdarmkrebs zu etablieren.

Quellenangabe: www.idw.de

Die Nerven sind schuld...
(ClinLife, 10.02.2008)

Nach neuesten Erkenntnissen einiger Wissenschaftler aus Köln sollen nicht nur die Nahrungsauswahl und Essgewohnheiten das Körpergewicht bestimmen, sondern auch Nervenzellen, die das Hungergefühl regulieren.  Man fand hierbei zwei bestimmte Gruppen von Nervenzellen - beide im Zwischenhirn gelegen - die die Balance halten zwischen dem Impuls, Nahrung zu sich zu nehmen, und der Entscheidung, aufzuhören zu essen. Diese beiden Nervenzellarten werden von einem Hormon (AgRP, Agouti-related peptide), das in den Fettzellen gebildet wird, reguliert. Eine aktuelle Studie hat durch Ausschaltung dieser Zellareale versucht zu bestimmen, was sie bewirken. Ähnlich wie beim Diabetes Mellitus Typ II, der auf einer Insulin - Resistenz beruht, gehen die Forscher nach Versuchen an Mäusen bei Störungen des Freßverhaltens von einer Hormon - Resistenz der Nervenzellen aus. Dadurch werde möglicherweise die natürliche Regulierung des Essverhaltens der Mäus gestört.

Den Originalartikel finden Sie hier:  www.nature.com

Impotenz durch Schlafstörungen?
(ClinLife, 08.02.2008)

Schlafstörungen und Erektionsstörungen (erektile Dysfunktion) können ursächlich zusammenhängen. Dies berichtet eine aktuelle Übersichtsstudie einer US-amerikanischen Forschergruppe in einer Fachzeitschrift für Urologie. Eine Übersicht der Fachliteratur der Jahre 1985-2006 habe ergeben, dass sehr häufig beide Beschwerden zusammen auftreten. Als Ursache kommen hormonelle, neurologische oder psychologische Störungen in Frage; entsprechende Forschungen stehen jedoch noch aus. Patienten mit erektilen Dysfunktionen sollten von ihrem Facharzt auf Schlafstörungen hin befragt und gegebenenfalls untersucht werden.

Quellenangaben: Journal of Urology


Entzündungen durch Schlafmangel
(ClinLife, 07.02.2008)

Wer zu wenig oder zu schlecht schläft, leidet häufiger an entzündlichen Krankheiten. Dies berichtet eine in den Nutrition Reviews veröffentlichte aktuelle Übersichtsstudie der University of Pennsylvania School of Medicine, Philadelphia. Demnach sind bestimmte Entzündungsmarker bei Probanden mit Schlafmangel oder Schlafstörungen im Blut erhöht. Die organischen Zusammenhänge dieses Befundes sind noch nicht verstanden. Die Forscher vermuten jedoch, dass durch eine verbesserte Schlafqualität entzündliche Erkrankungen vermieden und gelindert werden könnten.

Quellenangaben: E ine englischen Zusammenfassung der Studie finden Sie hier:Nutrition Review 2007 Dec;65(12 Pt 2):S244-52.

Raucher schlafen schlechter
(ClinLife, 07.02.2008)

Wer Zigaretten raucht, schläft schlechter als Nichtraucher. Dies berichten Wissenschaftler der John Hopkins University in der Fachzeitschrift Chest. Bei 40 Rauchern und 40 Nichtrauchern wurde im Schlaflabor mit dem EEG die Schlafqualität gemessen. Wie Forschungsleiter Naresh Punjabi berichtet, waren die für die Erholung wichtigen Tiefschlafphasen der Raucher messbar verkürzt.

Quellenangaben: Chestjournal.

Blutzucker erhöht wegen Schlafstörung
(ClinLife, 07.02.2008)

Ein gesunder Tiefschlaf ist wichtig für die Regulation des Blutzuckers. Dies berichtet eine aktuelle Studie der Universität Chicago. Neun junge Probanden wurde drei Nächte lang der Tiefschlaf durch gezielte Wecksignale gestört und anschließend wurde die Insulinempfindlichkeit gemessen. Es zeigte sich, daß die Probanden um 25% weniger empfindlich für das körpereigene Insulin waren; der Blutzuckerspiegel stieg um 23% an. Die Forscher vermuten, daß Übergewichtige und Ältere, die an Schlafstörungen leiden, durch verminderte Tiefschlafphasen zu Blutzuckerstörungen und Diabetes Typ 2 neigten.

Quellenangaben: pnas


Valproat während Schwangerschaft senkt die Intelligenz des Kindes
(ClinLife, 05.02.2008)

Eine kürzlich durchgeführte Studie lässt vermuten, dass Kinder von Frauen, die während der Schwangerschaft das Antiepileptikum Valproat einnehmen, einem höheren Risiko eines verminderten Intelligentsquotienten (IQ) ausgesetzt sind.  Die Studie betrachtete die IQ-Werte von 187 zweijährigen Kindern von Müttern, die  Carbamazepin, Lamotrigin, Phenytoin oder Valproat während der Schwangerschaft einnahmen.

Neues Medikament mit vielversprechenden Ergebnissen in der Epilepsie-Therapie
(ClinLife, 05.02.2008)

Das neue Medikament Eslicarbazepin kann bei Patienten mit fokaler Epilepsie, die unter der bewährten Therapie immer noch über Anfälle klagen, zu einem Verschwinden der Anfälle führen.  So führte Eslicarbazepin als Ergänzungsmedikation bei 24% der untersuchten Patienten zu einer Anfallsfreiheit. Zu diesen Ergebnissen kam eine in 5 europäischen Ländern durchgeführte Studie. Patienten mit mindestens 4 fokal-epileptischen Anfällen pro Monat - trotz der Behandlung mit existierenden Medikamenten - wurden mit Eslicarbazepin in Dosierungen zwischen 400mg und 1200 mg behandelt.

Quellenangabe: Pubmed

Chip im Gehirn verhindert Anfälle
(ClinLife, 05.02.2008)

Ein neue Technologie, das so genannte RNS (Responsive Neurostimulator System), könnte künftig zur Therapie der Epilepsie einen entscheidenden Beitrag leisten. RNS ist ein kleiner Chip, der Epileptikern unter die Kopfhaut und in den Schädel direkt implantiert wird und dort die Gehirnströme des Betroffenen misst. Das Gerät ist mit zwei Drähten verbunden, die Elektroden enthalten und die innerhalb des Gehirns oder auf der Oberfläche des Epilepsien auslösenden Hirnareals sitzen. Sollte das System eine unnatürliche Aktivität beziehungsweise einen sich ankündigenden Anfall wahrnehmen, sendet es einen kurzen elektrischen Impuls an das Gehirn und unterbindet somit den Anfall. Das Gerät wird derzeit am Thomas Jefferson University Hospital  in Philadelphia getestet.
Eine frühere Studie  des RNS-Systems durchgeführt mit 65 Epileptikern, deren Erkrankung medikamentös nicht beherrschbar war, konnte bereits zeigen, dass das System sicher ist.

Sind Epileptiker mit Aura Kandidaten für die Epilepsie-Chirurgie?
(ClinLife, 05.02.2008)

Epileptiker, deren Krankheit mit Aura, also Wahrnehmungen wie ein kalter Hauch oder grelles Licht, vor dem eigentlichen Anfall einhergeht, könnten für die Epilepsie-chirurgische Behandlung in Frage kommen. Diese Art der Anfälle scheint von einer ganz bestimmten Region im Hirn herzurühren und könnte daher operiert werden. Dies legt eine Studie vom 21.August 2007 in der Zeitung Neurology nahe. Die Hälfte der 19 in der Studie eingeschlossenen Patienten war nach dem chirurgischen Eingriff anfallsfrei.

Quellenangabe: Pubmed

Levetiracetam überzeugt bei fokaler Epilepsie
(ClinLife, 05.02.2008)

Laut einer Studie, die von Professor Christian Elger aus Bonn beim Neurologenkongress in Mannheim vorgestellt wurde, wirkt Levetiracetam in der Behandlung von neu aufgetretener fokaler Epilepsie ähnlich gut wie das bewährte Carbamazepin. Die Zahl der anfallsfreien Patienten nach insgesamt einem Jahr Therapie konnte auf 73 Prozent sowohl mit Levetiracetam als auch mit Carbamazepin gesteigert werden.
Unter der Therapie mit Levetiracetam gab es jedoch weniger unerwünschte Wirkungen. So setzten in der Carbamazepin-Gruppe 19,2 Prozent der Probanden das Präparat ab im Vergleich zu 14,4 Prozent mit Levetiracetam.

Quellenangabe: Ärzte Zeitung

Knochenbrüche bei Epilepsie häufiger als vermutet
(ClinLife, 05.02.2008)

Neurologen aus der Bonner Klinik für Epileptologie weisen darauf hin, dass es häufiger als bislang angenommen als Folge von epileptischen Anfällen zu Knochenbrüchen der Wirbelkörper kommen kann. Diese Brüche entstehen durch die übermäßige Kontraktion der Rückenmuskeln während des Anfalls. Bereits vor 30 Jahren war in einer Studie festgestellt worden, dass von 70 Patienten nach epileptischen Anfällen ohne Rückenschmerzen elf (15 Prozent) Wirbelkörperfrakturen aufwiesen. Glücklicherweise sind die Frakturen meist stabil und können konservativ behandelt werden.

Quellenangabe: Ärzte Zeitung

Allergische Reaktionen auf Kondome werden immer häufiger
(ClinLife, 04.02.2008)

Der Berufsverband deutscher Frauenärzte warnt vor Allergien auf Kondome, da diese immer häufiger auftreten. Die Reaktion äußert sich in Form von Hautrötungen, Jucken und Brennen. Der Allergieauslöser kann einerseits das Latex sein, aber auch die Beschichtung zum Abtöten der Spermien oder Gleitmittel. Viele Hersteller bieten aber mittlerweile auch Latex-freie Präservative aus Polyethylen oder Polyisopren an. Besteht eine Unverträglichkeit auf einen der Stoffe in der Beschichtung hilft es oft schon die Marke zu wechseln. In jedem Falle sollte man aber seinen Arzt aufsuchen und sich beraten lassen.

Ethanercept ist nicht wirksamer als ein Scheinmedikament
(ClinLife, 03.02.2008)

Das Biological Ethanercept blockiert die Wirkung des Entzündungs-Botenstoffes TNF-alpha, welcher bei Psoriasis vermehrt im Gewebe und im Blut zu finden ist. Eine aktuelle Studie hat nun Ethanercept auf seine langfristige Wirksamkeit untersucht. Dr. Steven Tyring und seine Kollegen von der Universität von Texas (Houston) haben über zwei Jahre hin 618 Psoriasispatienten behandelt, indem sie einer Hälfte dieser Probandengruppe über 12 Wochen Ethanercept, der anderen ein Scheinmedikament verabreichten. 591 dieser Patienten führten ihre Therapie nach den 12 Wochen weiter fort, bis maximal insgesamt 84 Wochen lang. Die Wirkung der Behandlung setzte nach ca. 2 Wochen ein, und die beste Heilwirkung zeigte sich in der Regel 48 Wochen nach Behandlungsbeginn.
Bemerkenswert ist: die Patienten profitierten in beiden Gruppen etwa gleich stark von der Behandlung. Sowohl bei den mit Ethanercept als auch den mit einem Scheinmedikament behandelten Patienten waren (bei 51,1% mit, 51,6% ohne Ethnerept) mindestens 75% Besserung zu verzeichnen. Das bedeutet: Ethanercept wirkt langfristig gut gegen Schuppenflechte - ein Scheinmedikament jedoch auch.

Quellenangabe: ScienceDaily.com

Der Schlüssel der Entzündung
(ClinLife, 03.02.2008)

Eine neue Gruppe von Psoriasis-Medikamenten, die Biologicals, hilft nicht nur, die Schuppenflechte erfolgreich zu behandeln, sondern auch bei der Ursachenforschung. Denn Biologicals blockieren gezielt die Wirkung bestimmter Botenstoffe der Entzündung im Gewebe. Als US-amerikanische Forscher der Rockefeller University untersucht haben, wie das Biological Ethanercept wirkt, fanden sie, dass wahrscheinlich eine andere Zellart als bisher angenommen die Hautentzündung in Gang bringt. Wie die Autorin Lisa Zaba in einer Fachzeitschrift für experimentelle Medizin schreibt, hatte man bisher angenommen, dass es die TH1-Zellen seien, welche über die Produktion des Entzündungs-Botenstoffes Interferon-Gamma die Entzündung starteten. Nun hat sich erwiesen, dass der Beginn der Entzündung vielmehr von neu entdeckten TH17-Zellen und vermutlich auch von dendritischen Zellen in der Haut ausgehe.

Quellenangabe: ScienceDaily.com

Übergewicht und Psoriasis-Risiko
(ClinLife, 03.02.2008)

Übergewichtige Frauen haben ein erhöhtes Risiko, an Psoriasis zu erkranken. Das berichtet eine aktuelle Studie in einer Fachzeitschrift für innere Medizin. Über 14 Jahre lang wurde bei US-amerikanischen Krankenschwestern der Körperfettanteil, der Bauch- und Hüftumfang sowie das Auftreten von Krankheiten (u.a. Psoriasis) registriert. Von den Krankenschwestern mit Psoriasis waren ein Drittel übergewichtig (BMI > 25). Die Forscher vermuten, dass im Fettgewebe vermehrt Botenstoffe der Entzündung gebildet würden, was bei vermehrtem Körperfett die Entstehung einer dauerhaften Entzündung wie Psoriasis fördere. Deshalb könnte Gewichtsabnahme bei Übergewichtigen das Psoriasis-Risiko senken.

Quellenangabe: PsoriasisWelt.de

Narkolepsie, eine Autoimmunkrankheit?
(ClinLife, 02.02.2008)

Wissenschaftler der Universität Stanford haben herausgefunden, dass Hypocretin/Orexin enthaltendende Neuronen eine wesentliche Rolle bei der Schlaf-Wach-Regulation im zentralen Nervensystem spielen. Polnische und niederländische Forscher stießen jetzt auf konkrete Hinweise, die vermuten lassen, dass eine autoimmunologische Reaktion mit dem Fehlen dieser Neuropeptide bzw. der Degeneration ihrer Nervenzellen im Zusammenhang stehen könnte.

Quellenangabe: Pubmed

Die Körpertemperatur beeinflusst Vigilanz und Schläfrigkeit bei Narkolepsie
(ClinLife, 02.02.2008)

In den Niederlanden wurde in klinischen Studien gezeigt, dass Narkolepsiepatienten wahrscheinlich auf Grund einer Fehlregulation im Hypothalamus (ein Bestandteil des Zwischenhirns), eine veränderte Körpertemperaturverteilung haben. Eine der Aufgaben des Hypothalamus ist die Temperaturregulation des Körpers. Im engen Zusammenhang mit den Schlafphasen wurde eine erhöhte körperferne und verringerte körpernahe Hauttemperatur nachgewiesen.

Aus den auf diese Erkenntnis folgenden Studien ergab sich im Umkehrschluss, dass Aufmerksamkeit und Wachheit durch aktive Veränderungen der Temperatur an Extremitäten und Körperstamm beeinflusst werden. Während Kühlung und Erwärmung der Körpertemperatur wurden Aufmerksamkeitstests durch geführt, die zeigten, dass Haut - und Körperkerntemperatur Vigilanz und Schläfrigkeit aktiv beeinflussen. Möglicherweise lassen sich daraus neue physiotherapeutische Anwendungen zur Narkolepsiebehandlung ableiten.

Quellenangabe: Pubmed

Lichttherapie führt nicht zum Grauen Star
(ClinLife, 31.01.2008)

Eine langjährige PUVA-Behandlung (Psoralen + UVA-Bestahlung) ist nicht schädlich für die Augenlinsen. Dies berichtet eine aktuelle Studie in einer US-amerikanischen Fachzeitschrift für Dermatologie (Journal of the American Academy of Dermatology 2007, 57, 231-237). Über 25 Jahre hinweg wurden 600 Patienten regelmäßig augenärztlich untersucht. Es zeigten sich keine Anzeichen von Linsentrübung (Grauer Star, Katarakt) infolge der Lichtbehandlung. Dennoch: das Tragen einer Sonnenschutzbrille während der Bestrahlungstherapie wird weiterhin empfohlen.

Quellenangabe: PsoriasisWelt.de

Brivudin hat Vorteile bei der Zostertherapie
(ClinLife, 30.01.2008)

Bei immunkompetenten Patienten mit akutem Herpes zoster ist die orale antivirale Therapie mit einmal täglich eingenommenem Brivudin über sieben Tage wirksamer als fünfmal täglich verabreichtes Aciclovir über ebenfalls eine Woche. Dies geht aus den Ergebnissen von Doppelblindstudien hervor. Verglichen mit dreimal täglich Famciclovir war einmal täglich Brivudin gleich wirksam.

Quellenangabe: Ärzte Zeitung

Erster Impfstoff gegen Gürtelrose auch bald in Deutschland
(ClinLife, 30.01.2008)

Zostavax ist ein Lebendimpfstoff  zur Vorbeugung der Gürtelrose, der allerdings nur bei Personen ab 60 Jahren angezeigt ist. Das Präparat wurde von Merck & Co. Inc. und Sanofi Pasteur MSD entwickelt und wird zukünftig in Europa von Sanofi Pasteur MSD vertrieben. Die Substanz ist bereits in Deutschland zugelassen, allerdings wird die Produktion noch bis mindestens Anfang 2009 andauern und der Impfstoff erst dann auf den Markt kommen (ClinLife recherchierte beim Hersteller). In einer Phase-III-Studie mit 38 546 Männern und Frauen ab 60 Jahren, die entweder eine Impfstoff- oder Placebo-Dosis erhielten, verminderte Zostavax im Vergleich zu Placebo die Belastung durch zosterbedingte Schmerzen und Beschwerden um 61 Prozent, das Auftreten von postzosterischen Neuralgien um 67 Prozent und die Häufigkeit von Gürtelrose um 51 Prozent. Zusätzlich verminderte Zostavax die Inzidenz von Gürtelrosen mit intensiven und dauerhaften Schmerzen um 73 Prozent. Die an der Studie teilnehmenden Patienten wurden über einen Zeitraum von drei Jahren nachbeobachtet.

Quellenangabe: Ärzteblatt

Trinkt nicht zuviel Kaffee
(ClinLife, 29.01.2008)

Koffein kann den Blutzucker erhöhen. Die berichten amerikanische Wissenschaftler der Duke-Universität in Durham, nachdem sie zehn Typ 2 Diabetikern in einer klinischen Studie koffeinhaltige Kapseln verabreicht und über 72 Stunden den Blutzuckerwert gemessen haben. Nach den Mahlzeiten verabreicht war die blutzuckersteigernde Wirkung besonders hoch. Warum Koffein den Blutzucker erhöht, ist ungeklärt. Jedoch sollten Diabetiker ihren Kaffeegenuss einschränken, um den Erfolg ihrer Behandlung nicht zu mindern.

Quellanangabe: Wissenschaft.de

Zuckerkranke Kinder
(ClinLife, 23.01.2008)

Das Jahr 2007/2008 ist laut Weltgesundheitsorganisatin das Jahr des Kindes mit Diabetes. Denn die Zahl zuckerkranker Kinder nimmt zu. 1,5 % aller Kinder haben Typ 2 Diabetes, und 7% aller Kinder haben eine Vorstufe dieser Erkrankung. Aber auch Typ 1 Diabetes wird bei Kindern häufiger. Derzeit erkranken 20 von 100.000 Kindern (das sind 0,02%) an Typ 1 Diabetes. Kindlicher Diabetes verkürzt die Lebenszeit um ca. 15 Jahre.

Besonders schwierig ist für Kinder die Insulintherapie. Spontane körperliche Betätigungen (Spiel, Sport), häufige Infekte und die Hormonumstellung der Pubertät machen die Dosierung schwierig. Deshalb ist eine frühe Schulung und häufige BZ-Messung wichtig. Angeraten wird eine feine Dosierung in halben Insulineinheiten mit speziellen Pens mit feineren Nadeln.

Quellenangabe: Diabetes-News.de

Alemtuzumab verringert Anzahl der Schübe bei MS
(ClinLife, 23.01.2008)

Im Vergleich zu einer Interferon-Therapie kann das Krebsmedikament Alemtuzumab die Häufigkeit der Schübe bei MS um bis zu 80% reduzieren. Diese Zahlen gehen aus einer Zwischenauswertung einer dreijährigen Phase II Studie mit über 300 MS - Patienten hervor. Unter der Alemtuzumab-Therapie kam es in 30% der Fälle zu einer Unterfunktion der Schilddrüse, die aber nur bei einem kleinen Teil der Patienten klinisch bedeutsam war. Alemtuzumab ist bisher zur Therapie der chronisch lymphatischen Leukämie zugelassen. Der monoklonale Antikörper richtet sich gegen Oberflächenstrukturen von T-Zellen und verursacht so eine Verringerung der T-Zellen im Blut. So lassen sich die Entzündungsvorgänge dämpfen, die bei der Multiplen Sklerose von Bedeutung sind. In zwei Phase III Studien soll nun die Effektivität des Antikörpers genauer untersucht werden.

Quellenangabe: www.amsel.de

Stammzelltherapie bei Multipler Sklerose noch nicht effektiv
(ClinLife, 23.01.2008)

Prof. Dr. H. P. Hartung vom Medizinischen Beirat der Deutschen Multiplen Sklerose Gesellschaft (DMSG) warnt vor unrealistischen Erwartungen an die Stammzelltherapie in der Behandlung der MS. Bislang sei die Stammzelltherapie noch nicht über das experimentelle Stadium hinausgekommen. Auch wenn das Verfahren prinzipiell Hoffnung mache, konnten bisher keine positiven Ergebnisse erzielt werden. Im Gegenteil: In fünf bis zehn Prozent der Fälle wird die Therapie nicht überlebt.

Quellenangabe: www.leben-mit-ms.de

Bienenstichtherapie beeinflusst die Krankheitsaktivität im Gehirn von MS-Patienten nicht
(ClinLife, 23.01.2008)

Eine klinische Studie in den Niederlanden konnte mittels Kernspin-Untersuchung zeigen, dass eine Bienenstichtherapie keinen Einfluss auf die Krankheitsaktivität bei MS-Patienten hat. Die Zahl der neuen Krankheitsherde zeigte keinen Unterschied zwischen der Periode mit Bienenstichbehandlung und der Periode ohne Behandlung. Es gab auch keinen Unterschied in der Zahl der Schübe, den neurologischen Defiziten und dem Grad der Behinderung, den Erschöpfungszuständen und der Lebensqualität. Trotzdem war die Mehrheit der Teilnehmer der Meinung, dass die Behandlung ihnen genutzt habe - obwohl bei den medizinischen Tests kein Effekt nachzuweisen war. Das Bienengift enthält zwar eine ganze Reihe von entzündungshemmenden Stoffen, doch diese haben anscheinend keinen Einfluss auf die Krankheitsprozesse, die mit MS zusammenhängen.

Quelleanangabe: www.medizin-aspekte.de

DNA-Impfung bringt erste Erfolge bei MS-Patienten
(ClinLife, 23.01.2008)

Eine Impfung mit der Erbinformation des basischen Myelinproteins erzielte in einer placebo-kontrollierten Studie mit 30 Patienten positive Ergebnisse. So konnte die Anzahl der Immunzellen, die das körpereigene Myelin angreifen und zerstören, stark reduziert werden. Durch die Impfung könne die Toleranz gegenüber den körpereigenen Myelinproteinen erhöht oder wieder hergestellt werden, so die Autoren. Nun wurde zur Überprüfung dieser vielversprechenden Ergebnisse eine Phase II-Studie mit 300 Patienten gestartet.

Quellenangabe: Ärzte Zeitung

Hilft ein Schwangerschaftshormon gegen Multiple Sklerose?
(ClinLife, 23.01.2008)

Eine Studie an der Universität von Calgary lässt vermuten, dass das vermehrt während der Schwangerschaft gebildete Hormon Prolaktin MS-Schäden nicht nur verzögern, sondern sogar rückgängig machen könnte. In Tests mit Mäusen förderte Prolaktin vermutlich die Neubildung von Myelin, welches bei der Multiplen Sklerose vom eigenen Körper angegriffen und zerstört wird. Das könnte auch erklären, warum sich die MS während der Schwangerschaft häufig positiv entwickelt. Daraus könnten sich ebenfalls langfristig erfolgversprechende neue Ansätze in der MS-Therapie ableiten.

Frühe Interferon beta Therapie senkt bleibende Schäden
(ClinLife, 23.01.2008)

Wie eine Studie der Bayer Schering Pharma zeigen konnte, profitieren MS-Patienten von einer früh eingeleiteten Interferon beta Therapie. Die sofortige Therapie von Patienten mit Verdacht auf Multiple Sklerose nach einem ersten Schub konnte das Risiko bleibender neurologischer Schäden signifikant um 40% senken. Verglichen wurde hierbei die frühe Therapie mit einer späteren über einen Zeitraum von drei Jahren. "Dies ist ein beeindruckendes neues Ergebnis, das für andere immunmodulatorische MS-Therapien bislang nicht gezeigt werden konnte. Es weist darauf hin, wie wichtig es ist, Patienten früh zu behandeln und nicht zu warten, bis sich weitere Zeichen einer Multiplen Sklerose entwickelt haben. Ärzte und Patienten sollten diese exzellenten Ergebnisse bei ihren Therapieentscheidungen berücksichtigen", so Dr. Mark S. Freedman, Professor für Neurologie an der University of Ottawa und Prüfarzt der Studie.

UKE-Wissenschaftler finden mögliche Erklärung für chronische Virushepatitis
(ClinLife, 21.01.2008)

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) haben jetzt zusammen mit Schweizer Kollegen eine mögliche Erklärung dafür gefunden, warum aus der akuten Infektion so häufig eine chronische Erkrankung wird. Ihre Arbeitsergebnisse wurden in der international renommierten Fachzeitschrift "Gastroenterology" veröffentlicht. Bereits seit längerem ist bekannt, dass Leberzellen während einer Hepatitis eine Fähigkeit erwerben, die sie normalerweise nicht besitzen: die Fähigkeit zur Antigenpräsentation (Präsentation von best. Zellstrukturen). Antigenpräsentierende Zellen können über bestimmte Moleküle Abwehrzellen aktivieren, deren Aufgabe die Virusbekämpfung ist. In Laborversuchen fand die Arbeitsgruppe von Dr. med. Christiane Wiegard (I. Medizinische Klinik des UKE) und der Mikrobiologin Prof. Dr. Annette Oxenius (Eidgenössisch Technische Hochschule Zürich) nun Hinweise dafür, dass die Abwehrzellen von den infizierten Leberzellen in einer Weise aktiviert werden, die deren Fähigkeit zur Virusbekämpfung unterdrückt. Dies führt zu einer verlängerten Virusbeständigkeit und könnte eine Erklärung für den häufig chronischen Verlauf der Krankheit sein.
Fände sich ein Weg, die Fähigkeit der Leberzellen zur Antigenpräsentation zu verändern, könnte dies ein Ansatz für die Entwicklung einer spezifischen Immuntherapie zur Behandlung der chronischen Virushepatitis sein.

Quellenangabe: www.idw-online.de

Neu Therapie durch Kombinationspräparate!
(ClinLife, 18.01.2008)

Die Medikamente Fluticason (Kortikosteroid) und Salmeterol (Beta-2-Mimetikum) wurde bisher nur bei schweren Formen der COPD eingesetzt. Durch eine Studie konnte belegt werden, dass die Kombination aus diesen Präparaten auch bei Patienten mit mittelgradiger COPD wirksam ist. So wurde die Zulassung auf Patienten erweitert, die an einer Einsekundenkapazität unter 60%, an wiederholten Exazerbationen und an regelmäßigen Symptomen (trotz bronchodilatirender Therapie) leiden. So schnitten die Patienten in dieser Studie, die an 6112 Patienten durchgeführt worden ist, signifikant besser ab als solche, die nur ein Placebo bekommen haben oder nur ein einzelnes der Kombipräparate bekommen haben. Somit senkt die Kombitherapie aus Salmeterol plus Fluticason bei COPD nicht nur signifikant die Exazerbationsrate, sondern tendenziell auch die Sterberate.

Quellenangabe: Ärzte Zeitung

Neue Therapie?
(ClinLife, 18.01.2008)

„Neue Hoffnung für Patienten mit fortgeschrittenen Lungenerkrankungen (COPD) Dank neuer Behandlungsmethode."

Bei vielen Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) schwindet die Lungenfunktion so weit, dass am Ende die eigene Atmung nicht mehr ausreicht und sie ständige Behandlung mit Sauerstoff brauchen. Den meisten Patienten stehen kaum andere Optionen wie Lungenchirurgie oder -Transplantation offen. Die von Sievert praktizierte neue minimal-invasive Technik hingegen nimmt das Problem auf ganz intuitive Art ins Visier. Mittels eines kleinen Zugangs über die Leiste werden bei örtlicher Betäubung eine Arterie und eine Vene im Unterleib miteinander verbunden (arteriovenöse Fistel genannt) um Blut zurück in die Lungen zu leiten und es dort weiter mit Sauerstoff anzureichern. Daraus erfolgt eine Steigerung der Herzleistung und die Versorgung des Körpers mit dringend gebrauchtem Sauerstoff wird verbessert.

Quellenangabe: Ärzte Zeitung

Skeptisch gegenüber Medikamenten?
(ClinLife, 14.01.2008)

Viele Patienten sind nicht leicht von der Wirksamkeit antidepressiver Medikamente zu überzeugen. Dies mindert ihre Chancen, schnell von ihrem Leiden befreit zu werden. Jedoch ist bislang unklar, welche Patienten aus welchen Gründen Vorbehalte gegen die Antidepressiva hegen. Eine aktuelle Studie der University of Michigan Medical School in Ann Arbor, USA, hat nun die Vorurteile und Erfahrungen von 165 Patienten mit unipolarer Depression untersucht. Diese Patienten erhielten eine Psychotherapie und Antidepressiva und wurden vor, während und nach der Therapie befragt. Die Auswertung ergab, daß vor allem ältere Patienten und solche mit schwereren und/oder längeren Beschwerden von den Antidepressiva überzeugt waren. Abgelehnt wurden die Antidepressiva mehr von jenen Patienten, welche keine Vorerfahrungen mit Antidepressiva hatten oder sich über die Ursachen der Depression im Unklaren fühlten. Ohne Einfluss auf die Einstellung gegenüber Antidepressiva waren das Alter zum Zeitpunkt der Ersterkrankung, ferner Geschlecht, Ausbildung, weitere Erkrankungen oder die Umstände der Behandlung. Letztlich sind vor allem junge Depressive skeptisch, welche ihre Beschwerden für vorübergehend halten und sich über die Ursache ihres Leiden im Unklaren sind. Hier könnte gezielte Aufklärungsarbeit ansetzen.

Quellenangabe: Pubmed

Auf der Suche nach dem Depressions-Gen
(ClinLife, 14.01.2008)

Nachkommen von Depressiven tragen ein erhöhtes Risiko, selbst an Depression zu erkranken. Ein Grund hierfür könnte eine genetische Veranlagung sein, welche dazu führt, daß nach einer Belastungssituation die Botenstoffe im Gehirn leichter ins Ungleichgewicht geraten oder vermehrt bestimmte Streßhormone ausgeschüttet werden. Viele einzelne Genvarianten, welche bei Depressiven häufiger zu finden sind als bei Gesunden, wurden bereits entdeckt, aber ihre Funktion für die Erkrankung ist noch nicht verstanden. Eine niederländische Forschungsgruppe der Abteilung für biologische Psychologie der Universität Amsterdam hat nun die kompletten Genome von 1862 Personen mit und 1857 ohne Depression in der Vergangenheit veröffentlicht. Die Genome stammen aus dem niederländischen Zwillingsregister (Netherlands Twin Register NTR) und von Teilnehmern einer Depressions-Studie  (Netherlands Study of Depression and Anxiety NESDA).  Andere Forschungsgruppen können auf diese Daten online zugreifen und sie für ihre Genvergleiche verwenden. Die Forscher hoffen, daß es dadurch gelingen wird, für die Depression verantwortliche Gene und Genprodukte zu erkennen, um die Ursachen der Depression zu verstehen.

Quellenangabe: Pubmed

Hirnstamm und Bluthochdruck
(ClinLife, 14.01.2008)

Der Blutdruck wird unter anderem von einem Teil des Hirnstamms, der Medulla oblongata, gesteuert. Sind die Blutgefäße dort komprimiert, so leidet die Funktion dieser Steuerung. Deshalb kann es bei unkontrollierbarem primärem Bluthochdruck sinnvoll sein, die Blutgefäße im Hirnstamm mit einem MRT zu untersuchen und gegebenenfalls chirurgisch zu behandeln (operative Dekompression oder Implantat eines elektrischen Stimulators am sinus carotis). Dies berichtet eine aktuelle Studie der medizinischen Hochschule Hannover und des Klinikums Minden. Eine Untersuchung von 121 Patienten mit schwerem Bluthochdruck, welcher sich mit Medikamenten nicht beherrschen ließ, zeigte bei 50 von 68 Patienten (73.5%, davon die meisten unter 67,5 Jahre alt) mit primärem Bluthochdruck und bei 6 von 48 Patienten (12.5%) mit sekundärem Bluthochdruck eine Kompression der Blutversorgung des Hirnstamms. Das bedeutet: wenn die Medikamente nicht helfen und sicher ist, daß der Bluthochdruck keine andere organische Ursache hat, kann bei Patienten mit schwerem Bluthochdruck unter 67 Jahren die Untersuchung der Blutgefäße des Hirnstamms möglicherweise einen neuen Therapieweg eröffnen.

Quellenangabe: Pubmed

Übergewichtige Kinder
(ClinLife, 14.01.2008)

Weltweit steigt die Anzahl übergewichtiger Kinder weiter an. Aus dem Übergewicht resultieren ernsthafte Gefahren für die späteren Erwachsenen: sie haben ein höheres Risiko für Bluthochdruck, Diabetes Typ II (früher hieß er diese Krankheit Altersdiabetes) und Herzkrankheiten. Dies berichtet eine aktuelle US-amerikanische Überblicksstudie der University of Minnesota. Weitere Spätfolgen kindlichen Übergewichts könnten Fettleber und Eierstock-Zysten sein. Aus diesem Grunde müßten vorbeugenden Programme in den Familien und den Schulen fortgeführt und verstärkt werden.

Quellenangabe: Pubmed

Vitamin C verstärkt Amlodipin
(ClinLife, 14.01.2008)

Amlodipin ist ein bewährtes Medikament gegen Bluthochdruck. Es bewirkt nicht nur eine Erweiterung der arteriellen Blutgefäße, sondern schützt auch deren Gewebe vor oxidativem Stress (Zellschäden durch aggressive Sauerstoffradikale). Oxidativer Stress gehört zu den Ursachen des primären Bluthochdrucks. Eine indische Forschergruppe hat an 40 männlichen Bluthochdruck-Patienten festgestellt, daß Vitamin C diese Wirkung des Amlodipin verstärkt. Die Patienten, welche zusätzlich zu ihren täglichen 5 mg Amlodipin 1g Vitamin C erhielten,  hatten einen niedrigeren Blutdruck  und weniger messbare Anzeichen von oxidativem Stress als die anderen Patienten. Die Forschergruppe vermutet deshalb, dass die frühzeitige Gabe von Vitamin C zusätzlich zu Amlodipin weitere Gefäßschäden durch oxidativen Streß verhindern kann.

Quellenangabe: Pubmed

Wie weit soll man den Bluthochdruck senken?
(ClinLife, 14.01.2008)

Herkömmliche medikamentöse Therapien des Bluthochdrucks haben das Ziel, den systolischen Blutdruck (das ist der höhere der beiden Werte) auf unter 140 mmHg zu senken. Man nimmt jedoch an, dass eine Senkung auf unter 130 mmHg die Risiken für Folgeerkrankungen noch besser senkt. Eine aktuelle italienische Studie, deren Ergebnisse noch ausstehen, vergleicht seit Februar 2007 an 1.111 Patienten erstmals die Vor- und Nachteile der beiden Therapieziele (Studio Italiano Sugli Effetti Cardiovascolari del Controllo della Pressione Arteriosa Sistolica (Cardio-Sis)). Der Erfolg wird daran gemessen werden, ob sich der linke Herzmuskel trotz der Blutdrucksenkung verdickt. Die Forscher erwarten, dass nach zwei Jahren 19% der Patienten, deren Blutdruck unter 140 gesenkt wurde, sowie 12% der Patienten, deren Blutdruck unter 130 gesenkt wurde, trotz der Blutdrucksenkung einen verdickten Herzmuskel aufweisen werden.

Metabolisches Syndrom: erhöhtes Risiko für Blutdruckpatienten
(ClinLife, 14.01.2008)

Wer Bluthochdruck hat, trägt ein hohes Risiko für Herzkrankheiten, Herzkreislaufversagen und Schlaganfall. Noch höher ist dieses Risiko zusätzlich mit dem metabolischen Syndrom. Das ergab eine aktuelle internationale Studie an 8243 Patienten, darunter 1591 (19.3%) mit metabolischem Syndrom (LIFE-Studie). Das metabolische Syndrom besteht aus ungünstigen Blutfettwerten (niedriges HDL-Cholesterin, hohes LDL-Cholesterin), erhöhtem Blutzucker und Übergewicht. Bei Männern ist dadurch die Todesrate wegen Herzkrankheiten, Herzkreislaufversagen und Schlaganfall um 47% erhöht, bei Frauen um 73%. Unabhängig von anderen Risikofaktoren haben Patienten mit metabolischem Syndrom häufiger einen ungesund verdickten linken Herzmuskel.

Die GMALL-Studie: Aktuelle Daten zu Nelarabin vorgestellt
(ClinLife, 14.01.2008)

Im Rahmen des internationalen Symposiums „Acute Leukemias XII" in München wurden neue Daten zu dem von GlaxoSmithKline entwickelten Wirkstoff Nelarabin vorgestellt. Das Medikament ist in Deutschland seit September 2007 unter dem Handelsnamen Atriance® zur Behandlung bestimmter Formen der Leukämie erhältlich.

Die Wirksamkeit von Nelarabin wurde bei Kindern und Erwachsenen gezeigt - zur Behandlung der akuten lymphoblastischen T-Zell-Leukämie (T-ALL) und des lymphoblastischen T-Zell-Lymphoms (T-LBL) - deren Erkrankung auf mindestens zwei Chemotherapieregime nicht oder nur vorübergehend angesprochen hat. „Es ist in einer solchen schwierigen Situation erstaunlich, dass mit Nelarabin gemäß den aktuellen Daten der Studie der GMALL komplette Remissionsraten von 18-40 Prozent erreicht werden", sagt Professor Dieter Hoelzer, Frankfurt.

Quellenangaben:  Journal Onkologie

Neues aus der EPIC-Studie: Wer viele Früchte isst, verringert damit offenbar sein Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken
(ClinLife, 14.01.2008)

Einen umgekehrten Zusammenhang zwischen Obstkonsum und Neuerkrankungen an Lungenkrebs zeigen aktuelle Daten aus EPIC (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition), der größten europäischen Studie zur Rolle von Ernährung, Lebensweise, Stoffwechsel und Erbfaktoren bei der Entstehung von Krebs und anderen chronischen Erkrankungen.

Quellenangabe:  www.interconnections.de

Herzschonend dialysieren
(ClinLife, 14.01.2008)

Patienten mit chronischem Nierenversagen erhalten, solange sie nicht transplantiert werden, in Deutschland in der Regel dreimal pro Woche eine Blutwäsche (Hämodialyse). Eine aktuelle kanadische Studie beweist, dass eine tägliche Dialyse den Gesundheitszustand der Dialysepatienten verbessern kann. Das "Journal of the American Medical Association" (JAMA) berichtet über eine aktuelle Studie an 52 Dialysepatienten der Universität Calgary (Alberta) unter der Leitung von Bruce Culleton. Wer jede Nacht dialysierte, hatte eine bessere Herzleistung, einen besseren Mineralhaushalt und einen niedrigeren Blutdruck - alles Faktoren, die die Lebensqualität und die Überlebenszeit des Patienten verbessern.

Quellenangabe: www.jama.ama-assn.org

Länger leben mit niedrigen Blutfetten
(ClinLife, 14.01.2008)

Einer der Risikofaktoren für Nierenzellkarzinom ist die chronische Niereninsuffizienz. Diese Erkrankung wird häufig mit der Bauchfell-Blutwäsche (Peritonealdialyse) behandelt. US-amerikanische Forscher der Utah School of Medicine haben nun in einer statistischen Studie mit 1.053 Peritoneal-Dialysepatienten bewiesen, dass niedrig eingestellte Blutfette die Lebenszeit entscheiden verlängern. Wer Medikamente gegen hohe Blutfette einnahm, hatte im Untersuchungszeitraum von 2 Jahren ein 26% niedrigeres Sterberisiko und ein um 33% niedrigeres Risiko für Herz-Kreislaufversagen. Die Studie wurde geleitet von Alexander Goldfarb-Rumyantzev von der Harvard University in Boston. Er empfiehlt, den Nutzen von Blutfettsenkern bei Nierenpatienten weiter zu erforschen.

Prostatakrebs: Indikationen zur adjuvanten Hormontherapie
(ClinLife, 14.01.2008)

Ein beträchtlicher Prozentsatz an Patienten mit frühem Prostatakrebs ist nach radikaler Prostatektomie (= Operative Entfernung der Prostata, Samenbläschen und der regionalen Lymphknoten ) oder Bestrahlung nicht geheilt: „Ein Drittel bis die Hälfte aller Männer, die wegen eines vermeintlich lokal begrenzten Prostatakarzinoms operiert oder bestrahlt werden, entwickeln innerhalb der nächsten zehn Jahre ein Tumorrezidiv" (Fortschreiten der Krankheit), erinnerte Prof. Thomas Ebert (Fürth) bei einem Pressegespräch in Dresden. Doch haben sich mittlerweile dank zahlreicher prospektiv-randomisierter Studien, Standards für ein kombiniertes Vorgehen beim lokal fortgeschrittenen Tumor herauskristallisiert. In diesen Untersuchungen erwies sich eine neoadjuvante (= vor einer Operation) und/oder adjuvante (= nach einer Operation) Hormontherapie mit einem LHRH-Analogon - meist Goserelin (Zoladex®) - allein oder plus Antiandrogen der alleinigen lokalen Therapie als signifikant überlegen.
Adjuvante Goserelin-Gabe:
Langzeitdaten zur hohen Aktivität des kombinierten Ansatzes stammen aus der vor rund 20 Jahren initiierten Studie 85-31 der Radiation Therapy Oncology Group (RTOG) mit knapp 1 000 Patienten. Lebten nach zehnjährigem Follow-up nur noch 39 Prozent der lediglich bestrahlten Patienten, so konnte die Überlebensrate durch die zusätzliche zweijährige Goserelin-Therapie ab der letzten Bestrahlungswoche um absolut zehn auf 49 Prozent gesteigert werden. Ein signifikanter Vorteil für die adjuvante Goserelin-Therapie über drei Jahre wurde auch in der EORTC (European Organisation for Research on Treatment of Cancer)-Studie 22863 demonstriert: Ohne Hormontherapie überlebten nach fünfjähriger Beobachtung nur 62 Prozent, im Kombinationsarm dagegen 78 Prozent der Patienten. Ähnliche Daten, die für einen signifikanten Überlebensvorteil der Hormontherapie mit Goserelin sprechen, gibt es auch nach radikaler Prostatektomie. Allerdings profitierten hier nur Patienten mit histologisch belegtem Lymphknotenbefall, informierte Ebert.

Quellenangabe: Den gesamten Artikel finden Sie hier: Deutsches Ärzteblatt 2007; 104(12): A-816

Prostatakarzinom: Chemoprävention (Krebsvorbeugung) ist möglich
(ClinLife, 14.01.2008)

Bei niedrigem Prostatakrebsrisiko senken so genannte 5-Alpha-Reduktasehemmer die Gefahr zu erkranken. Eine Studie untersucht jetzt auch gefährdete Patienten.Fast 50 000 Männer erkranken in Deutschland jährlich an einem Prostatakarzinom, rund 11 000 sterben daran. Studienergebnisse zeigen, dass eine Chemoprävention (Vorbeugung) durch 5-Alpha-Reduktasehemmer (5-ARI) möglich ist. Dies legt eine Neubewertung der PCPT-Studie (Prostate Cancer Prevention Trial) mit Finasterid bei Männern mit niedrigem Prostatakrebsrisiko nahe. Bei der prospektiven, randomisierten Doppelblindstudie, die 1993 begonnen hatte, waren fast 19 000 gesunde Männer älter als 55 Jahre mit einem negativen Tastbefund und PSA-Werten unter 3,0 ng/ml in zwei Gruppen aufgeteilt worden. Sieben Jahre lang erhielt die eine Gruppe ein Placebo (Substanz ohne Wirkstoff), die andere 5 mg Finasterid täglich. Bei einem PSA-Anstieg, einem auffälligen Tastbefund und am Ende der Studie wurde eine Prostatabiopsie (Punktion) durchgeführt.Wegen der Eindeutigkeit der Ergebnisse brach man die Studie vorzeitig ab, denn unter Finasterid-Einnahme fanden sich circa 25 Prozent weniger Prostatakarzinome als unter Placebo. Auffällig war nur der höhere Anteil an aggressiveren Tumoren in der Finasterid-Gruppe. Nach umfassender Analyse gehen die Experten davon aus, dass es sich dabei wahrscheinlich um einen Artefakt handelte. Der Grund: Da sich das Prostatavolumen unter Finasterid verminderte, konnten höhergradige Tumoren besser nachgewiesen werden als bei einer größeren Prostata, da sie bei einer Biopsie eher getroffen werden.

In einer Studie mit einem anderen Wirkstoff (5-ARI Dutasterid) wird nun derzeit geprüft, ob sich ein ähnlich gutes Ergebnis bei Männern mit einem hohen Prostatakarzinomrisiko erzielen lässt. An der REDUCE Studie (Reduction by Dutasteride of Prostate Cancer Events) nehmen rund 8 000 Männer ab 50 Jahren teil, die einen PSA-Wert von 2,5 bis 10 ng/ml haben, aber kein Prostatakarzinom in der Eingangsbiopsie.

Quellenangaben: Den gesamten Artikel finden Sie hier: Deutsches Ärzteblatt 2007; 104(28-29): A-2077

Handy als Auslöser für Nickelallergie
(ClinLife, 10.01.2008)

Amerikanische Forscher der Brown University haben nachgewiesen, dass in vielen Handys Spuren von freiem Nickel vorkommen, dass auf Dauer zu einer Nickelallergie führen kann, wenn der Benutzer für dieses Kontaktallergen sensibilisiert wird. Vor allem die Tasten, Displays und Schutzhüllen sollen bedenkliche Mengen enthalten. Nachdem schon seit langer Zeit die Umweltschädlichkeit von Handys diskutiert wird, kam man erst jetzt auf einen Zusammenhang mit allergischen Reaktionen, nachdem ein 18-jähriger mit großflächigem Kontaktekzem, ausgelöst durch Nickel, seine Ärzte darauf aufmerksam machte.

Quellenangabe: www.cmaj.ca

Histamin-Antagonisten gegen Tagesmüdigkeit?
(ClinLife, 01.12.2007)

Forscher der Universität Lyon konnten nachweisen, dass der Histaminantagonist Tiprolisant wirksam das Symptom der Tagesmüdigkeit bei Narkolepsie bekämpft. Vor allem in Kombination mit dem schon zugelassen Modafinil konnte während der einwöchigen Versuchsreihe deutliche Effekte im Vergleich zur Placebobehandlung gezeigt werden. Noch sind Histaminantagonisten in der Narkolepsietherapie nicht zugelassen, jedoch könnten sie einen neuen medikamentösen Ansatz zur Behandlung von Tagesmüdigkeit darstellen.

Quellenangabe: Pubmed

Lebensgefährliche Nebenwirkungen von Modafinil (Vigil®)
(ClinLife, 15.10.2007)

In einer U.S.-amerikanischen Studie zeigten sich bei der Behandlung von Narkolepsie mit Modafinil seltene, jedoch schwerwiegende Nebenwirkungen. Schon in vorherigen klinischen Studien waren Hautauschläge beobachtet worden, die in 0,8% der Fälle zum Abbruch der Therapie führen. Jetzt konnte gezeigt werden, dass diese Überempfindlichkeitsreaktionen in Form von Hautausschlägen auch weitaus dramatischere, lebensbedrohliche Ausmaße annehmen können. Die „U.S. Food and Drug Administration" (FDA) rät dazu, bei unter Modafinilbehandlung auftretendenden Hautausschlägen, Atem- und Schluckstörungen das Medikament sofort abzusetzen, da der Verlauf der Überempfindlichkeitsreaktion im Vorfeld nicht abzuschätzen ist. Auf Grund mangelnder Erfahrung wird bei Kindern, zu zurückhaltender Anwendung geraten.

Quellenangabe: Ärzteblatt

Hängen Parkinson und Übergewicht zusammen?
(ClinLife, 11.10.2007)

Rund 45.000 Männer und Frauen verschiedenen Alters haben über einen Zeitraum von rund 18 Jahren an einer Studie des Nationalen Gesundheitsinstituts in Helsinki teilgenommen, die darüber Aufschluss liefern sollte, ob es einen Zusammenhang zwischen der Parkinson-Erkrankung und Übergewicht gibt. Nun wurden die Ergebnisse veröffentlicht, wie die Ärztezeitung unter Bezug auf die Zeitschrift Neurology schreibt. Im Endeffekt waren 272 Männer und 254 Frauen an Parkinson erkrankt. Je höher der Body-Mass-Index BMI, desto war das Parkinson-Risiko, unabhängig von anderen Risikofaktoren. Männer mit Übergewicht sind laut der Studie noch mehr gefährdet als Frauen.

Quellenangabe: www.n-tv.de

AML: Gene beeinflussen Heilungschancen
(ClinLife, 02.10.2007)

Die Analyse von Genmutationen oder sogenannter Mikro-RNA-Moleküle kann bei der akuten myeloischen Leukämie (AML) helfen, die richtige Therapieentscheidung zu treffen. Neue Studien im New England Journal of Medicine (NEJM) versprechen, einigen Patienten die strapaziöse Stammzelltherapie zu ersparen. Auf der Ebene der Gene gibt es in der Gruppe der AML beträchtliche Unterschiede. Welchen Einfluss sie auf die Prognose haben, hat die Deutsch-Österreichische AML Studiengruppe (AMLSG) an über 800 Patienten aus 40 Zentren untersucht. Die Gruppe um Hartmut Döhner von der Universität Ulm konnte beispielsweise zeigen, dass bestimmte Genmutationen oder die Kombination verschiedener Mutationen (Genotypen) recht gut vorhersagen, ob Patienten auf eine Therapie ansprechen, wie wahrscheinlich ein Rückfall und wie gut die Heilungschancen sind. Dies könnte beispielsweise dazu führen, dass die Onkologen in Zukunft auf eine allogene Stammzelltherapie verzichten, wenn bestimmte Mutationen im NPM1-Gen (Nukleophosmin) vorliegen und gleichzeitig FLT3 (fms-related tyrosine kinase 3) fehlt. Diese Kombination liegt bei etwa 16 Prozent der AML-Patienten unter 60 Jahren vor. Die Studie zeigt, dass hier eine allogene Stammzelltherapie keinen Vorteil bringt. In anderen Konstellationen ist die Therapie dagegen umso Erfolg versprechender. Es sei zu erwarten, dass die Ergebnisse dieser Studie erhebliche Auswirkungen auf die Behandlung von Patienten mit AML haben werden, schreiben die Autoren in der Pressemitteilung. Die Tatsache, dass die in der Studie identifizierten Genotypen in der neuen WHO-Klassifikation der AML berücksichtigt werden, unterstreiche die Bedeutung der Ergebnisse.

Amerikanisches Parkinson-Medikament vom Markt genommen
(ClinLife, 02.10.2007)

Das Parkinson-Medikament Permax, ein Dopaminagonist, ist auf Empfehlung der US-Arzneimittelaufsicht FDA vom Markt zurückgezogen worden. Das New England Journal of Medicine hatte berichtet, daß das Medikament, das den Wirkstoff Pergolid enthält, das Risiko von Herzklappen-Fehlern erhöht und damit zu gefährlichen Herzschäden führen kann. Der Hersteller Lilly vertreibt den Wirkstoff Pergolid in Deutschland unter dem Namen Parkotil.

Nervenzellen leiden an Verstopfung
(ClinLife, 01.10.2007)

Forscher der Universität Göttingen haben herausgefunden, dass die Ursache einer neurodegenerativen Erkrankung, der "Demenz mit Lewy Körperchen" (DLB), nicht wie bisher angenommen der Untergang von Nervenzellen ist, sondern eine Kommunikationsstörung zwischen Nervenzellen im Gehirn (sogenannten Synapsen). Anhand dieser Erkenntnis ergeben sich nun völlig neue Therapiemöglichkeiten für neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson. Die Nervenzellen würden erst absterben, nachdem die Kommunikation zwischen den einzelnen Nervenzellen gestört worden sei, weil kleinste Eiweißablagerungen in den Ästen der Nervenzellen abgelagert seien, so Neuropathologe PD Walter Schulz-Schaeffer.

Asthma bei Kindern: Sind die Gene schuld?
(ClinLife, 08.08.2007)

Eine internationale Kooperation unter der Federführung von Forschern der LMU München und der Oxford University, UK, konnte nun ein Gen identifizieren, das in bestimmten Varianten das Risiko, in der Kindheit an Asthma zu erkranken, deutlich erhöht. Das neu gefundene Gen, ORMDL3, ist ein viel versprechendes Forschungsobjekt: Es könnte helfen, die Prävention und Diagnostik von Asthma zu verbessern sowie möglicherweise eine Therapie zu entwickeln.

Quellenangabe: www.idw-online.de