Colitis ulcerosa Medikamente
- Aminosalicylate
Aminosalicylate (Mesalazin® und Sulfasalazin®) führen zu einer Entzündungshemmung, indem sie in den Stoffwechsel der Leukotriene und Interleukine eingreifen, welche an der Entstehung und Aufrechterhaltung von Entzündungen beteiligt sind. Dies führt zu einer Abheilung der Darmschleimhaut und ermöglicht eine normale Verdauung. Die Aminosalicylate können als Tabletten, Zäpfchen oder Einläufe bei schwachem bis mittleren Verlauf verabreicht werden. Zusätzlich verringert es das Darmkrebs-Risiko. Typische Nebenwirkungen sind Übelkeit, Durchfall, Kopfschmerzen, Schwindel. Blutbildveränderungen, Entzündungen des Herzmuskels, der Niere oder der Bauchspeicheldrüse treten sehr selten auf.
- Glucocorticoide (Steroide)
Künstlich hergestellte Glucocorticoide (Prednisolon®, Budesonid®) ähneln dem körpereigenen Hormon Kortison (Cortisol) und haben eine antientzündliche und unspezifisch immunsuppressive Wirkung im ganzen Körper. Sie werden beim schweren akuten Schub oder bei Therapieversagen der Colitis ulcerosa eingesetzt, aber dienen nicht der Remissionserhaltung. Normalerweise wird mit einer hohen Dosis begonnen, die dann langsam ausgeschlichen wird. Zu unerwünschten Wirkungen kommt es vor allem bei langfristiger und hochdosierter Therapie. Dazu gehören u.a. Bluthochdruck, psychische Reaktionen, Knochenschwund (Osteoporose) und Diabetes.
- Ciclosporin A
Ciclosporin A (Sandimmun®) hemmt die Immunabwehr (Immunsuppressivum) und somit Entzündungen. Dies erfolgt durch gezielte Hemmung des Enzyms Calcineurin, welches an der Bildung des Botenstoffs Interleukin beteiligt ist. Es wird bei Unverträglichkeit von Kortison beim fulminanten Schub gegeben. Mögliche Nebenwirkungen sind Schädigung der Nieren, der Leber und des Magen-Darm-Trakts. Außerdem kann Ciclosporin A zu Zahnfleischwucherung und zu Bluthochdruck führen.
- Azathioprin
Dies ist auch ein Immunsuppressivum (Colinsan®, Imurek®), welches zu den Zellteilungshemmern gehört, da es ähnlich gebaut ist wie ein Baustein der Erbsubstanz (DNA), der zur Bildung von Immunzellen dient. Azathioprin hemmt somit die Bildung von Immunzellen (T- und B-Lymphozyten), indem es in die DNA eingebaut wird. Mercaptopurin ist die Vorstufe von Azathioprin. Es erfolgt eine langfristige Behandlung mit Tabletten im chronisch aktiven Verlauf oder Fulminanten Schub. Nebenwirkungen sind u.a. Blutbildveränderung, erhöhtes Infektionsrisiko, Fruchtschädigung (teratogen), Übelkeit und Gelenkschmerzen.
- Tacrolimus
Tacrolimus (Prograf®) hemmt so wie Ciclosporin A das Enzym Calcineurin und ist somit ein Immunsuppressivum. Es wird bei Colitis ulcerosa allerdings nur bei Therapieversagen der übrigen Arzneimittel angewendet.
Postleitzahl ein:
Leider führen wir derzeit keine Studien, die Ihrer Auswahl entsprechen. Versuchen Sie es bitte später noch einmal.
