Colitis ulcerosa Studien

Colitis Ulcerosa Therapien

Die Therapie der Colitis ulcerosa wird anhand der Ergebnisse einer klinischen Diagnostik (Darmspiegelung mit Biopsie, Laborwerte) festgelegt.

Die Ziele sind eine Verbesserung des Ernährungs- und Allgemeinzustandes, Beeinflussung der Symptomatik und des Verlaufs der Krankheit, Erreichung möglichst langer und beschwerdefreier Intervalle (Remissionsphasen) sowie eine geringe Rückfallrate.

Ernährung:

Als Folge der andauernden Durchfälle kommt es zu einer allgemeinen Mangelernährung und spezifischen Mangelerscheinungen. Bei Blutarmut und Eisenmangel wird Eisen substituiert und bei Vitamin-, Kalzium- oder Spurenelementmangel sollten diese entsprechend ersetzt werden.

Der Verlauf und Allgemeinzustand eines Patienten mit Colitis ulcerosa kann mithilfe von diätetischen Maßnahmen positiv beeinflusst werden. Hierfür ist je nach Krankheitsstadium eine Ernährungsberatung, zusätzliche Ernährung durch Trinknahrung, Sondennahrung und künstliche (parenterale) Ernährung notwendig. Durch künstliche Ernährung kann der Darm umgangen und somit ruhig gestellt werden.

Es ist besonders wichtig darauf zu achten, die Nahrungsmenge auf viele kleine Mahlzeiten aufzuteilen, alle Speisen gründlich zu kauen, dass die Speisen nicht zu heiß oder kalt sind und ausreichend Zeit zum Essen besteht.

Medikamente:

Zur akuten Therapie der Colitis ulcerosa stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die die Entzündung kurzfristig hemmen und beseitigen sollen.

Entsprechend der verschiedenen Stadien gibt es verschiedene Therapiemuster:

  • Akuter Schub

Bei einem Schub leichter bis mittlerer Aktivität bei linksseitiger Colitis ulcerosa gibt man lokal Aminosalicylate in Form von Zäpfchen, Einläufen oder Schäumen. Bei schwerem Verlauf der Erkrankung oder Nichtansprechen der Therapie sollten systemisch Steroide(Cortison) mit Dosissteigerung oral oder intravenös verabreicht werden.

  • Fulminanter Schub

Es sollte sofort intravenös mit systemischen Steroiden begonnen werden. Liegt eine Kontraindikation vor, kann man auf Cyclosporin A, alternativ auf Tacrolimus zurückgreifen. Eine Schubtherapie wird nur eingeleitet, wenn keine Operation in Erwägung gezogen wird. Nachdem die Akutphase überwunden ist, sollte auf eine orale Therapie für 3-6 Monate umgestellt werden. Die Erhaltungstherapie wird mit Azathioprin durchgeführt. Bei Versagen der Therapie ist eine Operation indiziert. Besonders wichtig ist, dass ein toxisches Megacolon ausgeschlossen wird.

  • Chronisch aktiver Verlauf

Wichtig hierbei ist der Ausschluss von bakteriellen Superinfektionen (Clostridien) und Herpesviren. Therapie der ersten Wahl bei chronischem Verlauf ist die Einleitung einer immunsuppressiven Therapie mit Azathioprin oder Mercaptopurin, wobei eine Operation auch möglich ist. Die Therapie sollte 3-5 Jahre dauern. Dabei ist auf die regelmäßige Kontrolle der Leberwerte und des Blutbildes zu achten. Steroide sind aufgrund ihrer Nebenwirkungen in diesem Stadium zur Dauertherapie kontraindiziert.

  • Remission

Aminosalizylate werden oral oder rektal verabreicht.

  • Krebsprohylaxe

Aminosalizylate, bei Primär Sklerosierender Cholangitis mit Ursodeoxycholsäure. Wichtig ist die regelmäßige Darmspiegelung mit Biopsien um ein Karzinom auszuschließen

Weitere Möglichkeiten:

Einige Wirkstoffe sind noch in der Erprobungsphase und werden von den Leitlinien noch nicht empfohlen, aber teilweise schon eingesetzt. Dazu gehört u.a. Infliximab (Antikörper), ein Immunsuppressivum, welches TNFα und somit die Entzündung hemmt. Es hat bei Colitis ulcerosa-Patienten mit mittlerem und schwerem Verlauf Erfolge gezeigt.

Außerdem steht die Gabe von Antibiotika (Metronidazol) beim fulminanten Schub in Frage.

chirurgisch:

Eine Notfalloperation muss bei einem Darmdurchbruch oder bei einer lebensbedrohlichen Blutung sofort durchgeführt werden. Eine dringende Indikation für eine Operation ist ein Therapieversagen bei einem fulminanten Schub, schwerer Krankheitsverlauf, einem toxischen Megacolon, und einer nichtstillbaren Blutung. Ein Karzinom ist eine absolute Indikation.

Chirurgisch wird hierbei eine sogenannte restaurative Proktokolektomie mit ileo-pouch-analer Anastomose (IPAA) durchgeführt. Hierbei wird der Dickdarm entfernt, der Mastdarm blind verschlossen und aus dem Dünndarm ein künstlicher Darmausgang konstruiert. Wenn sich nun der Darm wieder beruhigt hat wird ein Ileoanaler-Pouch angelegt, wobei der Dünndarm mit dem Anus verbunden und ein Reservoir geschaffen wird, um die Entleerung des Darmes zu verzögern.

Psychosomatisch:

Die Colitis ulcerosa kann durch Stressbelastungen reaktiviert werden, zu einer Verschlechterung der Symptome führen und ebenfalls den Krankheitsverlauf und die Lebensqualität negativ beeinflussen. Vielen Betroffenen hilft hierbei eine Psychotherapie, um die Krankheit besser zu bewältigen. Man hat festgestellt, dass Psychotherapie vor allem einen positiven Effekt auf die Schmerzreduktion hat. Auch das Erlernen von Entspannungsverfahren wie z.B. Autogenes Training, das Entspannungstraining nach Jacobsen oder die Feldenkrais-Methode wirkt sich günstig aus.

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