Darmkrebs Studien

Darmkrebs Therapien

Aktuelle & neue Wege in der Darmkrebstherapie:

Den mit Abstand größten Stellenwert in der Behandlung des kolorektalen Karzinoms hat die chirurgische Entfernung des Tumors. Ergänzend werden häufig, in Abhängigkeit von der Krankheitsausdehnung, Strahlen- und/oder Chemotherapie (Medikamente) eingesetzt. Dies kann vor einer Operation angebracht sein (neoadjuvant), nämlich um den Tumor vorab zu verkleinern, um auf diese Weise während der Operation weniger Darmgewebe entfernen zu müssen. Aber auch nach einer Operation (adjuvant) kann eine Strahlen- und Chemotherapie Nutzen bringen, indem man eventuell verbliebene Tumorzellen durch diese Ganzkörpertherapie bekämpft. Auch wenn man sich für einen palliativen Behandlungsansatz entschieden hat, der den Patienten nicht mehr heilen kann, sondern ihm ein möglichst beschwerdefreies Leben ermöglichen soll, bedient man sich dieser Therapieverfahren.


Chirurgische Entfernung

In fast allen Fällen von Darmkrebs wird eine operative Entfernung des Tumors angestrebt. Die Operation findet meist nach der klassischen Methode, also unter Eröffnung der Bauchdecke, statt. Bisweilen kommen aber auch minimal-invasive Verfahren (Schlüssellochtechnik) zum Einsatz. Entfernt werden der betroffene Darmabschnitt und die zugehörigen Lymphabflussbahnen, da sich über diese Metastasen im Körper verbreiten können bzw. da sie Aufschluss darüber geben, ob eine derartige Streuung von Tumorzellen bereits stattgefunden hat. Die Behandlungsziele richten sich nach dem Stadium des Tumors, so kann es bei noch kleinem Tumor und ohne Metastasierung zu einer langfristigen Heilung kommen. Aber auch Patienten, die nicht mehr geheilt werden können, profitieren in der Regel von der Operation, da oft Beschwerden gelindert werden können , die Lebensqualität verbessert und darüber hinaus auch künftige Komplikationen wie Darmverschluss oder -durchbruch verhindert werden können. Etwa 10% der Betroffenen klagen nach einer Tumorentfernung über Inkontinenz. Dies kann dann vorkommen, wenn der Tumor bereits den Schließmuskel angegriffen hat oder in unmittelbarer Nähe des Muskels lokalisiert war.


Chemotherapie

Dieses Verfahren beinhaltet die Gabe von Medikamenten, welche das Zellwachstum hemmen. Die Wirkung betrifft den gesamten Körper, die betreffenden Medikamente bezeichnet man auch als Zytostatika. Sie greifen vor allem die Zellen an, die sich besonders gern und häufig teilen. Tumorzellen zeichnen sich genau dadurch aus, dass sie unkontrolliert und schnell wachsen. Daher sind sie in hohem Maße empfindlich für die Chemotherapie, allerdings teilen sich auch andere Zellen im Körper schnell und werden daher durch die Chemotherapie ebenfalls geschädigt. Dies sind vor allem Blut- und Abwehrzellen, Haarzellen und gesunde Darmzellen.


Bestrahlung

Hierbei wird der Tumor durch sehr energiereiche Strahlung bekämpft. Verwendet werden so genannte ionisierende Strahlen. Dabei ist es möglich, die Strahlung gezielt auf den Tumor auszurichten, ohne dem umliegenden Gewebe zu großen Schaden zuzufügen. Zu diesem Zweck werden für jeden Patienten Bestrahlungsfelder erstellt, die eine zielgenaue Behandlung ermöglichen. Als Nebenwirkungen können unter anderem Entzündungen des Darms, der Harnblase und des Nierenbeckens auftreten.


Neue Ansätze


  • Aushungern" des Tumors:
  • Das Kennzeichen vieler Tumore ist, dass sie besonders schnell wachsen, dementsprechend mehr Sauerstoff und Energie benötigen als normales Gewebe. Aus diesem Grund ist der Tumor in der Lage, chemische Signale auszusenden, die dazu führen, dass neue Blutgefäße zur Versorgung des Tumors aussprossen. Durch diesen Mechanismus stellt der Tumor seine eigene Energieversorgung sicher. Ein seit 2005 zugelassenes Medikament, Bevacizumab, ist ein Antikörper, der die vom Tumor gesendeten chemischen Signale stört und eine neue Gefäßbildung verhindert. Der Tumor erhält also nicht mehr genügend Energie und „verhungert“. Bislang wird Bevacizumab nur begleitend zur Chemotherapie eingesetzt und erzielte in klinischen Studien bessere Ergebnisse als die alleinige Chemotherapie.

  • Wachstumshemmung:
  • Ähnlich wie die gesunden Zellen des Körpers benötigen auch einige Tumorarten bestimmte Signale des Körpers um zu wachsen. Im Falle des kolorektalen Karzinoms ist dies der so genannte EGF (Epidermal growth factor). Cetuximab ist ein seit 2004 zugelassenes Medikament, das die wachstumsfördernde Wirkung von EGF unterbindet und somit die Vergrößerung des Tumors verhindern kann. Cetuximab wird in Kombination mit der bewährten Chemotherapie verabreicht. Ein weiterer Vertreter dieser Medikamentengruppe ist Panitumumab.

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