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Epilepsie

Epilepsie Therapien

Aktuelle & neue Wege in der Epilepsie-Therapie:


Vermeiden der Auslöser

Viele Epileptiker berichten über ganz bestimmte Auslöser, die ihre Anfälle begünstigen, zum Beispiel können dies Schlafmangel, Computerspiele, emotionaler Stress oder Flickerlicht sein. Aus diesem Grund sollten Betroffene sowie Angehörige aufmerksam Zeitpunkte und Situationen, während denen epileptische Anfälle auftreten, beobachten und somit eventuelle Auslöser identifizieren, um künftig derartige Situationen vermeiden zu können.

Epilepsiechirurgie

Nach einer erfolglosen medikamentösen Behandlung ist ein chirurgisches Angehen erste Behandlungsoption. Das Ziel dieses Verfahrens ist stets die Anfallsfreiheit. Allerdings kommt nur ein kleiner Teil (etwa 10%) der Epileptiker für einen chirurgischen Eingriff tatsächlich in Frage. Denn wie alle Operationen ist auch diese mit Risiken behaftet und wird nur unter strengen Voraussetzungen durchgeführt: der Patient muss medikamentös austherapiert sein, seine Erkrankung muss eine örtlich begrenzte und vor allem chirurgisch zugängliche Läsion zur Ursache haben. Außerdem muss der Patient  Aussicht auf einen medizinischen wie auch sozialen Nutzen haben. Bei der Operation wird dem Patienten das für die Anfälle verantwortliche Hirnareal entfernt. Die Epilepsie-Chirurgie zeigt gute bis sehr gute Ergebnisse bezüglich des Ziels Anfallsfreiheit.

Vagusnerv-Stimulation

Dieses Verfahren wird in der Regel erst in Betracht gezogen, wenn medikamentös wie auch chirurgisch kein zufriedenstellendes Behandlungsergebnis erzielt werden kann. Hierbei wird dem Patienten ein elektrischer Stimulator in die Brustwand eingesetzt, der kontinuierlich oder bei Bedarf leichte Stromstöße an den Nervus vagus im Halsbereich sendet. Dieser Nerv ist für die Kommunikation zwischen den inneren Organen des Körpers und dem Gehirn zuständig. Er wird vor allem während Phasen der Ruhe und Entspannung aktiv und ist daher auch im Stande, die Aktivität der Gehirnzellen zu drosseln und auf diese Weise epileptische Anfälle zu verhindern oder zu verzögern. Nach den bisherigen  Studien zu urteilen erreicht jeder zweite bis dritte Patient unter dieser Behandlung eine Senkung der Anfallsrate.

Ketogene Diät

Bereits im Jahre 1921 wurde beobachtet, dass manche Kinder unter Fastenbedingungen weniger Anfälle haben. In Anlehnung an diese Erkenntnisse entwickelte man die ketogene Diät. Diese besteht in der Meidung von Kohlenhydraten, also der überwiegenden Energiedeckung durch Fette und Proteine. Auf diese Weise wird dem Körper ein Hungerzustand vorgetäuscht, er verbrennt körpereigenes Fett und produziert dabei so genannte Ketonkörper (deshalb der Name ketogene Diät).Welcher Mechanismus dem positiven Effekt auf epileptische Anfälle zu Grunde liegt, ist bislang nicht bekannt. Dieses Konzept der Therapie hat sich bislang nicht in Europa als echte Alternative oder Ergänzung durchgesetzt und wird daher eher selten eingesetzt.

Epilepsiehunde

Per Zufall konnte festgestellt  werden, dass einige Hunde von Epileptikern sich vor deren Anfall auffällig verhielten und somit als Warnhunde für einen bevorstehenden Anfall eingesetzt werden können. Die ersten Untersuchungen dazu fanden 1995 statt und seitdem werden Epilepsiehunde ausgebildet, allerdings immer noch vornehmlich in den USA. In Europa steckt die Ausbildung noch in den Kinderschuhen. Leider harmonieren die Hunde nicht mit jedem Hundehalter und können in diesen Fällen auch keine Anfälle voraussagen. Daher müssen ca. 50% der Hunde neu vermittelt werden. Die Kosten belaufen sich auf etwa 7.000-14.000 Euro.


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