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Gürtelrose

Gürtelrose

Was ist Gürtelrose?

Die Gürtelrose ist eine Viruserkrankung, die mit Schmerzen, Missempfindungen und einem meist streifenförmigen Ausschlag mit Bläschenbildung in einem bestimmten Hautareal einhergeht. Der Name Gürtelrose leitet sich von der Anordnung des Hautausschlags und der Ausstrahlung der Schmerzen ab, die im Allgemeinen gürtelförmig im Brust- oder Bauchraum auftreten. An der Gürtelrose erkranken in der Regel ältere Menschen oder Personen, deren Immunsystem aus verschiedenen Gründen (z.B. Aids, andere Erkrankung, Stress) geschwächt ist. Die Gürtelrose als solche ist wenig ansteckend. In Fachkreisen wird die Gürtelrose auch als Herpes Zoster bezeichnet. Die Erkrankung ist weltweit verbreitet und tritt meist sporadisch auf. Die Inzidenz beträgt etwa 400/100 000, die Prävalenz 80/100 000 Einwohner. Der Erkrankungsgipfel liegt etwa zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr, ohne Geschlechtsunterschied.

Wie entsteht Gürtelrose?

Die Gürtelrose wird durch das Varizella-Zoster-Virus verursacht. Dieses gehört zur Familie der Herpesviren und ist auch Erreger der Windpocken, einer eigentlich harmlosen Kinderkrankheit. Beim ersten Kontakt mit dem Virus, der normalerweise im Kindesalter statt findet, erkrankt die betroffene Person üblicherweise an Windpocken. Als Auslöser der Windpocken ist der Erreger hoch ansteckend, so haben schätzungsweise über 90% der über 14 jährigen bereits eine Varizella-Zoster Infektion durchgemacht. Nachdem diese Erkrankung ausgestanden ist, verbleiben einige Viren latent in bestimmten Nervenknoten in der Nähe des Rückenmarks, den so genannten Spinalganglien. Dort werden sie vom Immunsystem zwar in Schach gehalten, aber nicht vernichtet. Das Virus kann dort über Jahrzehnte überleben, ohne dass sich dies in Symptomen äußern würde. Sollte nun das Immunsystem z.B. aus oben genannten Gründen geschwächt sein, ist es nicht mehr in der Lage, die Viren effektiv in Zaum zu halten. Diese werden dann reaktiviert und können, ausgehend von den Spinalganglien, an den Nerven entlang bis zu dem von diesem Nerven versorgten Hautareal vordringen, um dort wie auch im Nervengewebe eine Entzündung bzw. den für die Gürtelrose typischen Hautausschlag auszulösen. Es handelt sich bei der Gürtelrose also um keine Neu- oder Zweitinfektion, sondern um eine Reaktivierung einer in der Regel bereits in der Kindheit erfolgten Infektion.

An Gürtelrose kann also nur eine Person erkranken, die zuvor an Windpocken erkrankt ist. Wer noch keine Windpocken Infektion durchgemacht hat und sich bei einem Gürtelrose Patienten ansteckt, erkrankt demzufolge nicht an Gürtelrose, sondern an Windpocken. Auch wer die Windpocken bereits hinter sich gebracht hat und gesund ist, kann sich in der Regel nicht bei einem Betroffenen anstecken.

Wie verläuft Gürtelrose?

Die Gürtelrose beginnt meist mit brennenden, juckenden Schmerzen und Missempfindungen im von dem betroffenen Nerven versorgten Hautareal. Begleitend können die Betroffenen an allgemeinem Unwohlsein, Müdigkeit und leichtem Fieber leiden. Nach einigen Tagen tritt der für die Gürtelrose typische Hautausschlag auf: gruppenförmig angeordnete Knötchen, die sich später in stecknadelkopfgroße Bläschen umwandeln können. Diese sind mit wässriger, eitriger oder blutiger Flüssigkeit gefüllt, welche hochinfektiös ist. Nach 3 bis 5 Tagen platzen die Bläschen auf und werden nach und nach von Schorf bedeckt, der in der Folge abfällt. Die Bläschen können sich aber auch zurückbilden und verkrusten. Dieser Vorgang kann unterschiedlich lang dauern, häufig sind die Beschwerden nach 1 bis 4 Wochen abgeklungen. In wenigen Fällen verläuft die Erkrankung auch ohne Hautausschlag (Zoster sin herpete).

Abhängig davon, welcher Nerv betroffen ist, kann die Gürtelrose an unterschiedlichen Stellen des Körpers auftreten und entsprechend zahlreiche Beeinträchtigungen verursachen. Beim Zoster ophthalmicus sind Auge und Gesicht betroffen. Infolge dessen kann es zu einem Hornhautgeschwür mit anschließender Narbenbildung und teilweiser oder vollständiger Erblindung. Bei Befall der Gesichtsnerven kann eine vorübergehende Lähmung des Gesichts oder Geschmacksverlust die Folge sein. Der Zoster oticus bezeichnet einen Befall des Gehörgangs. Dabei sind temporäre Hörminderungen oder Gleichgewichtsstörungen möglich. Die Prognose der unkomplizierten Erkrankung ist in der Regel gut. Zwei Drittel der Erkrankungen heilen folgenlos ab. Komplikationen kommen sehr selten vor und betreffen fast ausschließlich Patienten mit stark geschwächtem Immunsystem. Zu den Komplikationen zählen eine Hirnhautentzündung (Zoster-Meningitis), Befall des Gehirns (Zoster-Enzephalitis) oder Rückenmarks (Zoster-Myelitis). Außerdem können eventuelle Funktionsausfälle wie beispielsweise Lähmungen dauerhaft bestehen bleiben. Die gefürchtetste Komplikation ist die Ausbreitung der Infektion auf den ganzen Körper einschließlich der inneren Organe (Zoster generalisatus). Diese wie auch einige andere der aufgeführten Komplikationen können tödlich enden.

DDie häufigste Komplikation ist die so genannte postzosterische Neuralgie (PZN). Sie tritt in ca. 15% der Fälle insgesamt und bei ca. 50% der über 60-jährigen Betroffenen auf. Hierbei verschwinden die durch die Entzündung ausgelösten Schmerzen nicht. Diese Schmerzen können sehr quälend sein und im schlimmsten Fall lebenslang bestehen bleiben.

Wie wird Gürtelrose behandelt?

Die Behandlung der Gürtelrose besteht in der Regel aus der Gabe von Virostatika, also Medikamenten gegen Viruserkrankungen. Durch diese Gabe wird das Virus nicht aus dem Körper eliminiert, sondern zieht sich wieder in die Spinalganglien zurück. So kann es in seltenen Fällen zu einer erneuten Erkrankung kommen. Darüber hinaus wird derzeit intensiv an alternativen Ansätzen zur Behandlung und Vorbeugung der Gürtelrose geforscht.


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