Hepatitis Medikamente
Hepatitis B
- Interferon alfa in der HBV-Therapie
Das Interferon α (auch in pegylierter Form mit verlängerter Wirkungsdauer) eignet sich für die Ersttherapie des sich stark vermehrenden Virus. Die Therapiedauer beträgt im Durchschnitt 6 Monate. Alternativ kann bei Schwangerschaft, die eine Einnahme dieses Medikaments nicht erlauben, oder bei nicht Ansprechen auf das Interferon auf Lamivudin zurückgegriffen werden. Mit dieser Therapie (Interferon α) kann in 30 – 40 % der Fälle eine effektive Unterdrückung des Virus erreicht werden. Allerdings sollte der Patient für den Zeitraum der Medikamenteneinnahme auf Grund möglicher Nebenwirkungen von einem Arzt streng überwacht werden.
- Lamivudin in der HBV-Therapie
Dieses gut verträgliche Nukleosidanalogon, wird einmal täglich für ein Jahr lang geschluckt und führt zu einer starken Hemmung der Virus-Vermehrung, so dass bereits nach einem Jahr bei 52-56% der Patienten ein Rückgang der Entzündung und bei 16-17% ein Wandel hin zu einer generell geringeren Vermehrung der Viren zu registrieren ist. Findet dieser Wandel jedoch nicht statt wird die Therapie unbefristet fortgesetzt.
Daraus ergibt sich allerdings ein Problem, denn bereits nach einem Jahr in dem ausschließlich Lamivudin verabreicht wurde, gelingt es einzelnen Viren sich gegen das Medikament zu schützen und so zu einem erneuten Aufflammen der Entzündung zu führen. Trotzdem wird empfohlen, die Therapie erst einmal weiter zu führen, da in der Regel nur mit einer milden Reaktivierung zu rechnen ist.
- Adefovir in der HBV-Therapie
Seit 2003 ist auch Adefovir (Adefovirdipivoxil) in Deutschland zugelassen und unter dem Namen Hepsera® im Handel. Auch dieses Medikament ist ein Nukleosidanalogon und führt zur Senkung der Viruslast im Körper und einer Besserung der Leberwerte. Die Therapie ist für einen Zeitraum von 48 Wochen angesetzt und sollte auch darüber hinaus mit Überwachung der Nierenwerte erfolgen. Vorteilhaft macht sich bemerkbar, dass das Virus gegen dieses Medikament weniger Resistenzen zu bilden scheint, als gegen Lamivudin.
- Entecavir in der HBV-Therapie
Entecavir (Baraclude®) ist ein im Juni 2007 in der EU zugelassenes Nukleosidanalogon, das zur Therapie der chronischen Hepatitis B eingesetzt wird. Da dieses neue Medikament weniger Virusresistenzen hervor ruft, stellt es eine weitere Option für Patienten dar, die auf eine Lamivudin Therapie nicht ansprechen. Jedoch sind zur Langzeitwirkung des Medikamentes bis jetzt nur unzureichende Daten bekannt. Des Weiteren hat eine aktuelle Studie hat Komplikationen bei Patienten mit gleichzeitiger HIV-Infektion ohne „HAART“-Therapie festgestellt.
Hepatitis C
- (pergyliertes) Interferon alfa in der Hepatitis C Therapie
Das Interferon alfa ist eine biologische Verbindung aus Zucker und Eiweiß die im menschlichen Körper zur Fremdkörperabwehr benötigt wird. Im Abwehrmechanismus gegen Hepatitis C-Viren spielt es eine entscheidende Rolle als Botenstoff.
Ein dem Körper als Medikament zugeführtes Interferon wirkt somit als Unterstützer des körpereigenen Abwehrsystems.
Unter dem Zusatz „pergyliert" versteht man einen zusätzlichen Schutz, der dem Interferon durch eine spezielle Kette angehängt wird. Dieser „Schutzmantel" schütz das Interferon vor einem schnellen Abbau im Körper und verhilft ihm damit zu einer längeren und gleichmäßigeren Wirkung.
Der Patient muss deshalb das Medikament nur einmal statt dreimal pro Woche einnehmen und hat in der Regel mit weniger Nebenwirkungen zu kämpfen.
- Ribavirin in der Hepatitis C Therapie
Ribavirin ist ein sogenanntes Nukleosidanalogon und wird als ein falscher Baustein in das Erbgut der Viren eingebaut. Dort sorgt es dafür, dass sich die Viren nicht mehr so gut vermehren können. In der Kombinationstherapie mit dem Interferon alfa hat Ribavirn noch einen zusätzlichen positiven Effekt auf die Bekämpfung der Viren, der aber noch nicht ins Detail geklärt wurde, sodass es in Deutschland z.Z. nur in dieser Form zugelassen ist.
Ribavirin darf auf Grund seiner Wirkung auf das Erbgut niemals während der Schwangerschaft eingenommen werden da es sonst zu erheblichen Schäden des Embryos kommen kann. Deshalb muss vor Beginn einer Therapie mit Ribavirin immer erst eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden.
Hepatitis D
Da die Hepatitis D nur in Verbindung mit dem Hepatitis B Virus auftritt, werden die beiden Erkrankungen nach den Behandlungsschemen der HBV-Infektion therapiert. (siehe oben.)
Hepatitis E
Eine medikamentöse Therapie der Hepatitis E existiert zurzeit nicht.
Postleitzahl ein:
Leider führen wir derzeit keine Studien, die Ihrer Auswahl entsprechen. Versuchen Sie es bitte später noch einmal.
