Herzinsuffizienz
Was versteht man unter Herzinsuffizienz?
Die Herzinsuffizienz, auch Herzschwäche oder Herzmuskelschwäche genannt, bezeichnet das Unvermögen des Herzen, den Organismus bedarfsgerecht mit ausreichend Blut, demnach mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Das Blut staut sich vor dem Herzen, weil der große Hohlmuskel nicht mehr alles auf einmal befördern kann. Zu den klassischen Leitsymptomen gehören unter anderem Luftnot und die Abnahme der körperlichen Belastungsfähigkeit. Es gibt eine akute und chronische Form der Herzinsuffizienz. Außerdem können entweder die linke Herzkammer (Linksherzinsuffizienz), die rechte Herzkammer (Rechtsherzinsuffizienz) oder aber beide Herzhälften (globale Herzinsuffizienz) betroffen sein.
Die Herzinsuffizienz ist eine Volkskrankheit. In Europa wird die Zahl der Erkrankten auf mehr als 10 Millionen geschätzt. Sie wird als dominierende Herz-Kreislauf-Erkrankung des 21. Jahrhunderts angesehen. Männer sind etwa 1,5-fach häufiger betroffen als Frauen. Je älter man ist, umso höher ist das Risiko zu erkranken. So leiden Personen zwischen 45 und 55 Jahren mit weniger als einem Prozent seltener an einer Herzinsuffizienz als über 80-Jährige, von denen über 10 Prozent betroffen sind.
Wie entsteht eine Herzinsuffizienz?
Eine Herzinsuffizienz entwickelt sich meist langsam. Tritt sie plötzlich auf, ist schnelle Hilfe nötig, um ein Herzversagen zu verhindern. Die Ursachen sind vielfältig. War lange Zeit der Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) die häufigste Ursache einer Herzinsuffizienz, so steht heute die koronare Herzkrankheit (arteriosklerotisch bedingte Erkrankung der Herzkranzgefäße = KHK) mit 70-80% aller Fälle an erster Stelle. Weitere Ursachen der Herzinsuffizienz sind außerdem Krankheiten, die den Herzmuskel (z.B. Herzinfarkt) oder die Herzklappen (z.B. Klappenfehler) direkt betreffen, hinzukommen Entzündungen am Herzen. Praktisch jede Herzerkrankung kann zur Herzinsuffizienz führen. Ursachen der selteneren Rechtsherzschwäche sind fortgeschrittene Lungenerkrankungen wie COPD oder ein Lungenemphysem. Die Herzinsuffizienz ist also Folge zum Teil mehrerer vorangegangener Krankheiten, die den Herzmuskel über viele Jahre geschwächt und somit zunehmend insuffizient gemacht haben. Die akute Form kann z.B. durch einen Herzinfarkt plötzlich auftreten.
Bei der Entstehung der Arterio Sklerose - im Volksmund auch „Verkalkung" arterieller Gefäße genannt und Hauptursache der Herzinsuffizienz- spielen neben der genetischen Disposition vor allem die Lebensbedingungen unserer „modernen" Zivilisation eine entscheidende Rolle. Folgende Risikofaktoren sind letztendlich für eine Herzinsuffizienz verantwortlich:
- Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel
- Bluthochdruck (arterielle Hypertonie)
- Diabetes
- Hypercholesterinämie (zu hohe Konzentration an Cholesterin im Blut)
- Stress
Laut Schätzung der WHO lässt sich das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bereits durch eine geringe, bevölkerungsweite, gleichzeitige Reduzierung von Bluthochdruck, Übergewicht, Cholesterinspiegel und Tabakkonsum um mehr als die Hälfte reduzieren.
Wie verläuft eine Herzinsuffizienz?
Linksherzinsuffizienz: Lässt die Pumpleistung des Herzens infolge einer Herzinsuffizienz nach, so staut sich das Blut zunächst in die vorgeschalteten Vorhöfe anschließend in die Venen vor dem Herzen zurück. Dieses bedeutet für die Linksherzinsuffizienz, dass es zu einem Blutrückstau vor der linken Herzkammer kommt. Wassereinlagerungen im Pleuraraum und Lungengewebe sind die Folge. Die stärkste Form ist das Lungenödem (Ödem= Wasseransammlung im Körpergewebe). Die Patienten leiden zunächst an Atemnot, die bei Körperbelastung eintritt. Schlimmstenfalls kann es zu belastungsunabhängiger Atemnot mit Husten und brodelnden Atemgeräuschen kommen.
Rechtsherzinsuffizienz: Bei dieser Form der Herzinsuffizienz sammelt sich das Blut vor dem rechten Herzen. Der Rückstau führt zu Ödemen am ganzen Körper. Typisch sind Bein-/ Unterschenkelödeme, Wasseransammlungen im Bauchraum (Aszites) und gestaute Halsvenen. Herzbedingte Ödeme sind lageabhängig: In der Nacht wird das eingelagerte Wasser wieder ausgeschieden, weshalb die Erkrankten nachts häufig zur Toilette müssen. Bei schweren Verläufen kann es zur Leberschwellung und Wasseransammlungen in Bauchorganen kommen. Gewichtszunahme und Zunahme des Bauchumfanges sind weitere Folgen der Rechtsherzinsuffizienz.
Globale Herzinsuffizienz: Sind beide Herzkammern betroffen, so treten Symptome der Links- und Rechtsherzinsuffizienz auf.
Allen Formen gemeinsam ist eine verminderte körperliche Leistungsfähigkeit. Die Herzinsuffizienz wird nach den Richtlinien der New York Heart Association (NYHA-Klassifikation) in vier Stadien eingeteilt. Es handelt sich um ein international anerkanntes Schema zur Einteilung von Herzkrankheiten.
- NYHA 1: Keine Leistungseinschränkung bei bestehender Herzerkrankung.
- NYHA 2: Leichte Einschränkung der körperlichen Belastbarkeit. Keine Beschwerden in Ruhe.
- NYHA 3: Höhergradige Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit bei gewohnter Tätigkeit. Keine Beschwerden in Ruhe.
- NYHA 4: Beschwerden bei allen auch geringsten körperlichen Aktivitäten und in Ruhe. Bettlägerigkeit.
(Beschwerden bedeuten hier Luftnot und Schwäche)
Damit genügend Blut lebenswichtige Organe wie Nieren und Gehirn erreicht, versucht der Körper die verminderte Pumpleistung des Herzens zu kompensieren: Die Herzfrequenz erhöht sich (Tachykardie) außerdem können Herzrhythmusstörungen auftreten. Im Verlauf der Erkrankung kommt es in der Regel zu einer Vergrößerung (Hypertrophie) des Herzmuskels.
Wie wird eine Herzinsuffizienz behandelt?
Ziel der Therapie einer Herzinsuffizienz ist, das Fortschreiten der Erkrankung zu bremsen und die Beschwerden zu lindern. Im Vordergrund steht, die auslösende Grunderkrankung zu erkennen und zu behandeln, dadurch verbessert sich die Prognose immens. Ohne Therapie ist die Herzinsuffizienz tödlich. Ein unentbehrlicher Bestandteil der Therapie ist daneben oftmals die Änderung der Lebensgewohnheiten. Dazu gehören die Reduzierung von Übergewicht, die Veränderung von Ess- und Trinkgewohnheiten, körperliche Bewegung und die Einschränkung bzw. Vermeidung von Alkohol und Nikotin.
Postleitzahl ein:
Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz)
Für eine Therapiestudie suchen wir Frauen und Männer mit Herzmuskelschwäche.
