Interstitielle Zystitis
Was ist die interstitielle Zystitis?
Die interstitielle Zystitis (CE) ist noch ein wenig bekanntes und erforschtes Krankheitsbild.
Die interstitielle Zystitis ist eine Entzündung der Blasenschleimhaut, die ausgezeichnet ist durch eine erhöhte Frequenz des Wasserlassens (bis zu 40 - 60 oder mehr Toilettengänge am Tag), Blasenfüllungsschmerz und verminderte Harnblasenfüllungskapazität. Die Ursachen sind noch nicht endgültig geklärt.
Es sind zu 90% Frauen zwischen 40 und 60 Jahren betroffen. Ungefähr 60 von 100 000 Frauen leiden an dieser Erkrankung, jedes Jahr kommen ungefähr 1-2 von 100 000 Frauen hinzu.
Entstehung der interstitiellen Zystitis
Die interstitielle Zystitis ist eine Entzündung der Harnblase, die alle Schichten der Harnblasenwand betrifft. Normalerweise ist die Blasenschleimhaut von einer sogenannten Glykosaminglukan (GAG)-Schicht bedeckt. Diese GAG-Schicht schützt die Blasenschleimhaut vor den irritierenden und reizenden Stoffen, die der Urin beinhaltet.
Eine populäre Theorie geht davon aus, dass bei der interstitiellen Zystitis diese GAG-Schicht gestört ist und irritierende Substanzen des Urins wie z.B. Bakterien, Mikrokristalle, Proteine oder schädliche, gelöste Bestandteile des Harns in die Blasenschleimhaut gelangen und eine Schädigung der Schleimhaut und eine chronische Entzündung verursachen. Durch Reparaturvorgänge kommt es zur Vernarbung und dies kann zu einem Verlust der Elastizität der Harnblasenwand und zu einem Verlust des Fassungsvermögens der Harnblase führen.
Es werden weitere Ursachen zur Entstehung der interstitiellen Zystitis diskutiert: frühere Blasenentzündungen, neurologische, hormonelle, gefäßbedingte Störungen wie auch allergische oder rheumatologische Erkrankungen.
Die interstitielle Zystitis ist nicht psychisch bedingt. Es können sich jedoch psychische Auffälligkeiten aufgrund des großen Leidensdruck ausbilden.
Die Ursache der IC ist noch nicht endgültig geklärt und bleibt ein Bestandteil der Forschung.
Symptomatik
Die Basissymptome der IC sind Harndrang mit Schmerzen beim Wasserlassen, häufiges Wasserlassen (bis zu 60-mal oder mehr am Tag), nächtliches Wasserlassen und Unterbauchschmerzen für 6 Monate ohne erklärende Ursache.
Hinzu können unspezifische Symptome wie Allergien, Muskel- und Gelenkschmerzen, Bauchkrämpfe, Übelkeit und andere Symptome des Reizdarmsyndroms, psychische Beschwerden und Beschwerden anderer Organsysteme kommen.
Diagnose der interstitiellen Zystitis
Voraussetzung für die Diagnose der IC sind die oben genannten Basissymptome. Es gibt verschiedene Diagnostische Möglichkeiten um eine IC zu diagnostizieren:
- Miktionsprotokoll: die Patienten führen ein Miktionsprotokoll, bei dem das Urinvolumen unter 250ml liegen, zwischen den Miktionen nicht mehr als 2 Stunden liegen und nächtliche Toilettengänge vorliegen sollten.
- Urinuntersuchung: Der Urin wird untersucht. Es sollten keine Erreger im Urin nachweisbar sein und keine Veränderung der Zellen der Blasenschleimhaut vorliegen (Carcinoma in situ).
- Sonographie: die Blase und die Nieren werden mit einem Ultraschallgerät untersucht.
- Blasenspiegelung: Die Blasenspiegelung wird häufig aufgrund der schweren Symptomatik der Patienten in Vollnarkose durchgeführt. Zuerst wird die Harnblase bei der Blasenspiegelung mit 80-100 cm Wasser für 2 min gefüllt, hierbei wird die Harnblasenkapazität gemessen. Normwerte liegen bei Frauen zwischen 250 und 550 ml und bei Männern zwischen 350 und 750 ml.
Bei einer zweiten Füllung der Blase wird die Blasenschleimhaut mit einer kleinen Kamera, die über die Harnröhre in die Harnblase eingeführt wird, untersucht. Hierbei lassen sich Schleimhautdefekte und Schleimhautblutungen erkennen. Außerdem wird eine Probe der Blasenschleimhaut entnommen und diese auf das Vorliegen veränderter Zellen (Carcinoma in situ)untersucht.
Die interstitielle Zystitis kann nach der zystoskopischen Untersuchung (Blasenspiegelung) in zwei verschiedene Gruppen eingeteilt werden:
- Klassische IC mit sichtbaren ulzerösen Läsion in der Harnblasenschleimhaut (Hunner-Ulcera) und histologischen Entzündungszeichen und in eine
- Nicht-ulzeröse (non-ulcer) IC ohne zystoskopisch sichtbare Läsionen und ohne klassische Entzündungszeichen.
- Kaliuminstillationstest: Bei diesem Test wird mittels eines dünnen Blasenkatheters zunächst 40 ml Wasser in die Blase geleitet und der resultierende Harndrang und der entstehende Schmerz auf einer Skala von 0-5 bestimmt.
Nach Ablassen des Wassers werden 40 ml 0,4 molarer Kaliumchloridlösung in die Blase geleitet. Kommt es zu Schmerzen wird die Lösung sofort abgezogen und die Blase mit Wasser gespült. Der Test gilt als positiv. Der Kaliuminstillationstest ist bei 75% der Patienten mit IC positiv.
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