Leberkrebs
Das Leberzellkarzinom (Hepatozelluläres Karzinom - HCC) :
Das Leberzellkarzinom ist in Europa noch immer eine seltene Erkrankung, auch wenn sich die Zahl der betroffenen Menschen in den letzten 20 Jahren verdoppelt hat. Etwa 6 % aller Krebserkrankungen beim Mann und circa 3 % bei der Frau sind Leberzellkarzinome. Dabei zeigen sich allerdings ausgeprägte geografische Unterschiede. In allen Ländern, in denen die Hepatitis B sehr häufig auftritt, ist auch das Hepatozelluläre Karzinom häufig zu finden. Das trifft insbesondere für Asien und Afrika zu. In Europa ist es hingegen eher selten und entwickelt sich meist auf dem Boden einer Leberzirrhose.
Das Leberzellkarzinom macht sich oft erst in einem sehr späten Stadium bemerkbar. Die Erkrankung ist dadurch in vielen Fällen ausgesprochen schlecht zu heilen. Wird der Tumor nicht behandelt, so hat der Erkrankte eine sehr schlechte Prognose. Nach 3 Jahren liegt die Überlebensrate bei nur noch rund 28%.
Günstig auf die Heilungschancen wirken sich ein früher Beginn der medizinischen Behandlung und eine neben der Krebserkrankung gesunde Leber aus.
Das Leberzellkarzinom (Leberzellkarzinom, Hepatozelluläres Karzinom, HCC) ist eine Erkrankung, die ihren Ursprung in einer bösartigen Entartung der Zellen der Leber hat. Man spricht daher auch von „primärem Leberkrebs“ im Gegensatz zum „Sekundären Leberkrebs“, bei dem ein Tumor in einem anderen Organ des Körpers vorliegt und dieser Tochtergeschwülste (Metastasen) in die Leber entsendet hat.
Grundlage jeder Krebserkrankung ist eine Veränderung im Erbgut einer Zelle. Diese sogenannte „Entartung“ führt dazu, dass die Zelle beginnt sich unentwegt zu teilen und somit zu vermehren. In der Folge bildet sich eine Geschwulst (Tumor) aus diesen Zellen. Diese Geschwulst verdrängt und zerstört mit seinem ungehemmten Wachstum das umliegende Gewebe.
Die Entstehung der Krankheit
In Europa entwickelt sich ein Leberzellkarzinom meist auf dem Boden einer Leberzirrhose. Sie ist eine irreversible schädigende Veränderung der Leber, bei der funktionsfähiges Gewebe durch Bindegewebe ersetzt wird. Leberzirrhosen entwickeln sich als Folge von verschiedenen Faktoren. Die häufigsten sind der leberschädigende Alkoholmissbrauch, auch eine chronische Infektion mit Hepatitis B- oder Hepatitis C-Viren, die z.B. über kleinste Blutmengen übertragen werden können, ist seit einigen Jahrzehnten sehr häufig der Grund. Hat sich eine Leberzirrhose gebildet, so liegt das Risiko auch an einem Leberzellkarzinom zu erkranken bei bis zu 5%.
Eine weitere Ursache für die Entwicklung einer Leberzirrhose kann eine Erbkrankheit mit dem Namen Hämochromatose sein. Bei dieser Stoffwechselkrankheit liegt ein Gendefekt vor, der dazu führt, dass der Verdauungstrakt der Betroffenen zu viel Eisen aus der Nahrung aufnimmt. Wird nicht medizinisch gegengesteuert, lagert sich mit der Zeit immer mehr Eisen in Organen wie der Leber ab und schädigt sie.
Das hepatozelluläre Karzinom kann sich auch in einer vorher vollständig gesunden Leber entwickeln. Hierzulande ist dies jedoch die Ausnahme. Ein Grund für die plötzliche Bildung eines Krebsgeschwürs in der Leber kann der Kontakt mit einem Stoff namens Aflatoxin sein. Das Aflatoxin ist ein Gift, das von Pilzen wie dem Schimmelpilz gebildet wird. Ist ein Mensch dauerhaft mit einer bestimmten Aflatoxin-Menge in Kontakt so erhöht sich sein Risiko an einem Leberzellkarzinom zu erkranken um ein Vielfaches. In Deutschland wurden daher schon 1976 Höchstgrenzen für die Konzentration dieses Giftes in der Nahrung festgelegt, wie sie auch für andere potentiell giftige Substanzen gelten.
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