Leukämie Studien

Leukämie

Der Begriff Leukämie bedeutet „weißes Blut". Leukämie wird im Volksmund auch Blutkrebs genannt. Das Blut des Menschen besteht aus drei verschiedenen Blutkörperchen:

-99% Erythrozyten (rote Blutkörperchen, die für den Sauerstofftransport zuständig sind)

-1% Thrombozyten (sog. Blutplättchen, die für die Blutgerinnung zuständig sind) und Leukozyten (weiße Blutkörperchen, die für die körperliche Abwehrreaktion zuständig sind). Die Leukozyten sind wiederum unterteilt in Granulozyten (60-70%), Lymphozyten (20-30%) und Monozyten (2-6%).

Die Leukämie an sich bietet kein einheitliches Erkrankungsbild, sondern ist je nachdem, welche der beschriebenen Blutzellen betroffen sind, sehr verschieden. Das Auftreten ist im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen relativ selten, im Allgemeinen macht die Erkrankung etwa 3% der Krebserkrankungen aus. Der Ursprung der Erkrankung liegt aber bei allen Formen im Knochenmark, hier werden alle Blutzellen gebildet. Bei Leukämie sind die weißen Blutkörperchen betroffen, diese treten vermehrt und in einem Unausgereiften Zustand im Blut auf. Die Folge des vermehrten Auftretens der weißen Blutkörperchen ist, dass die Bildung der roten Blutkörperchen zurückgedrängt wird und diese in verringerter Anzahl im Blut vorhanden sind. Da die roten Blutkörperchen für den Sauerstofftransport zuständig sind, kommt es zu einem Mangel an Sauerstoffversorgung im Gewebe, so sind Anämie (Blutarmut) und Abgeschlagenheit/Müdigkeit häufig die ersten Symptome der Patienten. Allgemeinsymptome der Erkrankung sind Infektanfälligkeit, Nachtschweiß, Appetitlosigkeit und viele weitere Symptome. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kann es zu einer Größenzunahme der Leber (Hepatomegalie) und der Milz (Splenomegalie) kommen. Fast dreiviertel der Patienten sind zum Zeitpunkt der Diagnosestellung der Erkrankung über 60 Jahre alt.

Die wichtigsten Erkrankungsformen der Leukämie sind:

Myeloische Leukämie: Bei dieser Form ist die Zellreihe der Granulozyten betroffen, es treten vermehrt unreife Vorläuferzellen der Granulozyten im Blut auf. Die myeloische Leukämie lässt sich weiter unterteilen in:

  • Akute myeloische Leukämie (AML):

Zusammen mit der ALL macht sie ca. 50% der Leukämieerkrankungen aus. Das Auftreten ist zusammen mit der CML besonders häufig bei Erwachsenen im mittleren Lebensalter.

  • Chronisch myeloische Leukämie (CML):

Sie macht ca. 15% der Leukämieerkrankungen aus und hat wie die CLL den Erkrankungsgipfel bei Erwachsenen im mittleren Lebensalter. Nach einigen Jahren, in denen die Erkrankung langsam verlaufen ist, geht sie in eine akute Form über und es werden massenhaft unreife Zellen aus dem Knochenmark ausgeschwemmt (Blastenkrise).

Lymphatisch Leukämie: Bei dieser Form ist die Zellreihe der Lymphozyten betroffen, diese entstehen ebenfalls im Knochenmark, ihre Reifung findet zum Teil in den Lymphorganen statt. Auch bei dieser Erkrankungsform treten vermehrt die Vorläuferzellen auf. Die lymphatische Leukämie lässt sich weiter unterteilen in:

  • Akute lymphatische Leukämie (ALL):

Die akute lymphatische Leukämie (ALL) tritt typischerweise bei Kindern auf. Sie ist zugleich die häufigste Krebsform bei Kindern. Besonders oft betroffen sind Kinder zwischen drei und sieben Jahren.

  • Chronisch lymphatische Leukämie (CLL):

Sie macht ca. 30% der Leukämieerkrankungen aus. Vor dem 50. Lebensjahr kommt sie selten vor.

Generell gilt, je früher die Zellen entarten (bösartig werden), desto schneller und aggressiver ist der Erkrankungsverlauf. Bei den akuten Formen der Leukämie treten stärker die früheren und daher unausgereifteren Zellen auf, der Erkrankungsverlauf ist sehr schnell und somit kann diese Form unbehandelt in Wochen bis Monaten zum Tode führen. Bei den chronischen Varianten sind die Zellen, die auftreten insgesamt ausgereifter als bei den akuten, der Erkrankungsverlauf ist daher auch wesentlich langsamer.


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