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Lungenkrebs

Lungenkrebs

Unter Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) versteht man die bösartige Neubildung entarteter Zellen der Bronchien und Bronchiolen. Die Bronchien sind die ersten großen knorpeligen Aufzweigungen des luftleitenden Bronchialbaums in der Lunge. Bei den Bronchiolen handelt es sich um kleinste, bereits knorpelfreie Aufzweigungen innerhalb des Lungenparenchyms. Es ist eine der häufigsten bösartigen Erkrankungen der Menschen.

25 Prozent aller bösartigen Tumore sind Bronchialkarzinome. Die Inzidenz in Mitteleuropa beträgt etwa 60 pro 100.000 Einwohner. Die Zahl der Neuerkrankungen weist eine steigende Tendenz auf. Das Verhältnis von erkrankten Männern zu Frauen liegt bei etwa 3:1, wobei es wahrscheinlich auf Grund der Änderung im weiblichen Tabakkonsumverhalten immer mehr zu einer Angleichung kommen wird. Der Altersgipfel der Erkrankungen liegt um das 60. Lebensjahr. Mehr als 85% der Patienten, die an Lungenkrebs leiden, haben längere Zeit geraucht.

Entstehung von Lungenkrebs

Die Entstehung von Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) ist noch nicht endgültig erforscht. Vereinfacht lässt sich sagen, dass die Reservezellen für die Schleimhaut der Bronchien und Bronchiolen pluripotent sind, d.h. aus ihnen können sich unterschiedliche Zellarten bilden. In der Lunge sind es z.B. die Oberflächenzellen (Epithelzellen), schleimproduzierende Zellen (Becherzellen und CLARA-Zellen) und hormonbildende Zellen (neuroendokrine Zellen). Nach Einwirkung von entzündlichen Reizungen und krebserregenden Stoffen können sich diese Zellen verändern und es kommt zu einer Umwandlung des Gewebes (Metaplasie).

Da sich die Reservezellen zu unterschiedlichen Zellen differenzieren können, gibt es unterschiedliche Formen des Bronchialkarzinoms:

  • Plattenepithelkarzinom: Diese Form ist mit 25-40% die häufigste Form des Lungenkrebs. Er entsteht nach chronischer Reizung aus den Oberflächenzellen der Schleimhaut, indem diese sich umwandeln und zu Tumorzellen werden. Er wächst langsam, beginnt jedoch früh Tochtergeschwüre (Metastasen) in regionäre Lymphnoten zu streuen. Fast 80% der Patienten mit dieser Art des Lungentumors sterben.
  • Adenokarzinom: Das Adenokarzinom ist mit 25-40% ebenfalls eine häufige Form. Dieser Tumor entsteht aus den schleimproduzierenden Zellen und ist meist in der peripheren Lunge lokalisiert. Er beginnt ebenfalls früh mit einer Streuung (Metastasierung) über die Lymph- und Blutbahnen (oft in das Gehirn, in die Leber und in die Nebennierenrinde). Im Gegensatz zu den anderen Formen besteht anscheinend kein Zusammenhang zwischen der Entwicklung des Tumors und eingeatmeten Giften.
  • Kleinzelliges Bronchialkarzinom: Dieser Tumor macht 20-25% aus. Er entsteht aus den hormonbildenden Zellen (neuroendokrinen Zellen) und befindet sich oft zentral in der Lunge. Er beginnt sehr früh mit der Metastasierung über Lymph- und Blutbahn, so dass sich meist schon vor seiner Entdeckung Tochtergeschwülste gebildet haben (bevorzugt in Leber, Gehirn, Knochen und Nebennierenrinde). Da der Tumor aus hormonbildenden Zellen entsteht, können vermehrt Hormone gebildet werden, die den Stoffwechsel beeinflussen.
  • Großzelliges Bronchialkarzinom: Die großzelligen Tumore machen mit 10-15% den kleinsten Anteil der Bronchialkarzinome aus. Diese Tumore entstehen wahrscheinlich ebenfalls aus Plattenepithelzellen und schleimproduzierenden Zellen, können jedoch mikroskopisch nicht mehr als solche erkannt werden. Dieser Tumor streut ebenfalls in Gehirn, Leber, Knochen und Nebennierenrinde.

Risikofaktoren:

  • Rauchen: Die Hauptursache des Lungenkrebs ist das Rauchen. Rund 85% der Fälle stehen mit Rauchen im Zusammenhang.
  • Radon: Die zweithäufigste Ursache ist das radioaktive chemische Element Radon.
  • Asbest, Uran, Chrom-Verbindungen, Senfgas, Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe und Nickel gelten ebenfalls als krebserregend.

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