Malignes Melanom
Was ist ein Malignes Melanom?
Das Maligne Melanom der Haut, auch schwarzer Hautkrebs genannt, ist ein von den Pigmentzellen (Melanozyten) ausgehender bösartiger Tumor. Es kann sich sowohl aus vorher völlig gesunder Haut als auch aus Muttermalen (Nävuszellnävi) entwickeln. Das maligne Melanom ist bösartig, weil es früh über die Blutbahn und die Lymphwege in andere Körpergewebe „streut" und dort gefährliche Absiedlungen (Metastasen) setzt.
Es ist die am häufigsten tödlich verlaufende Hautkrankheit. Die Häufigkeit, in der sie erscheint, hängt sehr mit der wesentlichen Hautfarbe zusammen und hängt von der geographischen Zone ab. Die Inzidenz (= Anzahl Neuerkrankungen in der Zeiteinheit) beträgt unter dunkelhäutigen ethnischen Gruppen 1 pro 100000 pro Jahr oder weniger und unter hellhäutigen bis zu 50 und mehr. Die höchsten Inzidenzraten wurden aus Queensland in Australien berichtet mit 56 Neuerkrankungen pro 100000 für Männer und 43 für Frauen. In Nordeuropa ist die Inzidenz 5 pro 100000 in Ländern mit niedriger Sonnenstrahlung. Das maligne Melanom ist die Krebsart unter der weißen Bevölkerung, die am schnellsten in seiner Anzahl zunimmt. Der jährliche Anstieg der Inzidenzraten wurde auf 3-7% geschätzt, aber die Sterberaten wachsen weniger schnell. Diese Schätzungen lassen alle 10-20 Jahre eine Verdoppelung der Raten vermuten. Das maligne Melanom ist jetzt der vierthäufigste Krebs in Australien und Neuseeland, der siebhäufigste in den USA und Kanada, der zehnhäufigste in Skandinavien und der achtzehnthäufigste in England. Im Vergleich dazu beträgt die jährliche Inzidenzrate für das maligne Melanom unter Afrikanern und Asiaten nur 0,2 bis 0,4 pro 100000 Einwohner, wobei hauptsächlich die Handflächen, Fußsohlen und Schleimhäute betroffen sind.
Es werden verschiedene Subtypen unterschieden:
- Oberflächlich spreitendes Melanom (SSM):
- Noduläres Malignes Melanom (NMM):
- Lentigo-Maligna-Melanom (LMM):
- Akrolentiginöses Melanom (ALM):
- Amelanotisches Melanom (AMM):
Dies ist die häufigste Melanom-Unterart (ca.65%). Es wächst als unregelmäßiger, meist scharf begrenzter Fleck mit verschiedener braun-schwarzer oder auch rötlicher Pigmentierung. Das Wachstum verläuft für einige Jahre horizontal, also flach über der Haut, kann später aber auch Knoten bilden. Bevorzugte Lokalisation: bei Männern meist am Oberkörper, bei Frauen meist an den Unterschenkeln.
Das NMM zeichnet sich durch schnelles Wachstum aus (Monate). Der Fleck ist hauptsächlich knotig, braun-schwarz pigmentiert und hat meist eine geschwürartige Oberfläche. Es kann Krusten bilden, bluten und kann mit einer Häufigkeit von ca. 20% auftreten.
Unregelmäßiger, teils scharf, teils unscharf begrenzter Fleck verschiedener Größe mit unterschiedlicher Braunpigmentierung sowie häufigen Aufhellungs-Zonen (=Lentigo Maligna). Diese Unterart hat durch ihr relativ langsames Wachstum eine eher günstige Prognose. Lokalisation: im Gesicht, meist bei älteren erwachsenen Frauen. Es tritt mit einer Häufigkeit von 10% auf.
Es tritt meist an den Handflächen oder Fußsohlen auf, eine Sonderform auch unter den Nägeln. Es wächst aggressiv, relativ schnell und betrifft bevorzugt dunkelhäutige Menschen.
Bei diesem Subtyp wird wegen der Entartung der Zellen kein Pigment mehr gebildet. Es bleibt daher oft lange unentdeckt. Die Metastasierung kann beim Entdecken eines AMM schon weit fortgeschritten sein.
Ursachen und Risikofaktoren
Hauptursache für die Entwicklung eines malignen Melanoms ist ein Übermaß an Sonnenlicht (UV-Strahlung). Eine weitere Ursache sind laut der deutschen Krebsgesellschaft wiederkehrende Sonnenbrände. Der direkte Zusammenhang zwischen Sonnenbrand und Hautkrebs ist allerdings unter Fachleuten umstritten. Daneben existiert eine erbliche Veranlagung: 5-10% aller malignen Melanome treten familiär gehäuft auf. Ein weiterer endogener Faktor ist der Hauttyp und das Vorhandensein von Leberflecken: je heller der Hauttyp und je mehr Pigmentflecken, desto höher ist das Melanomrisiko. Jedes dritte maligne Melanom geht von einem Leberfleck aus, daher ist es wichtig, bei einer großen Anzahl von Leberflecken (über 40 Stück) regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen durchführen zu lassen.
Aussehen und Symptome
Verändern sich Leberflecken oder pigmentierte Hautpartien in Farbe und Form oder fangen an zu jucken, kann dies auf eine maligne (bösartige) Veränderung hinweisen. In seltenen Fällen kann es zu kleinen Blutungen aus der Hautveränderung kommen. Zur Beurteilung eines melanomverdächtigen Pigmentflecks gibt es die sog. „ABCDE- Regel":
A: Asymmetrie - ist der Fleck asymmetrisch geformt?
B: Begrenzung - ist der Fleck unregelmäßig begrenzt?
C: Colorit (Farbe) - ist der Fleck unterschiedlich gefärbt?
D: Durchmesser - beträgt der Durchmesser mehr als 5 mm?
E: Erhabenheit - ragt der Fleck über das normale Hautniveau heraus?
Sind zwei dieser Kriterien erfüllt, sollte der Pigmentfleck vorsichtshalber entfernt werden. Die Entnahme einer Gewebsprobe (Biopsie) ist nicht empfohlen, da dies eine Streuung (Metastasierung) begünstigt.
Krankheitsverlauf
Zu Beginn wächst das maligne Melanom nur in der obersten Hautschicht. Zu diesem Zeitpunkt sind die Heilungschancen noch am besten. Durchbricht der Tumor jedoch die Oberhaut und dringt in tiefere Hautschichten ein, bekommt er Zugang zur Blut- und Lymphbahn und kann sich somit im Körper ausbreiten (Metastasierung), wodurch sich die Prognose drastisch verschlechtert. Das maligne Melanom metastasiert vorwiegend in Lunge, Leber, Knochen und Gehirn aber auch das Herz wird häufig von Melanommetastasen befallen. Die Prognose ergibt sich aus der absoluten Tumordicke in mm (Tumordicke nach Breslow), aus der Eindringtiefe in Bezug auf die Hautschichten (Clark-Level), aus Subtyp, Tumorlokalisation, Metastasierung und Geschlecht (Männer haben eine schlechtere Prognose). Keinen prognostischen Aussagewert hat die Dunkelheit oder Helligkeit des Tumors (ausgenommen das amelanotische Melanom, das mit einer schlechten Prognose einhergeht). Bei einer geringen Eindringtiefe (vertikale Tumordicke unter 0,75mm, Stadium I) liegen die Heilungschancen bei 97%. Die 5-Jahres Überlebensrate (d.h. wieviel Prozent der Patienten überleben die ersten5 Jahre nach Erstdiagnose) ist abhängig vom Stadium des Tumors:
Stadium Ia: (Tumordicke <0,75mm, keine Metastasen) 97%
Stadium Ib: (Tumordicke 0,76-1,5 mm, keine Metastasen) 90%
Stadium IIa: (Tumordicke 1.5-4mm, keine Metastasen) 67%
Stadium IIb: (Tumordicke >4mm, keine Metastasen) 43%
Stadium III: (jede Tumordicke, Lymphknoten vor Ort befallen) 19%
Stadium IV: (jede Tumordicke, Metastasen in weiter entfernten Lymphknoten oder anderen Organen) < 10 %
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