Osteoporose
Der Knochenschwund
Osteoporose bezeichnet eine Erkrankung des Knochens, die mit einer Verringerung der Knochenmasse und einer porösen Knochenstruktur/ Abnahme der Kochendichte einhergeht. Dies macht den Knochen anfällig für Brüche. Der Knochenschwund kann prinzipiell das gesamte Skelett betreffen. Osteoporose-typische Bruchstellen sind aber Wirbelsäule, Hüfte und Handgelenk. Da sich die Erkrankung zunächst nicht durch besondere Symptome äußert, merken die Betroffenen lange Zeit nichts vom kontinuierlichen Abbau des Skeletts. Deswegen gilt Osteoporose immer noch als relativ unterschätzte Krankheit. Erster Hinweis kann ein steter Rückgang der Körpergröße sowie die Ausbildung eines Rundrückens sein. Tatsächlich entdeckt wird die Osteoporose allerdings meist per Zufall durch eine aus anderem Grund durchgeführte Röntgenuntersuchung oder durch für die Erkrankung typische Brüche. Verdächtig sind hierbei insbesondere Knochenbrüche, die sich nicht durch ein entsprechendes Trauma, wie z.B. einen heftigen Sturz, erklären lassen. In ausgeprägten Fällen kann schon das Anheben einer Tasche oder starkes Husten zur Fraktur (=Bruch) führen. Die Tücke der Osteoporose liegt darin, dass Knochenbrüche zur dauerhaften Bettlägerigkeit der Betroffenen und infolgedessen auch zu schwerwiegenden Komplikationen wie Lungenentzündungen und Lungeninfarkten führen können.
Osteoporose ist eine sehr häufige Erkrankung des Alters und wird in den kommenden Jahren wohl noch an Bedeutung gewinnen. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer. Etwa 400 000 Frauen in Europa ziehen sich jährlich eine Osteoporose-bedingte Hüftfraktur zu und es wird erwartet, daß sich diese Zahl bis zum Jahr 2050 verdoppelt. Von den 60- bis 70jährigen Frauen ist jede dritte betroffen, ab dem 80. Lebensjahr sind sogar zwei Drittel der Frauen daran erkrankt. Und obwohl die Osteoporose primär eine Erkrankung von Frauen in der Postmenopause ist, sind von ihr schätzungsweise mindestens auch 20 Prozent der Männer betroffen.
Woher kommt Osteoporose?
Der menschliche Knochen ist ein lebendiges Gewebe und befindet sich in einem kontinuierlichen Umbauprozess. Ständig werden ältere Bestandteile des Knochens abgebaut und durch neue ersetzt. Nur so kann der Knochen den Belastungen des täglichen Lebens über Jahre hinweg Stand halten. Calcium und Phosphat sind es, die dem Knochen seine charakteristische Festigkeit verleihen. Eine entscheidende Rolle in der Regulation dieses Knochenstoffwechsels spielen die Sexualhormone Östrogen (bei der Frau) und Testosteron (beim Mann). Östrogen wird in den Eierstöcken der Frau produziert. Kommt es im Zuge der Wechseljahre zu einem Mangel an Östrogen, so wird das sensible Gleichgewicht zwischen Auf- und Abbau des Knochens gestört, das Skelett verliert an Festigkeit, wird spröde und brüchig. Die Krankheitsentstehung beim Mann ist vergleichbar, allerdings kommt die Testosteronproduktion erst viel später ins Stocken, so dass Männer erst typischerweise ab 70 Jahren betroffen sind. Bei Frauen beginnt die Osteoporose dagegen häufig im Alter von 50 Jahren beziehungsweise nach den Wechseljahren.
Darüber hinaus kann die Osteoporose als Folge einer anderen Erkrankung auftreten. Schilddrüsenbeschwerden, Tumore, calciumarme Ernährung, Untergewicht und Medikamentenmissbrauch sind nur einige von vielen Störungen, die eine Osteoporose nach sich ziehen können. In diesen Fällen kann der Knochenschwund auch schon in jungem Alter einsetzen.
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