Osteoporose Medikamente
Normalerweise wird nur mit einem Präparat therapiert, eine Kombination mehrerer Wirkstoffe wird derzeit aufgrund mangelnder Datenlage nicht empfohlen. Eine Therapie muss mindestens 3 bis 5 Jahre durchgeführt werden, um einen nachhaltigen Effekt zu erzielen.
- Bisphosphonate:
- Raloxifen
- Teriparatid:
- Strontiumranelat:
Werden zur Therapie von postmenopausalen Frauen verwendet. Sie hemmen die für den Knochenabbau verantwortlichen Osteoklasten. Da sie im Darm sehr schlecht aufgenommen werde können, sollten sie morgens mindestens eine halbe Stunde vor der Nahrungsaufnahme mit einem Glas Wasser eingenommen werden. Typische Nebenwirkungen sind Übelkeit, Bauchschmerzen und Erbrechen. Vertreter dieser Substanzklasse sind Alendronat, Ibandronat, Risendronat und Zoledronat.
Gehört in die Substanzklasse der selektiven Östrogen-Rezeptor-Modulatoren (SERMS). Raloxifen wirkt auf den Knochen im Prinzip wie körpereigenes Östrogen, verlangsamt also den Knochenabbau. Die fraktursenkende Wirkung beruht wahrscheinlich auf einer Senkung der Skelettarchitektur. Es kann zu jeder Tageszeit unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Es kommt nicht zu einer Erhöhung des Brustkrebsrisikos wie bei Östrogenen und auch nicht zu einem erhöhten Herzinfarkt- oder Schlaganfallrisiko. Allerdings ist das Risiko von Thrombosen und Lungenembolien erhöht. Auch Hitzewallungen und Nasennebenhöhlenentzündungen sind als unerwünschte Nebenwirkung bekannt.
Teriparatid ist ein Abkömmling des Parathormons. Im Gegensatz zu Bisphosphonaten und Raloxifen, die die Knochenresorption und den Knochenumbau hemmen, stimuliert Teriparatid sogar den Knochenumbau. Dabei wird aber vor allem der Knochenaufbau gefördert, wodurch in der Netto-Bilanz ein positiver Effekt ergibt. Bisweilen treten Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel auf.
Dieses Präparat besteht aus Strontium und Ranelicsäure. Unter Strontiumranelat lässt sich eine Steigerung der Knochendichte beobachten. Der Mechanismus, der diesem Effekt zu Grunde liegt ist noch nicht genau bekannt. Unerwünschte Wirkungen sind vor allem allergische Reaktionen.
Neben diesen Medikamenten der ersten Wahl kommen auch noch andere Substanzen zum Einsatz. Dies allerdings nur auf ausdrücklichen Wunsch des Patienten oder im Falle von anhaltenden Nebenwirkungen. Beispiele sind Alfacalcidol, Calcitonin, Etidronat, Fluorid und Nandrolon Decanoat und die Hormontherapie.
Der Sonderfall: Eine kleine Geschichte der Hormontherapie
Da der Osteoporose sehr häufig ein Mangel an Sexualhormonen, bei Frauen Östrogen, zu Grunde liegt, lag und liegt der Schluss nahe, dem Körper die fehlenden Hormone einfach zuzuführen. Aus diesem Grund und auch zur Behandlung anderer Wechseljahresbeschwerden wurde die Hormonersatztherapie bereits in den 1960er Jahren eingeführt. Damals begann man mit einer alleinigen Östrogen-Therapie, die jedoch in vielen Fällen zu Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom) führte. Ende der 70er Jahre begann man erneut mit einer Kombination von Östrogen und Gestagen, einem anderen weiblichen Geschlechtshormon. Es trat kein Gebärmutterkrebs mehr auf, die Therapie wurde auch als günstig für die Faltenentwicklung beworben und blieb über lange Zeit erfolgreich. Doch gerade in den letzten Jahren mehrten sich kritische Stimmen, die die Hormontherapie in ein anderes Licht rückten. In einer Studie, an der über eine Million amerikanische Krankenschwestern teil nahmen, traten verstärkt Fälle von Brustkrebs auf. Das Risiko, unter einer Östrogen-Gestagen Therapie an Brustkrebs zu erkranken, war laut der Studie doppelt so hoch als unter der Therapie mit einem Scheinmedikament. In einer anderen Studie fand man zusätzlich ein erhöhtes Schlaganfall- und Thromboserisiko. Seither hat die Therapie an Bedeutung verloren und steht in der Behandlung der Osteoporose nur an zweiter Stelle hinter Medikamenten wie zum Beispiel Bisphosphonate und Raloxifen (siehe oben). Nur falls eine Unverträglichkeit gegen diese Substanzen auftritt, kann unter Berücksichtigung des Risiko-Nutzen-Verhältnisses eine Hormontherapie erwogen werden. Behandelt wird dann mit einer Östrogen-Gestagen Kombination. Eine alleinige Östrogentherapie kommt nur noch in Frage, wenn der Patientin die Gebärmutter entfernt wurde.
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