Pankreastumor
Der Krebs der Bauchspeicheldrüse - das Pankreaskarzinom
Allgemeine Informationen zur Bauchspeicheldrüse
Die Bauchspeicheldrüse (griechisch „pancreas") ist ein etwa 20 cm großes, im Oberbauch des Menschen gelegenes Organ, das für die lebensnotwendige Produktion von wichtigen Verdauungsenzymen und Hormonen verantwortlich ist.
So werden zum einen Enzyme, die für die Verdauung von Eiweiß, Kohlenhydraten und Fett zuständig sind, in der Bauchspeicheldrüse produziert und dann über einen Gang in den Dünndarm abgegeben (exokrine Funktion des Pankreas). Zum Anderen werden aber auch Hormone wie Insulin und Glukagon von der Bauchspeicheldrüse gebildet, die direkt ins Blut abgegeben (endokrine Funktion des Pankreas) wichtige Stoffwechselvorgänge wie den Blutzuckerhaushalt steuern.
Tumore der Bauchspeicheldrüse
Der größte Anteil (70%) der Tumore der Bauchspeicheldrüse sind gutartige raumfordernde Veränderungen wie z.B. Zysten oder sogenannte Pseudozysten, die nach einer abgelaufenen Entzündung zurückbleiben und nur selten einer weiteren Behandlung bedürfen.
Der Rest der Fälle (30%) sind sogenannte Neoplasmen also Neubildungen von Gewebe, die unter Umständen auch bösartig sein können. Je nach Ursprung des neugebildeten Gewebes kann man endokrine und exokrine Tumoren unterscheiden.
Etwa 80% der Tumore finden sich im Pankreasopf, 20% im Körper (mittlerer Anteil des Pankreas) und 10% im Schwanz der Bauchspeicheldrüse. Die meisten Tumoren (98%) entwickeln sich aus dem exokrinen Anteil der Drüse, die vom Erscheinungsbild den Gangstrukturen der normalen Bauchspeicheldrüse ähneln (duktales Adenokarzinom). Die übrigen Tumore sind eher selten, und es handelt sich u.a. um endokrine Tumore oder Azinuszellkarzinome. Pfeil nach oben
Pankreaskarzinome - der Pankreaskrebs
Tumoren der Bauchspeicheldrüse machen 2-3% aller bösartigen Neubildungen beim Erwachsenen aus. In Europa erkranken in der männlichen Bevölkerung 10-12 und in der weiblichen Bevölkerung 7-9 Menschen pro 100.000 Einwohner pro Jahr an diesem Tumor. In den letzten Jahren haben Krebserkrankungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreaskarzinome) stetig zugenommen. Häufig werden die Geschwulste erst in fortgeschrittenem Stadium entdeckt. Wenn sie operativ nicht mehr zu entfernen sind, ist eine Heilung mit den heute zur Verfügung stehenden Mitteln nur schwer möglich. Wegen der oft späten Diagnose und des aggressiven Verlaufs ist diese Krebserkrankung trotz der relativ geringen Häufigkeit weltweit die fünfthäufigste tumorbedingte Todesursache. Der Altersgipfel liegt zwischen dem 60. und 75. Lebensjahr.
Risikofaktoren
Risikofaktoren für die Entstehung eines Karzinoms können sein: das Rauchen von Tabak, übermäßiger Alkoholkonsum, fettreiche Ernährung, eine chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse, Magenoperationen und erbliche Faktoren wie zum Beispiel bestimmte Mutationen im Erbgut.
Symptome
Die eigentliche Gefahr des Pankreaskrebses liegt darin, dass er sich anfänglich nicht oder nur durch sehr geringe und unspezifische Symptome zu erkennen gibt, wie etwa Appetitlosigkeit, Leistungsminderung, Gewichtsverlust (mehr als 10% in 6 Monaten), Durchfall, Juckreiz und gesteigerten Durst. (Sollten ähnliche Symptome also länger als 14 Tage ohne befindlichen Grund bestehen ist dringend ein Arzt aufzusuchen.)
Prognose
Dieser Umstand führt dazu, dass die Diagnose oft erst dann gestellt wird, wenn der Patient über Schmerzen im Rücken oder Oberbauch und/oder über eine zunehmende Gelbfärbung seiner Haut klagt. Zu diesem Zeitpunkt hat sich der Krebs bereits meist über die Nachbarorgane hinweg im Körper ausgebreitet und eine vollständige Heilung ist nicht mehr möglich. Leider spricht diese Krebsart auch schlecht auf vorhandene Chemotherapien an, so dass die mittlere Überlebenszeit zum Zeitpunkt der Diagnose lediglich ein halbes Jahr beträgt.
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