Pankreastumor Studien

Pankreastumor Therapien

Vorab ist zu sagen, dass sich die Therapie individuell bei jedem Patienten unterscheidet. Je nach Art und Stadium der Krebserkrankung, nach dem Patientenalter und dessen Allgemeinzustand stehen prinzipiell drei verschiedene Ansätze zur Auswahl, die bei Bedarf auch kombiniert werden können.

  • Operation
  • Chemotherapie
  • Strahlentherapie

Die Operation

Art und Umfang der Operation sind abhängig von der Lokalisation und der Größe des Tumors sowie vom Stadium der Erkrankung. Art und Umfang der Operation hängen davon ab, wo sich der Tumor innerhalb der Bauchspeicheldrüse befindet, um welche Tumorart es sich handelt und wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist.

Die vollständige Entfernung

Eine vollständige Entfernung des Tumors und eine dadurch erreichte Heilung ist nur dann möglich, wenn ausgeschlossen werden kann, dass das umliegende Gewebe nicht bereits vom Krebs befallen ist. Dazu wird nicht nur der Tumor selbst sondern auch das umliegende Gewebe und die Lymphknoten in einem gewissen Abstand zum Tumor (Sicherheitsabstand) entfernt. Direkt im Anschluss an die Entfernung wird dieses entfernte Gewebe von einem Pathologen auf Tumorzellen überprüft. Ist nach seiner Beurteilung das umliegende Gewebe nicht vom Tumor befallen, so ist der Tumor vollständig entfernt worden (R0 Resektion) und die Aussicht auf Heilung ist gut.

Die Whipple-Operation

Hat sich der Tumor bereits auf die benachbarten Strukturen ausgebreitet oder man kann das Gegenteil nicht mit Sicherheit behaupten, so wird auch die Entfernung dieser Strukturen notwendig. Dies ist oft der Fall, wenn der Tumor im Bereich des Pankreaskopfes lokalisiert ist. Die bekannteste Methode ist die Operation nach Whipple.

Dabei werden im ersten Teil der Operation der rechte Teil des Pankreas, die Gallenblase, der untere Gallengang, der Zwölffingerdarm und eventuell auch Teile des Magens entnommen. Anschließend erfolgt im zweiten Teil die Wiederherstellung der Verbindung zwischen Magen und Darm sowie zwischen dem Gallenabflusssystem und Darm. Dabei wird eine Dünndarmschlinge mit dem Restmagen (Gastroenterostomie) sowie mit dem Gallenabfluss (Bilio digestive Anastomose) verbunden. Der eventuell verbliebene Restpankreas wird ebenfalls über seinen Ausführungsgang mit dem Darm verknüpft.

Diese sehr komplizierte Operation kann heute in speziellen Zentren routiniert durchgeführt werden, so dass für den Patienten ein geringeres Komplikationsrisiko während der Operation besteht. Vorraussetzung für ein Gelingen ist allerdings ein guter Allgemeinzustand des Patienten sowie keine schwereren Begleiterkrankungen.

Befindet sich der Tumor im Schwanz der Bauchspeicheldrüse, werden in der Regel nur der tumortragende Organteil (so genannte Linksresektion der Bauchspeicheldrüse) und die Milz entfernt. Umfangreichere Wiederherstellungsmaßnahmen sind in diesem Fall weniger häufig erforderlich.

Folgen einer Operation

In der Regel muss der Patient nach einer Operation mit Insulin bzw. mit anderen Enzymen therapiert werden, kann aber dadurch beschwerdefrei bleiben.

Mögliche Beschwerden auf Grund der Operation: durch eine Gallenwegsentzündung im Rahmen der Operation kann es zu Fieberschüben und nach Teilentfernung des Magens zum sogenannten Dumping Syndrom kommen. Darunter versteht man eine zu schnelle Entleerung des Magens in den Darm. Die Beschwerden treten meistens im Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme auf und werden oft von Kreislaufproblemen wie Herzklopfen, Schwindel, Schweißausbrüche, Übelkeit und Erbrechen begleitet. Die meisten Patienten beklagen nach einer Operation Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme. Es kann auch zu Durchfall, Blähungen und fettreichem Stuhlgang kommen sowie zu Schmerzen im Oberbauch. Diese Beschwerden lassen sich aber durch Einhalten spezieller Diäten, einer Änderung der Essgewohnheiten sowie durch Medikamente in den Griff bekommen.

Die Adjuvante Therapie - Eine unterstützende Therapie nach der Operation

Kann der Tumor trotz Operation nicht vollständig aus dem Körper entfernt werden, folgt eine Kombination aus Chemotherapie (Therapie mit Medikamenten) und einer zielgerichteten Therapie mit dem Tyrosinkinasehemmer Erlotinib oder einer kombinierten Strahlen- und Chemotherapie.

Die Chemotherapie

Die Chemotherapie eignet sich, um das Überleben des Patienten nach einer Operation zu verlängern (adjuvante Therapie), bzw. die Lebensqualität der Patienten zu verbessern (palliative Therapie). Eine Heilung durch diese Therapieform ist nicht möglich.

In der Chemotherapie kommen Substanzen zum Einsatz, deren Ziel es ist, das Wachstum schnell wachsender Zellen zu bremsen beziehungsweise zu verhindern (sog. Zytostatika). Die Therapie erfolgt systemisch mittels Tablettengabe oder als Infusion, das heißt die Arznei wird über das Blut im gesamten Körper verteilt, was aber zur Folge hat, dass sie nicht nur Tumorzellen, sondern auch körpereigene Zellen erreicht und diese schädigen kann.

Da wie bereits erwähnt speziell das schnellwachsende Gewebe betroffen ist, werden neben Tumorzellen besonders die Haarwurzeln, die blutbildenden Zellen im Knochenmark und die Schleimhautzellen von Mund, Magen und Darm in Mitleidenschaft gezogen. Daraus ergeben sich auch die Nebenwirkungen der Therapie, wie Haarausfall, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, eine gesteigerte Neigung zu Blutungen und Infektionen.

Eine Kombination verschiedener Zytostatika ist sinnvoll, da hiermit die größtmögliche Wirkung  erzielt werden kann und das Risiko von Nebenwirkungen gesenkt wird. Die Behandlung erfolgt in mehreren Zyklen, zwischen denen längere Erholungspausen liegen. Die einzelnen Zyklen können bis zu sechs mal wiederholt werden, je nachdem, wie der Patient die Behandlung verträgt und wie der Tumor auf die Behandlung anspricht.

Die Radiotherapie / Bestrahlung

Durch die Bestrahlung werden Tumorzellen zerstört. Bei der Therapie des Pankreaskarzinoms kommt die Bestrahlung in der Regel in Kombination mit einer Chemotherapie also als eine Radiochemotherapie zum Einsatz.

Prinzipiell gibt es drei radiotherapeutische Konzepte:

Die primäre Radiochemotherapie ist das Standartverfahren, wenn eine Operation auf Grund von Tumorinfiltration der benachbarten großen Blutgefäße nicht möglich ist. Die chemotherapeutischen Medikamente dienen als „Radiosensitizer", in dem sie den Tumor sensibler für die Strahlentherapie machen.

Die neoadjuvante Radiochemotherapie: Die Bestrahlung findet vor der Operation statt um den Tumor zu verkleinern und damit das Ergebnis der Operation zu verbessern.

Die Postoperative Radiochemotherapie: Diese Art der Bestrahlung findet nach der operativen Entfernung des Tumors statt, aber auch wenn der Tumor nicht vollständig entfernt werden konnte. Sie dient dazu das Überleben des Patienten nach der Operation zu verlängern.

Zum Einsatz kommt die Strahlentherapie als dreidimensionale konformale Strahlentherapie und als intraoperative Radiotherapie (IORT). Zusätzlich wird die Strahlentherapie mit niedrigdosierten und gut verträglichen Medikamenten (Chemotherapeutika) kombiniert. Die Medikamente wirken in dieser Kombination als sogenannte „Radiosensitizer", das heißt, sie erhöhen die lokale Wirksamkeit der Strahlentherapie im Tumorgebiet. Je nach Stadium der Erkrankung und Verfassung des Patienten wird die Radiochemotherapie mit einer Operation und/oder systemisch wirksamen Zytostatika kombiniert.

Neben dem Aspekt der Tumorverkleinerung wird die Strahlentherapie überwiegend im Rahmen einer palliativen Therapie zur Beseitigung der tumorspezifischen Symptome  und dadurch zu einer Verbesserung der Lebensqualität des Patienten angewandt.

Nebenwirkungen der Strahlentherapie

Die Strahlentherapie wirkt wie eine medikamentöse Behandlung nicht nur auf den Tumor selbst sondern betrifft auch das umliegende Gewebe. So treten häufige Nebenwirkungen wie etwa Durchfall und Übelkeit bereits während der Therapie oder auch erst Wochen bis Monate nach der Behandlung auf.


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