Persistierendes Foramen ovale PFO
Beim persistierenden Foramen ovale handelt es sich um eine Öffnung in der Herzscheidewand, die sich üblicherweise bei der Geburt verschließt. Im Fetalkreislauf (vorgeburtlich) dient das Foramen ovale der Verbindung zwischen dem rechten und dem linken Vorhof des Herzen. Die Öffnung in der Herzscheidewand trägt zur Umgehung des Lungenkreislaufes bei, da die Lunge vor der Geburt noch nicht genutzt wird. Durch die Druckveränderungen, die unter der Geburt auftreten, kommt es normalerweise zum Verschluss des Foramen ovale, indem sich zwei Membranen (Septum primum und Septum secundum) aneinander legen. So wird die Öffnung verschlossen und die Lunge wird in den Blutkreislauf eingeschlossen.
Bei etwa 30% der Bevölkerung bleibt das Foramen ovale auch nach Geburt geöffnet. Der Durchmesser der Öffnung beträgt im Mittel 4,9 mm. Unter bestimmten Druckbedingungen - wenn der Druck im rechten Herz den im linken Herz übersteigt - fließt das Blut aus dem rechten Vorhof über das PFO in den linken Vorhof (Rechts-Links-Shunt). Diese Richtung des Blutflusses ist eigentlich nur vor der Geburt normal.
Das PFO macht 7,5 % aller angeborenen Herzfehler aus. Bei Kindern ist in der Regel keine Behandlung erforderlich, da die Öffnung in der Herzscheidewand meist noch keine Beschwerden verursacht. Zu einem späteren Zeitpunkt können verschiedene neurologische Symptome, wie z.B. Schlaganfälle oder Migräne auftreten. Während bei älteren Patienten Schlaganfälle meistens durch Arterienverkalkung (Arteriosklerose) verursacht werden, ist bei Patienten unter 55 Jahren das offene Foramen ovale die häufigste Ursache für die Entstehung von Schlaganfällen. Man bezeichnet die Schlaganfälle in diesem Fall als paradoxe Hirnembolien, da für sie keine andere Ursache als das PFO gefunden werden kann. Hierbei gelangen venöse Blutgerinnsel, die sich z.B. in den tiefen Beinvenen gebildet haben, über das PFO vom venösen in den arteriellen Kreislauf und verschließen die Hirnarterien.
Das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, wird durch bestimmte Faktoren erhöht. Gerinnungsstörungen, Thromboseneigung, größere Öffnungen und eine Aussackungen der Herzscheidewand (Aneurysma) zählen unter anderem zu diesen Faktoren. Wenn zusätzlich zum PFO nämlich auch noch eine Aussackung der Vorhofscheidewand (atriales Septumaneurysma= ASA) besteht, ist die Wahrscheinlichkeit, einen Schlaganfall zu erleiden 33-mal höher als bei einem herzgesunden Menschen. Die Wahrscheinlichkeit, einen erneuten Schlaganfall zu erleiden, ist ebenfalls deutlich erhöht. Oft wird das Loch in der Herzscheidewand erst entdeckt, wenn der Patient bereits einen Schlaganfall erlitten hat, der durch keine andere Ursache zu erklären ist (kryptogene Insulte). Durch einen Herzultraschall (Echokardiographie) mit gleichzeitiger Kontrastmittelgabe kann die Öffnung dargestellt werden.
Postleitzahl ein:
Migräne
Es werden Patienten gesucht, die unter einer Migräne leiden (momentan oder vormals mit Aura)
