Rheumatoide Arthritis
Was ist die rheumatoide Arthritis?
Unter dem Begriff „Rheuma" wird eine Vielzahl verschiedener rheumatischer Erkrankungen zusammengefasst, gemeint ist der rheumatische Formenkreis - mehr als 400 verschiedene Erkrankungen gehören dazu. Die rheumatoide Arthritis (auch rheumatische Arthritis genannt) ist die häufigste entzündliche Form der rheumatischen Erkrankungen. Betroffen sind Gelenke - besonders die der Hände und Füße, die durch eine Fehlfunktion des Immunsystems vom eigenen Körper angegriffen werden. Folge sind schmerzhafte Entzündungen und folglich Fehlstellungen der betroffenen Gelenke.
Bei der Rheumatoiden Arthritis handelt es sich um die häufigste chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung der europäischen Bevölkerung. Alle Altersgruppen sind betroffen - auch Kinder und junge Erwachsene, es handelt sich also nicht um eine Alters- oder Verschleißerscheinung. Der Gipfel der Neuerkrankungsrate liegt bei Frauen im Alter zwischen 55 und 64 Jahren, bei Männern im Alter von 65 bis 75 Jahren.
Wie entsteht die rheumatoide Arthritis?
Obwohl die Forschung zum Verständnis der rheumatoiden Arthritis viele Fortschritte gemacht hat, ist die genaue Ursache bis heute ungeklärt. Vermutlich spielen genetische Faktoren eine Rolle. Das Risiko zu erkranken ist höher, wenn Rheumatiker in der Familie vorkommen. Als Auslöser werden zusätzlich Infektionen und Allergien vermutet.
Es handelt sich um einen Angriff des Immunsystems gegen den Körper. In diesem Autoimmunprozess bildet das Immunsystem fälschlicherweise plötzlich Antikörper gegen körpereigenes, gesundes Gewebe (Autoantikörper). Diese Antikörper greifen die Gelenkinnenhaut an, die sich daraufhin entzündet und im Laufe der Zeit zerfällt. Dieser Zerfallsprozess aktiviert erneut Antikörper, die zusätzlich das Gelenk angreifen. Ursache hierfür sind fehlgeleitete Immunzellen, die in das Gelenk einwandern und dort Botenstoffe, sogenannte Zytokine, produzieren. Zwei verschiedene Zytokine spielen bei der rheumatoiden Arthritis eine wichtige Rolle: das Interleukin-1 (IL-1) und der Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-alpha), die in den Gelenken in Überzahl vorliegen, daraufhin eine Antikörperproduktion auslösen und die typischen Symptome hervorrufen. Entzündungshemmende Faktoren befinden sich in der Unterzahl.
Im weiteren Verlauf werden neben der Gelenkinnenhaut auch der Gelenkknorpel und schließlich der Knochen angegriffen. Der Entzündungsprozess bewirkt starke Schmerzen, Schwellung, Überwärmung und Rötung des Gelenks und führt letztendlich zu einer typischen Verformung und somit zum Funktionsverlust.
Wie verläuft die rheumatoide Arthritis?
Bevor die klassischen Symptome der rheumatoiden Arthritis einsetzen, beginnt die Erkrankung mit einer so genannten unspezifischen Vorphase, die sich durch ein allgemeines Krankheitsbefinden, Appetitlosigkeit, Müdigkeit und/ oder Fieber auszeichnet.
In dieser Phase wird die Krankheit selten erkannt. Sie verläuft bei jedem Menschen unterschiedlich lang, kann sich schleichend entwickeln oder aber schlagartig einsetzen.
Nach dieser Vorphase kommt es zu zusätzlichen Beschwerden, die als so genannte klassische Leitsymptome der rheumatischen Arthritis bezeichnet werden. Hier erfolgt häufig die Erstdiagnose. Zu den Leitsymptomen gehören:
- Eine ausgeprägte Morgensteifigkeit der Fingergelenke von mehr als 15 Minuten.
- Eine Entzündung der Gelenke mit einher gehender Rötung, Schwellung und starken Schmerzen. Auch hier sind besonders die Fingergelenke betroffen, typisch ist der seitenparallele Befall der Gelenke.
- Morgendliche und nächtliche Schmerzen der Fingergelenke.
Weitere Gelenke können befallen werden, der Verlauf der Krankheit und die betroffenen Gelenke sind bei jedem Menschen anders. Zuerst werden jedoch die kleinen (Hände und Füße) anschließend große Gelenke (Schulter, Hüfte etc.) angegriffen. Selten aber möglich ist der Befall von inneren Organen und Organsystemen. Die Wirbelsäule bildet eine Ausnahme, sie wird bis auf das Kopf-Hals-Gelenk fast nie betroffen. Sobald mehrere Gelenke erkrankt sind, spricht man von chronischer Polyarthritis.
Allgemeinsymptome wie Müdigkeit, Leistungsschwäche, Fieber, Nachtschweiß und eventuelle Gewichtsabnahme zeigen, dass der ganze Körper in den Entzündungsprozess eingebunden ist. Der Verlauf der Erkrankung ist oft schubweise. In einem schubfreien Intervall können die Symptome gänzlich nachlassen. Insgesamt verläuft die rheumatoide Arthritis sehr variabel.
Als charakteristisches Merkmal bilden sich bei bis zu 20% so genannte Rheumaknoten, besonders im Bereich der Ellenbogen und der Finger
Wie wird die rheumatoide Arthritis behandelt?
Rheumatoide Arthritis ist eine lebensbegleitende Krankheit und nicht heilbar. Obwohl auch gutartige Verläufe vorkommen, schreitet die Erkrankung meist allmählich fort. Gelenkzerstörungen sind fast immer nach einigen Jahren im Röntgenbild zu sehen.
Je früher jedoch die Diagnose gestellt und eine Behandlung eingeleitet wird, umso eher können ein Fortschreiten der Erkrankung aufgehalten und die Schmerzen kontrolliert werden. Dies geschieht durch eine lebenslange medikamentöse Therapie begleitet von physiotherapeutischen Maßnahmen.
Außerordentlich wichtig bei der Behandlung ist das Zurechtkommen mit der Erkrankung im Alltag. Das Einbeziehen von Rehabilitationseinrichtungen, welche zum Beispiel Hilfsmittel wie Greifhilfen zur Verfügung stellen, ist oft erforderlich.
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Rheumatoide Arthritis
Studie bei Patienten mit aktiver rheumatoider Arthritis (RA).
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